Gründer Unternehmer brechen in der Jugend oft Regeln

Brave Kinder werden gelobt, freche Kinder werden Unternehmer. Eine Studie aus Schweden zeigt, dass Unternehmer in der Jugend oft wenig sozial waren und Regeln brachen. Echte Straftäter waren aber nur die wenigsten.

Ferdinand Knauß, wiwo.de | , aktualisiert

Unternehmer brechen in der Jugend oft Regeln

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Foto: lassedesignen/Fotolia.com

Unternehmertum beruht bekanntlich nicht auf Selbstlosigkeit, sondern nicht zuletzt auf der Abkehr von einigen Werten, die gemeinhin für sozial gehalten werden. Für den Unternehmer sind Habgier und Rücksichtslosigkeit durchaus sehr nützliche Charaktereigenschaften.

Eine Gruppe von Entwicklungspsychologen von der Universität Jena und der Universität Stockholm haben jetzt diese "antisozialen Tendenzen" in den Lebensläufen von schwedischen Unternehmern aufgespürt.

Darüber berichtet die Zeitschrift "Wirtschaftspsychologie-aktuell". Für ihre Studie werteten die Forscher um Martin Obschanka Daten einer schwedischen Längsschnittstudie. Dabei wurden etwa 1.000 Sechstklässler eines Jahrgangs über einen Zeitraum von 40 Jahren begleitet. Die Psychologen ordneten die Daten danach, wer von den Schülern später ein Unternehmen gründete und welches Sozialverhalten diese Person als Kind und Erwachsener zeigte.

Schummeln, Schwänzen, Verbote missachten

Dabei wurde "antisoziales Verhalten" (also das Brechen gesellschaftlicher Regeln) und "delinquentes Verhalten" (also registrierte Straftaten) erfasst und untersucht. Dabei kam heraus, dass spätere Unternehmer in ihrer Jugend tendenziell häufiger Regeln gebrochen haben als andere.

Im Vergleich zu Nicht-Unternehmern missachteten sie häufiger elterliche Verbote, sie schwänzten den Schuluntericht und schummelten bei Prüfungen, sie nahmen häufiger Drogen oder stahlen auch schon mal etwas aus Geschäften. Dies traf allerdings nur auf männliche Studienteilnehmer zu.


Als Erwachsene waren die Unternehmer dann aber im Vergleich zu den Nicht-Gründern nicht mehr auffällig. Das Übertreten von sozialen Regeln ist bei Unternehmern also ein Jugendphänomen, das sich auswächst.

Die Grenze zur Jugendkriminalität überschritten die frechen Gründer in spe aber nicht häufiger als andere.

Gründer verübten sowohl in ihrer Jugend als auch im Erwachsenenalter nicht mehr Straftaten als jene, die kein Unternehmen gründeten.

Erproben der Risikofreude

Das Stereotyp des antisozialen Unternehmers wird von der Studie also nicht wirklich bestätigt.

Die Autoren interpretieren die rebellische Jugend der Unternehmer als ein Erproben der Risikofreude, die ihnen später als Unternehmer zugutekam.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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