Gesundheit Rekord bei Stress-Erkrankungen

Psychische Erkrankungen sind 2009 so häufig wie noch nie der Grund für Krankmeldungen bei Arbeitnehmern gewesen. Damit erreichte die Zahl stressbedingter Erkrankungen einen neuen Rekordwert. Das geht aus dem Fehlzeiten-Report der AOK hervor.

Juliane Bender | , aktualisiert

Psychische Erkrankungen sind 2009 so häufig wie noch nie der Grund für Krankmeldungen bei Arbeitnehmern gewesen. Damit erreichte die Zahl stressbedingter Erkrankungen einen neuen Rekordwert. Das geht aus dem Fehlzeiten-Report der AOK hervor. 

Im Durchschnitt fehlte der deutsche Arbeitnehmer im vergangenen Jahr 17,3 Tage am Arbeitsplatz. Der Krankenstand aller Beschäftigten lag durchschnittlich bei 4,9 Prozent (2008: 4,6 Prozent).  Entgegen bisher festgestellter Tendenzen, dass Arbeitnehmer in Krisenzeiten weniger fehlen, ist diese Zahl unter deutschen Arbeitnehmern letztes Jahr gestiegen.

Am häufigsten fehlten die Arbeitnehmer wegen Muskel- und Skelettbeschwerden und Atemwegserkrankungen. Gestiegen ist erneut die Zahl der psychischen Erkrankungen, diese waren für 8,6 Prozent (2008: 8,3 Prozent) der ausgefallenen Arbeitstage verantwortlich und sind der vierthäufigste Grund für eine Krankmeldung.

Eine psychische Erkrankung  dauere länger als eine Atemwegserkrankung, so der stellvertretende Geschäftsführer des wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder."Deshalb fehlt ein Beschäftigter mit einer Atemwegserkrankung im Schnitt 6,5 Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage."

Beschäftigte mit ausländischen Wurzeln fehlen laut AOK-Studie besonders häufig am Arbeitsplatz. Abgesehen davon, dass sie teilweise großen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, komme häufig hinzu, dass Sprachprobleme zu Kommunikationsdefiziten mit Vorgesetzten und Kollegen führen und sie sich nicht ausreichend integriert fühlen. Besonders türkischstämmige Arbeitnehmer seien gesundheitlich gefährdet, wenn der islamische Fastenmonat Ramadan mit unflexiblen Arbeitszeiten kollidiere, so die AOK.

Ob wegen psychischen oder körperlicher Erkrankungen: Die meisten Fehlzeiten fielen auf die Berufsgruppe der Straßenreiniger und Müllmänner. Sie waren 28,8 Tage im Schnitt krank und fehlten sieben Mal so häufig wie zum Beispiel Hochschullehrer.

Während Männer vermehrt unter Muskel- und Skelettbeschwerden leiden, sehen sich Frauen eher mit seelischen Problemen und Atemwegserkrankungen konfrontiert.  

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