Geschlechtergleichstellung Zwischen Karrierewunsch und -wirklichkeit

Haben Männer und Frauen die gleichen Karrierechancen? Ein neuer Index, der exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt wurde, bildet die Zukunftsperspektiven der Geschlechter ab und zeigt: Es gibt noch viel zu tun.

Daniel Rettig und Claudia Tödtmann, wiwo.de | , aktualisiert

Zwischen Karrierewunsch und -wirklichkeit

Frauen und Karriere

Foto: pict rider/Fotolia.com

Frauen und Männer liegen in ihrem Vertrauen, dass ihnen in der Zukunft eine Karriere gelingt, gar nicht so weit auseinander. 67 Prozent der Frauen und 77 Prozent der Männer vertrauen darauf, dass sie einen Führungsjob bekommen. Vorherrschend ist mittlerweile ein Klima, in dem die Mehrzahl der Frauen positiv denkt – auch wenn heute erst acht Prozent der Vorstände der größten deutschen Unternehmen Frauen sind.

Die Mehrheit der Angestellten schätzt die Rahmenbedingungen für ihre Karriere als gut ein. Das hat McKinsey als Mitglied des Netzwerks Initiative Chefsache mit 23 Unternehmen wie Allianz, BASF, Siemens und auch Organisationen wie der Fraunhofer Gesellschaft berechnet. Exklusiv für die WirtschaftsWoche soll dieser Chefsache-Karriere-Fairness-Index das Klima für Chancengleichheit für Männer und Frauen künftig in regelmäßigen Zeitabständen in seiner Entwicklung sichtbar machen.

Frage nach den Vorurteilen im Beruf

"Entscheidend ist nicht nur, wo wir gerade stehen, sondern vor allem, ob wir auf dem richtigen Weg zu mehr Gender-Diversity in Führungspositionen sind. Dafür müssen wir auch das Karriereklima in Deutschland betrachten", sagt Bettina Volkens, Personalvorstand der Lufthansa.

Dafür wurden einerseits jeweils 5000 Angestellte und Studenten von dem Institut Civey in einer repräsentativen Umfrage befragt. Zum Beispiel: "Wie zuversichtlich sind Sie, dass sie im Laufe Ihrer Karriere eine oder eine weitere Führungsposition erreichen werden können?" Oder: "Wie stark fühlen Sie sich von Ihrem beruflichen Umfeld bei Ihren Karriereplänen unterstützt?"  Und: "Wie häufig werden Sie im Beruf mit Vorurteilen aufgrund Ihres Geschlechts konfrontiert?"

Erst zwei Drittel des Wegs sind geschafft

Andererseits wird der Status Quo ermittelt: Inwieweit sind bereits heute Frauen in die Vorstände und Aufsichtsräte oder Geschäftsführungen der 200 größten Unternehmen, 100 Banken und 60 Versicherungen vorgedrungen? Diese Zahl wird im Index ebenfalls abgebildet und mit den Umfrageergebnissen gematcht.

Das Ergebnis: Der Index für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis steht derzeit bei 59 Punkten – von einem Wert von 100, bei denen die Gleichstellung erreicht wäre, also weit entfernt. Die vielen Programme und Aktionen der Unternehmen für Frauenförderung kommen also bei den Arbeitnehmern an und stimmen sie hoffnungsfroh.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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