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Geographie: A bis Zett

Informationen zu Zulassungsbeschränkungen, Studium, Gehalt, Einsatzgebiete und Arbeitsmarkt.

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Arbeitsmarkt

10.500 Geographen mit Diplom- oder Magisterabschluss haben laut dem Deutschen Verband für Angewandte Geographie (DVAG) einen Beruf, der inhaltlich ihrem Studium entspricht. Weitere 1.200 Geographen sind als Wissenschaftler an Hochschulen tätig. 6.500 Geographen – das ist ein Drittel der Absolventen, die nicht auf Lehramt studiert haben – haben sich umorientiert und arbeiten in fremden Berufen. Die Schulen zählen 46.000 Geographielehrer. Nach einer Schätzung des DVAG ist jeder zehnte Geograph selbstständig, zum Beispiel als Unternehmensberater oder Umweltgutachter. Zuletzt meldete die Bundesanstalt für Arbeit 1.106 arbeitslose Geographen. Dem standen 25 offene Stellen gegenüber. Nur rund 1.500 berufstätige Geographen sind älter als 45 Jahre. Mittelfristig wird der Ersatzbedarf gering ausfallen.

Einsatzgebiete

Die Geographen verteilen sich auf die Privatwirtschaft (40 Prozent), die öffentliche Verwaltung (27 Prozent), Hochschulen (19 Prozent) sowie Verbände, Kammern und Forschungseinrichtungen (12 Prozent). Die Palette möglicher Arbeitgeber reicht vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung über Kommunal- und Zweckverbände, Forschungsinstitute, Wohnungsbauunternehmen, Investmentgesellschaften, Umwelt- und Naturschutzverbände, Statistische Landes- und Bundesämter, Luftbild- und Fernerkundungsunternehmen bis hin zu Technologietransferstellen. Die Tätigkeiten von Geographen außerhalb der Hochschulen betreffen die räumliche Planung (Entwicklungsplanung, Maßnahmenumsetzung), Umwelt und Landschaft (Landschaftsplanung, Fachplanung) sowie Information und Doku- mentation (Erhebung, Aufbereitung und Dokumenta-tion, Informationsvermittlung und -transfer). Weitere Arbeitsfelder sind Verkehrs- und Mobilitätsforschung, Ver- und Entsorgung, Geoinformationssysteme, Touristik und Fremdenverkehr, Entwicklungshilfe, Politikberatung sowie Immobilien- und Wohnungswirtschaft.

Gehalt

Die Gehälter der im öffentlichen Dienst angestellten Geographen bemessen sich nach dem Bundesange-stelltentarif BAT. Danach verdient ein Berufsanfänger durchschnittlich 3.400 Euro brutto monatlich plus ein 13. Monatsgehalt. In der Privatwirtschaft, besonders in den kleinen Ingenieurplanungsbüros, sind die Ein-stiegsgehälter niedriger. Die Einkommenszuwächse sind langfristig allerdings größer als im öffentlichen Dienst.

Studium

Das Studium der Geographie zeichnet sich durch fachliche und methodische Breite aus. Es führt zum einen in die Technik der empirischen Forschung ein: die Datengewinnung, -aufbereitung, -darstellung und -analyse. Außerdem eignen Studenten sich Wissen an, das zum Verständnis des Mensch-Umwelt-Verhältnisses und der ökologischen Bedingungen für eine nachhaltige Raumentwicklung führt. Geographie-Studenten sollen die Fähigkeit entwickeln, Ziele und Zielkonflikte der Raumnutzung zu ermitteln, zu bewerten und interdisziplinäre Lösungen zu erarbeiten. Das Grundstudium umfasst die Fachmethodik/Geoinformatik (Geostatistik, Empirische Sozialforschung, Geoinformatik, Kartographie), Physische Geographie, Wirtschafts- und Sozialgeographie, Angewandte Geographie (Sozialgeographie, Stadt-/Kommunalplanung, Raumordnungs- und Regionalpolitik, Ökologische Landschaftsplanung, Freiraum- und Grünplanung) sowie Regionale Geographie (Strukturanalyse, Industrie- und Entwicklungsländer). Das Hauptstudium ist an den meisten Universitäten stark projektorientiert. Nach dem Vordiplom ist einer der beiden Schwerpunkte Wirtschafts- und Sozialgeographie (Anthropogeographie) oder Physische Geographie zu wählen. Geographie wird ausschließlich an Universitäten angeboten und kann auf Diplom, Magister oder Lehramt studiert werden. An einer Hand voll Hochschulen gibt es die gestuften Bachelor-/Masterstudiengänge. Die durchschnittliche Studiendauer beträgt 13 Semester. Münster hat den besten Schnitt mit 10,4 Semestern, Kölner Studenten brauchen mit 15,8 Semestern am längsten.

Zulassungsbeschränkungen

Für Geographie gibt es an wenigen Universitäten örtliche Zulassungsbeschränkungen. Ausgewählt wird dort nach Notendurchschnitt, Wartezeit sowie teilweise hochschuleigenen Verfahren (Interview, berufliche Vorpraxis, Notendurchschnitt). Das Studium kann meist sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester aufgenommen werden. Die Bewerbung ist direkt an die Hochschule zu richten. Zur Absicherung der Studienwahl empfiehlt sich angesichts der hohen Abbrecherquote ein Vorpraktikum.

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