Frauentag Gleiche Chancen für Frauen?!

Der Internationale Frauentag jährte sich im März zum 100. Mal. Doch die Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt haben sich nicht verbessert. Politiker fordern eine höhere Frauen-Quote in deutschen Unternehmen.

dpa | , aktualisiert

Grüne und Linke forderten mehr Chancengleichheit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Der Sozialverband Deutschland verlangte einen Ausbau der Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitszeiten. Die Frauenbewegung beging den Internationalen Frauentag am 8. März zum 100. Mal.

Die Zahl der Frauen in Vollzeitjobs ist in den vergangenen zehn Jahren gesunken. 2009 arbeiteten nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau" 640 000 weniger Frauen Vollzeit als zehn Jahre zuvor - und das trotz steigender Erwerbsbeteiligung. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linkspartei, Sabine Zimmermann, kritisierte, von einer gleichberechtigten Teilhabe der Frauen im Erwerbsleben sei Deutschland weit entfernt. Frauen seien noch immer „Arbeitskräfte zweiter Klasse".

Grünen-Chefin Claudia Roth monierte im „Hamburger Abendblatt": „Geringerverdiener sind weiblich." Deshalb sei ein Mindestlohn überfällig. FDP-Vizevorsitzende Cornelia Pieper sprach sich für eine freiwillige Frauen-Quote in den Aufsichtsräten der Wirtschaft aus.

Sie verwies auf das Modell Norwegen mit einer Frauenanteil-Quote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten. Unter den Aufsichtsgremien der 30 deutschen DAX-Unternehmen gebe es gerade mal eine Frau, sagte Pieper der dpa.

Sind Frauen nicht mehr belastbar?

Der Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte im rbb-Inforadio: „Wir brauchen nicht mehr Quoten, wir brauchen Qualität." Die Männerdominanz an der Spitze von DAX-Unternehmen führte er auf die hohe Arbeitsbelastung zurück. „Das ist ein 24- Stunden-Job", sagte Schlaarmann. Er könne deswegen verstehen, dass Frauen solche Posten nicht anstrebten, weil sie auf Familie nicht verzichten wollten.

Die Feministin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift Emma, Alice Schwarzer, hält den Internationalen Frauentag für absolut überflüssig. „Schaffen wir ihn also endlich ab, diesen gönnerhaften 8. März. Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer", schreibt Schwarzer in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Rundschau".

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