Folgen des digitalen Wandels Wie die Digitalisierung alles verändert

Neue Technologien, innovative Kommunikationsplattformen, ständige Erreichbarkeit: Die Digitalisierung ist in vollem Gange und lässt keinen Stein auf dem anderen. Für Arbeitnehmer ist das Fluch und Segen zugleich.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Wie die Digitalisierung alles verändert

adimas/Fotolia.com

Bei der Eröffnungsfeier der diesjährigen Cebit warnte Dieter Kempf, Chef des Branchenverbandes Bitkom: "In der Wirtschaft wird kein Stein auf dem anderen bleiben." Gemeint ist die Digitalisierung, die Vernetzung von Maschinen, Haushaltsgeräten, Häusern und Menschen. Sie werde ganze Branchen umpflügen. Und viele Unternehmen – und deren Mitarbeiter – bekommen den Druck durch die Digitalisierung jetzt schon zu spüren. So fürchten die Vertriebler und Außendienstmitarbeiter des Versicherers Allianz die zunehmende Verlagerung des Versicherungsgeschäfts in das Internet und auch in der Autoindustrie bereiten Roboterautos vielen Kopfzerbrechen.

Es gibt natürlich auch zahlreiche Positivbeispiele. So hofft unter anderem Bosch darauf, durch neue Technologien und Software Millionen einzusparen.

Digitalen Wandel überleben?

Aber wie geht es eigentlich denen mit der Digitalisierung, die ihr im Zweifelsfall weichen müssen? Edenred, ein Anbieter von Motivationslösungen für Mitarbeiter und Kunden, hat zusammen mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos 13.600 Mitarbeiter aus 14 Ländern zu ihrer Zufriedenheit mit der Digitalisierung befragt, 800 davon stammen aus Deutschland. Und das Ergebnis des "Edenred-Ipsos-Barometer 2015" lässt aufhorchen: Insgesamt denkt mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent), dass ihr Unternehmen gut aufgestellt sei, was den digitalen Fortschritt betrifft – dieses Ergebnis kann mit dem europäischen Durchschnittswert von 54 Prozent gut mithalten. Und die Auswirkungen der digitalen Entwicklung werden von den Arbeitnehmern größtenteils positiv aufgefasst.

So gibt etwa knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten an, dass durch die Digitalisierung die Eigenständigkeit bei der Arbeit verbessert wird. 45 Prozent sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Teams eines Unternehmens davon profitiert, dicht gefolgt von der Lebensqualität bei der Arbeit (43 Prozent). Allerdings fällt auch auf, dass sowohl die Stress- als auch die Arbeitsbelastung zugenommen haben und die Grenze zwischen Beruf und Freizeit immer mehr verschwimmt. So zeigt die Studie, dass die Arbeitnehmer im Vergleich zu letztem Jahr noch stärker das Gefühl haben, außerhalb der Arbeitszeiten durch die Arbeit beansprucht zu werden. Waren es 2014 bereits 71 Prozent, so sind es in diesem Jahr fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent), die bisweilen bis häufig in ihrer Freizeit arbeiten.

Stressfaktor gestiegen

Insbesondere 90 Prozent der Führungskräfte bestätigen, dass dies für sie Alltag geworden ist. Dass ein solch hoher Workload zu Stress führt, liegt auf der Hand. Demzufolge ist analog zur Arbeitsbelastung außerhalb der Arbeitszeit 2015 auch der Stressfaktor gestiegen: von 6,3 auf 6,6 – auf einer Skala von 1 bis 10. "Mitarbeiter profitieren einerseits von den Errungenschaften des digitalen Wandels wie etwa mehr Gestaltungsfreiheit oder eine größere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Andererseits haben sie aber nach ihrem Empfinden mit einer höheren Arbeitsbelastung zu kämpfen. Interessant ist: Mitarbeiter führen dies nicht zwangsweise auf die digitale Entwicklung in den Unternehmen zurück", kommentiert Christian Aubry, Geschäftsführer von Edenred Deutschland, die Ergebnisse.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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