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Fikriye Selen

NIMBAS Graduate School of Management

, aktualisiert



Warum einen MBA?
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6 Monate Nimbas-MBA- der Anfang vom Enden kündigt sich an



Post vom Prüfungsausschuß


Sechs Monate ohne irgendeinen Anhaltspunkt über die bisherige Performance war teilweise eine nervenaufreibende Zeit. Entsprechend groß schließlich die Erleichterung: alles im grünen Bereich. Keine bösen Überraschungen, Gott sei dank. Leider war keine Zeit, die erhaltenen Zensuren gebührend zu feiern. Immerhin, es standen drei Wochen Vorlesungen und somit grausam viel Vorbereitung an. Ich wußte genau: jetzt kommt`s drauf an. Nur nicht lockerlassen. Wenn jetzt auf der Zielgeraden die Spannung nachlässt, werde ich endgültig von der Müdigkeit der letzten Monate eingeholt. Trotzdem, Belohnung muß sein. Mit dem Rad in die Stadt, ganz schnell, die ein, zwei Sachen waren ja schon lange ausgeguckt ...

Management Projekt und Recruiting Events
Der letzte Term unseres Studiums beginnt nächste Woche und insgesamt ist die Atmosphäre unter den Studenten hektischer geworden: on und off- Campus Recruitment in der Klausurenphase und die Jagd nach dem "perfekten" Unternehmen für das in drei Monaten beginnende Management Project.

NIMBAS und seine Alumni: Die Kontakte zu Ehemaligen, aber auch zu den part-time Studenten in anderen Locations wie Mainz oder Berlin haben vielen von uns schon einen erfolgreichen Kontakt für das Management Project verschafft. Viele Ehemalige rekrutieren regelmäßig NIMBAS-Studenten für interessante Projekte in ihren Firmen. Ich bin sicher, diese Loyalität - ein Network - entwickelt sich auch in meinem Jahrgang. Schließlich ist es die familiäre Atmosphäre und der Zusammenhalt, der die meisten dazu veranlasst hat, hier zu studieren.

Group Assignments
Einige Reports wie beispielsweise in Finance & Accounting sind für alle Group Assignments. Diesmal geht es um die Bewertung von Zusammenschlüssen und Aquisitionen. Unsere Gruppe hat sich auf den Fall "Scania/Beers" festgelegt und, dem Himmel sei dank, gibt es im Executive MBA-Programm von NIMBAS eine Studentin, die bei Beers den Merger begleitet hat. Betriebsgeheimnisse hat sie uns wohl keine verraten , aber wenigstens haben wir viel Zeit für Recherchen gespart und sind in unserer Vorgehensweise von ihr bestätigt worden.

Nach sechs Monaten intensiver Gruppenarbeit (Nationalitäten in meiner Gruppe: Kenia, China, Niederlande, Deutsch-italienisch und Deutsch-türkisch) in den unterschiedlichsten Fächern, Streßsituationen und Tages- und Nachtzeiten haben wir alle sechs gelernt, mit unseren Macken klar zu kommen. Doch im Moment geht es weniger um unsere individuellen Eigentümlichkeiten, sondern darum, überhaupt zum Arbeiten zusammen zu kommen. Einige von uns haben drei Wochen hintereinander eine 6-Tage-Woche, oder fliegen zu Job-Interviews um die Welt, wieder andere haben durch ihre Fächerkombination noch zwei weitere Reports mit bedrohlich nahen Abgabeterminen zu schreiben.

Im Moment wird tatsächlich die Toleranz und Geduld eines jeden auf die Probe gestellt, denn zu jedem angestrebten Termin gibt es jemanden, der nicht kann! Nun wünschen wir uns doch gerne die Zeiten hitziger Diskussionen um Inhalte, Struktur und Aufgabenteilung zurück, die Zeiten ohne unmittelbaren Ergebnisdruck. Doch eins steht fest, es wird kommen wie immer: erschöpft aber erleichtert, die frischen Ausdrucke unserer Arbeiten am Vorabend des Abgabetermins und das mittlerweile vertraute Pub um die Ecke gehören zusammen, sind als logische Abfolge gewissermaßen zusammengewachsen. Noch das ein oder andere mal.

Ausblick, oder: et kütt wie et kütt
Was bleibt zu tun? Nach mittlerweile sechs Monaten gerade noch ein Trimester oder genauer gesagt drei Monate und das Management Project, bevor es uns in alle Winde verschlägt. Während einige in ihre Heimat zurückkehren, kennen andere noch nicht mal die Himmelsrichtung in der sie ihre Jobs finden werden. Seit Januar ist die Klasse bis auf zwei Pflichtfächer in unterschiedlichste Wahlfächer zersplittert. Zwischendurch halten E-mails und social events wie "Chinese New Year" , "Indian Night" oder das Fitness Center, in das ich einige aus meinem Programm regelmäßig hinzerre, frisch geknüpfte Freundschaften lebendig. Einige Nadeln auf der Weltkarte sind schon heute gesteckt. Norbert in Kenia und Judy in Shanghai. Der Rest: who knows? Ich bin gespannt. Et kütt wie et kütt.

Weichnachten, Bayram und Silvester "very strategic" mit Mintzberg und Porter



Soviel ist sicher: "There Is No One Best Way!". Nach den täglichen Präsentationen der Case Study Ergebnisse schlugen die Wogen hoch. Mit Musterlösungen und Wahrheiten konnte nicht gedient werden.

Entweder man beschreitet den Weg der "Rationalist Approach" oder man folgt der "Process School". Oder doch beides? Es stellte sich heraus, dass die Bearbeitung von Fallstudien eine Mischung aus beiden Ansätzen braucht - und die nötige Erfahrung.

Das erste Trimester war fast geschafft. Die Reports für Marketing und Economics waren "just in time" abgegeben. Vor dem "X-Mas Break" fehlte also nur noch ein letztes Modul: Strategic Management.

Die "intensive" Vorbereitung für diese Vorlesungswoche bestand aus dem Prereading von 553 Seiten. Ich schätze, bei dieser Seitenflut hat so ziemlich jeder geschluckt. Das Fach Strategic Management hatte ich zuvor zwei Semester lang an der Cologne Business School belegt. Diese Basis war wichtig, denn es dauert tatsächlich einige Zeit, bis man routinierter an die Analyse von Case Studies geht. Man fängt an, sich weniger mit den Symptomen aufzuhalten, und schneller die Ursachen zu durchleuchten.

Strategische Konzepte und analytische Werkzeuge wurden ausführlich erläutert, doch das Wort "BUT!!!" fiel ständig. Die Kritikpunkte und Grenzen der Methoden wurden deutlich aufgezeigt. Es ist anstrengend aber notwendig, alle Schritte einer Strategie gleich zu hinterfragen. Dennoch bleiben in der Praxis die meisten strategischen Entscheidungen mit einen Teil Ungewissheit verbunden. Die Herausforderung ist daher, zu erkennen, welcher "Instrumentenmix" zur Analyse der Strategie am besten geeignet ist. Gleichzeitig ergeben sich neue Fragen: Wo wiederum hat die Analyse selbst ihre Grenzen? Welches Risiko bleibt also bestehen und wie gehen wir damit um? Trotzdem, Michael Porter steht noch immer auf meiner persönlichen Autorenliste immer noch ganz oben.

Es ist erstaunlich, wie die Sichtweise für ein Fach sich verändert, wenn man sich intentsiv damit beschäftigt. Finance & Accounting war für mich immer nur ein Pflichtübung: ein "Muss" um strategische Entscheidungen rechtfertigen zu können. Heute ist es ein "Muss" mit großem Interesse.

Mr. Colin Bond, unser Dozent im Fach Strategic Management, hat 20 Jahre Berufserfahrung in High-Tech Unternehmen in den Bereichen R&D, International Marketing und General Management gesammelt. Wie viele andere Dozenten arbeitet auch er europaweit als Unternehmensberater. Der persönliche Rahmen bei NIMBAS ermöglicht es, die Dozenten auch als Berater für die berufliche Pläne hinzuzuziehen. Nach dem Modul hatte ich die Gelegenheit für ein längeres Gespräch mit ihm. Vielleicht kann ich ihn als Tutor für mein Management Projekt gewinnen. Das Projekt findet von Juni bis September statt: in einem Fach unseres Interesses, einem Unternehmen unserer Wahl, irgendwo in der Welt. Eine wissenschaftliche Arbeit mit Praxisbezug. Näheres zu diesem Thema zu einem späteren Zeitpunkt.

Ein kleiner Zeitsprung. Januar 2001. Happy New Year for everyone !

Der X-Mas Break ist vorbei, die Klausurbögen werden verteilt. Stille. Zwei Stunden später: Das Stimmengewirr des Wiedersehens ist entfacht. Geschichten aus aller Welt... Weihnachten in Norwegen, Russland, Kanada... das Langersehnte Wiedersehen mit Mann und Kind in China... Silvestertänze in Afrika und "Bayram" (das Ende des Fastenmonats) auf türkisch in Köln. Alle scheinen Kraft für das nächste Trimester aufgetankt zu haben. Der morgige Tag gehört uns. Spontan verabreden sich einige von uns für einen Museumstag in Amsterdam. Schöne Idee.

Für Fragen stehe ich den Lesern selbstverständlich gerne unter [email protected] zur Verfügung.

Grüße aus Utrecht,
Fikriye Selen

Drei Monate NIMBAS-MBA- ein Rückblick


5. September 2000. Auftakt zum Full-Time MBA in Utrecht. Begrüßungsabend in festlicher Atmosphäre. Die Anspannung stand allen ins Gesicht geschrieben. Gesichter aus 42 Nationen, die mich in ihren Bann gezogen hatten. Für jeden der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Einige hatten ihre Jobs verlassen, andere ihre Familie, Heimat und selbst aussichtsreiche Karrieren unterbrochen, um heute hier zum Studium anzutreten. Aufgeregt war ich und sehr gespannt auf alles, was mich in dem nächsten Jahr erwarten sollte.

Utrecht, gemütlich und mitten im Herzen der Niederlande. Verträumte Grachten, unverschämt gute Restaurants, Kneipen und bestes Shopping lassen nichts zu wünschen übrig. Das Auto kann man bei dem undurchsichtigen Verkehrssystem getrost für lange Zeit parken. Radfahren heißt hier das Thema, die große Leidenschaft der Holländer.

Die Universität zieht jährlich Tausende von ausländischen Studenten aller Fachrichtungen in die beengte Stadt. Geläufige Regeln bei der Wohnungssuche gehen gleich am ersten Tag über Bord. Besichtigungstermine? Die gibt es selten. Man lauscht der Wohnungsbeschreibung am Telefon, akzeptiert diese ungesehen, oder überlässt das Angebot dem Nächsten. Die Nachfrage regelt den Preis. Die Nachfrage ist extrem hoch!

Die erste Woche: Finance & Accounting, Bücher und Unterlagen wurden uns lange im voraus zugeschickt.
Pre-reding! Das heißt schier unbewältigbare Massen von Literatur, die man sich vor Beginn jeder Vorlesung zu Gemüte führt, um den Vorlesungen folgen zu können. Die Prüfung dann bereits am Dienstag darauf.
In festen Arbeitsgruppen von 4-6 Studenten erarbeiteten wir ununterbrochen neue Fallstudien und Problemlösungen. Die Woche, ein Kraftakt. Selbst unsere berufserfahrenen Finance-und Accounting Kommilitonen waren vor der Prüfung sichtlich angeschlagen.

Die Prüfungsbögen gerade abgegeben, fanden wir uns tags darauf im Intercultural Management Seminar mit Mr. Woodhall wieder. Thema: Aufgrund der vielen Nationalitäten sollte eine Sensibilisierung für kulturelle Unterschiede gegeben werden. Wenige Wochen zuvor hatte ich meine Diplomarbeit, "Interkulturelles Management am Beispiel Deutsch-Türkischer Geschäftsbeziehungen" zu Ende gebracht. Kulturvergleichende Theorien von Hofstede, Hall und Trompenaars waren mir noch sehr präsent. Ein wenig Aufatmen, immerhin.

Die nächsten zwei Monate folgten im Blockunterricht (d.h jeden Tag ein Modulblock) Managerial Economics, Human Resources Management, Information Management (Statistics), Marketing Management und Production & Operations Management. Dazwischen immer wieder Seminare und Workshops wie "Report and dissertation writing", "Presentation Skills", "Marketing Yourself" oder Vorträge von Referenten der ING Bank.
Vier Module erforderten ausserhalb der Klausur Reports, zwei davon in Gruppenarbeit. Teamgeist und Sozialkompetenz wurden in vielen kontroversen Diskussionen über Struktur, Inhalt und Vorgehensweise auf die Probe gestellt.

Der Prüfungsmarathon dauerte drei Wochen, doch der workload während der Vorlesungsmonate ließ für ausgiebige Prüfungsvorbereitungen nie genug Zeit. Es folgten Phasen nächtelangen Lernens. Teilweise organisierten wir das Zusammenfassen bestimmter Themengebiete in Arbeitsgruppen. Bei extrem zeitaufwendigen Fächern wie HRM, erwies sich diese Taktik als überlebensnotwendig.
Das schnelle, kleine Aufatmen, zwischen den Tests: ein Cappuchino, eine Runde im Fitnesscenter oder die schwere Wahl zwischen Kultur und Ausschlafen. Sobald die Gehirntemperatur ein wenig gesunken war ging`s zurück an den Schreibtisch. Vorbereitung auf das nächste Modul.

Erleichtert und ausgepowert fielen die meisten nach der letzten Klausur (Statistik!) in unsere Stammkneipe um die Ecke. Eine Woche vorlesungsfrei, Zwei Bücher Pre-reading für Strategic Management, dem letzten Modul im alten Jahr und ein Report in Economics, der immerhin 70% der Note ausmacht.

Zurück in Köln, ich saß gerade über der Aufgabenstellung für meinen Report, Thema: "Arbeitslosigkeit und Inflationsrate", klingelte das Telefon. Meine chinesischen Kommilitonen: "Hi, Fikriye. We are on our way to Cologne. We decided to come earlier. Can you pick us up from the central station? Let`s not think about Nimbas tonight, how about a night out in Cologne?"

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