Ferien Kuriose Fakten über Urlaub

Drei von vier Deutschen werden in den kommenden Wochen verreisen. Aber wussten Sie, dass Urlaub dumm machen kann? Dass die Erholung maximal zwei Wochen hält? Hier zehn Fakten über Urlaub.

Daniel Rettig, wiwo.de | , aktualisiert


Foto: twinmo/Pixelio

1. Die Erholung hält nur zwei Wochen

Schon Kinder wissen, dass Vorfreude die schönste Freude ist – leider gilt das auch für den Urlaub. Jeroen Nawijn von der Erasmus Universität in Rotterdam wertete für eine Untersuchung im vergangenen Jahr die Fragebögen von 1530 Niederländern aus.

Die gute Nachricht: Wer einen Urlaub gebucht hatte, war zwar schon Monate vorher wesentlich glücklicher. Allerdings war der Erholungseffekt schon kurz nach der Rückkehr wieder verpufft. Wer in den Ferien entspannt hatte, konnte das Glücksgefühl zu Hause nur noch etwa zwei Wochen lang aufrecht erhalten.


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2. Erinnerungen sind schöner als die Realität

Es ist immer dasselbe: Vorher freut sich jeder auf den wohlverdienten Urlaub – doch meist vergeht die Zeit viel zu schnell oder man streitet sich auf der Fahrt mit dem Partner. Typisch. Leigh Thompson von der Kellogg School of Management befragte in einer Studie im Jahr 1997 verschiedene Amerikaner. Die einen waren nach Europa gereist, die anderen drei Wochen lang durch Kalifornien geradelt, wieder andere waren über Thanksgiving ein paar Tage weggefahren.

Verblüffend: Vor der Reise waren alle voller Vorfreude – aber während der Reise waren sie am unzufriedensten. Die einen waren enttäuscht, die anderen genervt von den Aktivitäten, wieder andere störte der Druck, sich unbedingt amüsieren zu müssen. Mehr noch: Hinterher waren alle traurig, dass sie den Urlaub kaum hatten genießen können.


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3. Im Urlaub steigt die Spendierlaune

Im Urlaub zeigen sich die meisten Menschen spendabler als im schnöden Alltag. Glaubt man einer Studie des Ökonomen Klaus Wertenbroch von der Insead Business School, liegt das vor allem an den fremden Geldscheinen. Wertenbroch testete die Zahlungsbereitschaft von Personen in Hongkong, den USA und Deutschland.

Fazit: Reisende lassen sich von den auf den Geldscheinen stehenden Zahlen beeinflussen. Je größer deren Summe, desto spendabler sind wir – weil wir die Dimension für die Preise aus den Augen verlieren.


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4. Ferien verlängern das Leben

Die so genannte Framingham-Herz-Studie untersuchte ab 1948 die Einwohner des US-Städtchens Framingham auf Herzkrankheiten. Neun Jahre lang begleiteten die Wissenschaftler knapp 12.000 Männer zwischen 35 und 57. Die Teilnehmer machten auch Angaben darüber, wie häufig sie in Urlaub fuhren.

Und siehe da: Ferien verlängern offenbar das Leben. Das zumindest resümierten Brooks Gump und Karen Matthews von der staatlichen Universität von New York in Oswego im Jahr 2000. Männer, die jedes Jahr verreisten, reduzierten das Risiko einer tödlichen Herzkrankheit um fast 30 Prozent.


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5. Entspannung braucht Zeit

Keine Frage, ein Tag Urlaub ist besser als keiner. Aber: Wissenschaftler um Peter Totterdell von der Universität von Sheffield fanden bereits in einer Studie im Jahr 1995 heraus, dass der Grad der Erholung proportional zur Länge der Ferien steigt. 61 Krankenschwestern sollten einen Monat lang ihr Wohlbefinden und ihren Schlaf penibel aufschreiben. Außerdem absolvierten sie verschiedene Gedächtnistests.

Ergebnis: Je länger sie am Stück frei gehabt hatten, desto mehr Punkte erreichten sie in den Tests – und desto besser war auch ihre Laune.


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6. Ferien machen dumm

Harris Cooper von der Universität von Missouri in Columbia analysierte in einer Metastudie 1996 insgesamt 39 wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkung von Sommerferien auf Schüler. Dabei zeigte sich: Sowohl die mathematische Fähigkeiten als auch die Rechtschreibkompetenzen litten unter der langen Pause. Schon nach vier Wochen Auszeit im Sommer waren die Schüler wieder auf dem geistigen Niveau des Frühjahrs angelangt.

Mehr noch: Der negative Effekt wurde von Jahrgang zu Jahrgang größer – je älter die Schüler, desto stärker der Rückfall. Tipp: Am besten, Sie lesen am Strand auch ab und zu ein gutes Buch.


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7. Hitze steigert Rachegelüste

Man kann sich irgendwie denken, dass das Aggressionspotential mit steigenden Temperaturen in die Höhe schießt. Davor sind noch nicht mal Profisportler gefeit, wie Richard Larrick von der Fuqua School of Business in einer Studie zeigen konnte. Er analysierte 57.000 Spiele der US-Baseballliga MLB von 1952 bis 2009. Larrick zählte die so genannten Beanballs – Situationen also, in denen der Werfer den Baseball absichtlich auf den Kopf des gegnerischen Spielers zielt. Meist geschieht dies aus Rache oder purer Wut.

Und siehe da: Lagen die Außentemperaturen bei etwa 10 Grad, lag die Wahrscheinlichkeit eines Beanballs bei 22 Prozent. Zeigte das Thermometer 30 Grad und mehr, stieg diese Zahl auf immerhin 27 Prozent. "Hitze führt nicht per se zu mehr Aggression", sagt Larrick, "aber es steigert die Rachegelüste".


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8. Urlaub fördert Krankheiten

Adrian Vingerhoets, Psychologe der niederländischen Universität Tilburg, befragte vor einigen Jahren 1128 Männer und 765 Frauen. Drei Prozent der Befragten gaben an, im Urlaub regelmäßig Kopfschmerzen zu haben, grippale Infekte oder sogar Depressionen zu bekommen. Vingerhoets nennt dieses Phänomen „Leisure sickness“ (Freizeitkrankheit).

Mögliche Ursache: Das Immunsystem fährt in den Ferien herunter – und dadurch werden Urlauber anfällig für Krankheiten.


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9. Männer und Frauen erkranken unterschiedlich

Nichts ist ärgerlicher, als im Urlaub krank zu werden. Allerdings weisen Männer und Frauen dabei unterschiedliche Symptome auf. Das zumindest geht aus einer Studie der Universität Zürich hervor. Die Wissenschaftler werteten zwischen 1997 und 2007 die Daten von rund 60.000 Patienten aus, die eine von weltweit 44 Kliniken für Reisekrankheiten aufgesucht hatten.

Fazit: Männer litten eher unter Malaria und anderen Fiebererkrankungen, Frauen plagten sich mit Durchfall und Infektionen der Atemwege.


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10. Zu viel Kultur kann schädlich sein

Haben Sie keine Lust, Ihren Partner im Urlaub in Museen zu begleiten? Dann warnen Sie ihn einfach vor dem "Stendhal-Syndrom". Dahinter verbirgt sich eine Entdeckung der italienischen Ärztin Graziella Magherini. Als Leiterin der psychologischen Abteilung eines Krankenhauses in Florenz bemerkte sie im Jahr 1979, dass auffallend viele ausländische Touristen erkrankten.

Magherini führte das auf die Fülle von Kunstwerken in der Stadt und den damit verbundenen Eindrücken zurück. Der Name des Syndroms geht zurück auf die Reiseberichte des gleichnamigen französischen Schriftstellers.

Na dann: Schönen Urlaub!


Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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