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Fachkräftemangel: Der Wirtschaft fehlen mehr als 70.000 Kräfte

Fachkräftemangel Der Wirtschaft fehlen mehr als 70.000 Kräfte

Der Verband Wirtschaftsjunioren Deutschland hat junge Führungskräfte befragt, wie kritisch sie den Fachkräftemangel bewerten. Das Ergebnis: Schon jetzt fehlen den Befragten 12.000 Azubis und 60.000 ausgebildete Experten.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Der Wirtschaft fehlen mehr als 70.000 Kräfte

Foto: bluedesign/Fotolia.com

Der Fachkräftemangel wird immer mehr zum Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Verbandes Wirtschaftsjunioren Deutschland. Demzufolge sind im Jahr 2014 bei 1,7 Prozent der Unternehmen Stellen unbesetzt geblieben. In konkreten Zahlen heißt das: Den Befragten fehlen 60.000 Fachkräfte und 12.000 Lehrlinge. Grundlage der Studie ist eine Umfrage, an der rund 2.000 junge Unternehmer und Führungskräfte teilgenommen haben.

Der Schlüssel im Kampf gegen den Fachkräftemangel liegt aus Sicht der jungen Wirtschaft bei der Bildung. "Im Bildungsbereich müssen wir dringend mehr investieren", sagt Daniel Senf, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland. "Das fängt schon bei der frühkindlichen Bildung an. Gerade bei Kindern, in Kitas und Vorschulen, müssen wir ansetzen, so dass alle – auch diejenigen mit schwereren Startvoraussetzungen – eine faire Chance bekommen. Das hilft auch bei der Integration von Menschen mit internationalem Hintergrund." Wachsendes Potential, den Fachkräftebedarf zu decken, sehen 41 Prozent der Wirtschaftsjunioren vor allem bei Migranten. "Wir müssen uns um eine Willkommenskultur bemühen", fordert Jungunternehmer Senf. "Dafür muss die Politik Strukturen schaffen."

Große Hürden bei der Fachkräftesuche sehen 72 Prozent der Wirtschaftsjunioren bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "88 Prozent unserer Mitglieder beklagen, dass die Betreuungsplätze in ihrer Region nicht ausreichen oder Betreuungszeiten zu kurz sind", erklärt Daniel Senf. "Das sind katastrophale Zustände, wenn man bedenkt, dass wir versuchen, gerade Frauen bessere Karrieremöglichkeiten zu bieten.".

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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