Ernährungstipps für Berufstätige Genussvoll essen, gesund bleiben

Currywurst und Schnitzel sind die beliebtesten Kantinenessen. Doch die typischen Mittagesser werden weniger. Was Berufstätige bei Ernährung im Job beachten sollten.

Olga Gala, zeit.de | , aktualisiert

Genussvoll essen, gesund bleiben

Ernährung im Job: Auf die richtige Balance kommt es an. Wer mittags öfter mal zum Salat greift, kann auch ab und an mal sündigen.

Foto: Photographee.eu/Fotolia.com

Eine deftige Currywurst zum Mittagessen oder doch lieber einen Salat? Bei Daimler greifen die Mitarbeiter am liebsten zur Wurst. Auch Schnitzel und andere deftige Speisen sind beliebt. Jochen Moosmann, Leiter der Gastronomie bei Daimler, setzt sich zwar für ein ausgewogenes Angebot ein, sagt aber: "Essen hat auch etwas mit Genuss und Lust zu tun und nicht nur mit dem Thema Gesundheit."

Ernährungssünden ausgleichen

Auch Anke Tempelmann, Ernährungsexpertin bei der AOK, sieht die Entscheidung für ein fettiges Gericht unproblematisch – solange es einen Ausgleich zu der schweren Kost gibt: "Wenn Sie mal zum Burger mit Pommes greifen, brauchen Sie kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie am nächsten Tag beispielsweise einen Salat essen."

Generell ist es laut der Ernährungsexpertin sinnvoll, möglichst ein Mal pro Woche Fisch, ein vegetarisches Gericht und maximal zwei bis drei Mal die Woche Fleisch zu essen.

Vollwertige Ernährung

Dies entspricht den Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Der Verein empfiehlt den Unternehmen, jeden Tag ein vegetarisches Menü anzubieten. Doch nicht jede Kantine erfüllt diesen Anspruch. Natürlich sei es möglich, das Fleisch auch einfach wegzulassen und nur die Beilagen zu essen, sagt Tempelmann. Eine vollwertige Ernährung sei dies allerdings nicht. Man sollte darauf achten, den restlichen Tag über genügend Eiweiß aufzunehmen. "Das geht gut mit Milchprodukten, Eiern, Getreide und Hülsenfrüchten", sagt die Ernährungsexpertin.

In den Daimler-Kantinen gibt es neben einem täglichen vegetarischen Hauptgericht eine Salatbar, verschiedene Beilagen und außerdem eine Auswahl an Suppen. "Ziel ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu ermöglichen, ihr Essen individuell zusammenzustellen", sagt der Kantinenchef. Seinen Kollegen möchte Moosmann nicht vorschreiben, was sie essen sollen. Wichtig sei nur, jedem etwas anbieten zu können. Vegetarier müssten genauso satt werden wie Fleischesser.

Täglich essen in der Daimler-Betriebsgastronomie, zu der auch Verkaufsshops auf dem Werkgelände gehören, rund 80 Prozent der Beschäftigten. "Allerdings gibt es immer weniger sogenannte klassische Mittagesser", sagt Moosmann.

Besonderheiten der Nachtverpflegung

So versorgten sich viele Kollegen in den Shops auf dem Werkgelände. Dort kauften sie vor allem Getränke und Backwaren, seltener Obst. "Vor allem die Kolleginnen und Kollegen in der Nachtschicht, wenn die Kantine geschlossen hat, kaufen ihr Essen in den Shops," sagt der Leiter des Gastronomieservice.

Besondere Ernährungsempfehlungen für Schicht- und Nachtarbeiter gebe es nicht, sagt Tempelmann. Dafür seien die Bedürfnisse der einzelnen Menschen und die Arten der Schichtarbeit einfach zu unterschiedlich. Die Nachtverpflegung sollte aber leicht bekömmlich sein, sagt die Ernährungsexpertin, da der gesamte Verdauungstrakt sich nachts im Ruhestand befindet und nicht darauf vorbereitet ist, größere Mengen schwer verdaulicher Nahrung, also beispielsweise fettige Speisen, zu verarbeiten.

Auch Kaffee zählt als Flüssigkeit

Und was ist mit der Jahreszeit? Wenn es sehr heiß sei, empfehlen Ernährungsexperten wie Tempelmann eher leichte Kost. "Gerichte wie Gemüsepfannen, Salate oder auch eine kalte Suppe können sehr erfrischend sein." Wer bei heißen Temperaturen zu Fleisch greift, sollte lieber fettarmes Hähnchenfleisch als Schwein essen. Und natürlich viel trinken. Wer kein Wasser mag, könne auf Schorlen ausweichen.Und auch ein Kaffee zähle.

Generell gilt – fettreiche Speise belasten das Herz-Kreislaufsystem und können die Konzentrationsfähigkeit senken. Deshalb seien sie für den Berufsalltag eher weniger geeignet, sagt Tempelmann. Eine klare Unterteilung nach gesunden und ungesunden Speisen gebe es allerdings nicht. Der Mix aus unterschiedlichen Lebensmitteln mache den Unterschied.

Wer dauerhaft sehr fett- und kohlenhydratenreich isst und nicht genügend der essenziellen Nährstoffe aufnimmt, riskiere allerdings Übergewicht und eine Mangelernährung. Denn Vitamin- und Mineralstoffmangel wirkt sich auf den Stoffwechsel aus. Es kann dann zu Müdigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen und einem allgemeinen Unwohlsein kommen.

Ernährung der Mitarbeiter positiv beeinflussen 

Wer als Chef zur gesunden Ernährung seiner Mitarbeiter beitragen möchte, kann vor allem während der warmen Jahreszeit ausreichend Getränke anbieten. Auch ein Obstkorb im Büro könnte die Mitarbeiter motivieren, zwischendurch einen Apfel zu essen statt eines Schokoriegels. Am besten wäre es, den Apfel geschnitten zu servieren. "Aus Erfahrung wissen wir, ein Obstkorb allein hilft nicht immer. Es ist sinnvoll, das Ganze in Häppchen mundgerecht anzubieten", sagt Tempelmann.

Entscheidend ist allerdings nicht nur, was in der Kantine angeboten werde, sondern auch die Atmosphäre. Je angenehmer diese sei, desto weniger Mitarbeiter würden auswärts essen, sagt Ernährungsexpertin Tempelmann: "Die Raumgestaltung trägt zum Wohlbefinden bei und sollte nicht vernachlässigt werden." Für den Nachtisch eignen sich Milchprodukte oder Fruchtdesserts, empfiehlt die Ernährungsexpertin. Aber auch hier gilt abzuwägen: Wer Salat gegessen hat, kann danach auch zum Törtchen greifen.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de

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