Do you speak english Hamburger haben die Nase vorn

Englischkenntnisse – obligatorische Voraussetzung für unzählige Jobs. Ein Vergleich von mehr als 900.000 Erwachsenen zeigt: Die Deutschen sind gar nicht mal so schlecht. Weltweit kommen sie mit ihren Fremdsprachenkünsten auf Platz elf. Es gibt allerdings regionale Unterschiede.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Hamburger haben die Nase vorn

Foto: underverse / fotolia.com

Zum fünften Mal hat der internationale Bildungsanbieter EF Education Menschen aus aller Welt auf den Mund geschaut: Für den aktuellen EF English Proficiency Index (EF EPI) wurden die Englischkenntnisse von 910.000 Erwachsenen in 70 Ländern miteinander verglichen. Für die Studie wurden die Daten von zwei verschiedenen Englischtests ausgewertet, die beide Aufgaben zu Grammatik, Wortschatz, Aussprache und Hörverständnis enthielten.

Deutschland rutschte leicht ab und nimmt diesmal Rang elf ein, im Vorjahr reichte es noch für Platz zehn. In Europa liegt Deutschland damit aber immer noch im oberen Mittelfeld und weltweit an zweiter Stelle unter den Ländern mit "guten Kenntnissen". In den europäischen Nachbarländern wie der Schweiz (Rang 19), Spanien (Rang 23), Italien (Rang 28) und Frankreich (Rang 37) wird deutlich schlechter Englisch gesprochen.

Besser sind die Englischkenntnisse allerdings in Ländern wie Estland, Slowenien, Polen und Österreich. Am besten von allen Nicht-Muttersprachlern weltweit sprechen die Schweden Englisch, zeigt das Ergebnis des EF EPI. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Niederländer und Dänen.

Regionale Unterschiede

"Erwachsene Deutsche sprechen gut Englisch, allerdings sind die Unterschiede unter den Bundesländern enorm", sagt Niklas Kukat, Geschäftsführer von EF in Deutschland. Wirft man einen Blick auf die Bundesländer, führen die Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Auf den weiteren Plätzen folgen Niedersachsen (3), Baden-Württemberg (4) und Bayern (5).

Die neuen Bundesländer bilden wie auch in den vorangegangenen Tests noch immer das Schlusslicht. Auch zwischen den deutschen Metropolen gibt es Unterschiede: Der Vorjahres-Spitzenreiter Frankfurt stürzte auf Platz fünf ab, neue Nr. 1 ist Hamburg. Bremen und Köln belegen die Plätze zwei und drei, Schlusslicht ist Berlin.

Zudem zeige der Vergleich nach Altersklassen, dass junge Österreicher zwischen 18 und 20 Jahren deutlich bessere Ergebnisse erzielten als gleichaltrige Deutsche. "Die Defizite beim Englisch lassen sich nicht mehr nur mir den DDR-Bürgern erklären, die kein Englisch als Schulfach hatten", so Kukat. "Vor allem Jugendliche müssen noch mehr beim Englischlernen gefördert werden."

Davon hängt das Sprachniveau ab

Trotz der jährlich abweichenden Ergebnisse der einzelnen Länder zeigt die Studie einen deutlichen und konstanten Zusammenhang zwischen den Englischkenntnissen der Bevölkerung eines Landes und dem Pro-Kopf-Einkommen. Auch der Lebensstandard der Bevölkerung, die Verfügbarkeit des Internets und die Bildungsausgaben spiegeln sich im Englisch-Sprachniveau der einzelnen Länder wider.

Außerdem scheinen Frauen ein besseres Sprachgefühl zu haben als Männer: Auch die diesjährigen Ergebnisse zeigen, dass Frauen in beinahe allen Ländern weltweit besser Englisch sprechen als Männer. Am deutlichsten sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Osteuropa und im Nahen Osten. Nur in Ländern mit sehr guten Ergebnissen wie Schweden macht sich kein Unterschied zwischen den Geschlechtern bemerkbar.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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