Diversity Der Generationenkonflikt im Büro

Vielfalt ist gut und nützt Unternehmen. Allerdings gibt es Probleme zwischen jungen und älteren Kollegen: Es hapert bei der Kommunikation – die Zusammenarbeit leidet.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert


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Schwierig: Gegenseitig Toleranz üben

Zahlreiche Studien zeigen: Unterschiedliche Mitarbeiter, verschiedene Religionen, Hautfarben, Altersgruppen und Geschlechter machen Betriebe produktiver. Die Leute lernen voneinander und motivieren sich. Eine Umfrage unter 2.400 Personal- und Finanzmanagern in der Schweiz, Österreich und Deutschland zeigt aber auch: Sind drei Generationen in einem Team, gibt es Schwierigkeiten.

Die amerikanischen Personaldienstleister von Robert Half resümierten nach der Umfrage, dass nicht nur die Bedürfnisse der Arbeitnehmer altersbedingt unterschiedlich sind, sondern auch ihre Arbeitsmoral. Treffen die verschiedenen Ansichten aufeinander, kann es schon mal krachen.

Unterschiedliche Arbeits- und Denkweisen erfordern eine ganze Menge Gelassenheit unter den Mitarbeitern. "Gegenseitige Toleranz sowie das miteinander Sprechen am Arbeitsplatz sind sehr wichtig", sagt Sven Hennige von Robert Half International.

Wichtig: Wissen, was Menschen treibt

Doch gerade bei der Kommunikation hapert es.

• Die Generation Y – geboren zwischen 1979 und 1999 und als sehr Ichbezogen sowie technikaffin beschrieben – versteht die Babyboomer nicht.
• Diese Kollegen sind zwischen 1946 und 1964 geboren und freuen sich – laut Robert Half – eher über Entschleunigung als über Arbeit von Zuhause aus und das Dienst-Smartphone.
• Dazwischen steht noch die zwischen 1965 und 1978 geborene ehrgeizige Generation X – fertig ist die mitunter explosive Mischung der Angestellten.


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Die größte Herausforderung bei der Zusammenarbeit dieser drei Generationen sehen 36 Prozent der Befragten in der unterschiedlichen Arbeitsmoral und der Einstellung zur Work-Life-Balance.

18 Prozent dagegen monieren, dass die drei Generationen Kommunikationsschwierigkeiten haben. "Wir sprechen nicht die gleiche Sprache", sagten die Umfrageteilnehmer. Konfliktpunkte wie unterschiedliches Technologieverständnis und unterschiedliche Standpunkte, die eine Entscheidungsfindung erschweren, machen für 18 beziehungsweise 17 Prozent die Arbeit schwierig.

Die verschiedenen Erfahrungen der Mitarbeiter finden dagegen nur sechs Prozent der Manager störend.

Aufschlussreich: Verschiedene Sprachen

Insbesondere Babyboomer in der Schweiz und Österreich sowie die deutsche Generation X stören sich an der Arbeitseinstellung der nicht-gleichaltrigen Kollegen. Was die Kommunikation angehe, hätten es vor allem die jungen Berufseinsteiger nicht leicht. Sie verstünden die Sprache der altgedienten Kollegen nicht oder nur sehr schwer.

Jedoch steht eine bessere Kommunikation bei den Jungen nicht ganz oben auf der Wunschliste: Die Ypsiloner brauchen – so das Ergebnis der Studie – eine angenehme Arbeitsumgebung und nette Kollegen zum Glücklichsein.


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Den älteren Kollegen sind dagegen ein sicherer Arbeitsplatz und ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit am wichtigsten.

"Jede Generation ist anders gestrickt und hat eigene Bedürfnisse und Ziele – darauf müssen sich Arbeitgeber einstellen", sagt Hennige. Tun sie es nicht, behindern sich die Teams gegenseitig.

Für ein besseres Miteinander – und somit für gesteigerte Produktivität – empfiehlt er Vorgesetzten, das Verständnis im Team durch gemeinsame Unternehmungen zu stärken. So könnten sich die unterschiedlichen Kollegen besser kennen und verstehen lernen.

Erfolgreich: Eigenheiten nutzen

Außerdem gelte es, die jeweiligen Eigenheiten der Generationen zu nutzen: "Etwa die Technologieaffinität der Ypsiloner, den Ehrgeiz der Generation X oder die Gelassenheit der Babyboomer", sagt Hennige. "Im Gespräch können gemeinsam mit den Mitarbeitern Systeme entwickelt werden, die den jeweiligen Wünschen entgegenkommen." 

So könne aus der Vielfalt der Angestellten ein Gewinn für das Unternehmen und die Mitarbeiter gezogen werden. Denn das breite Wissen der Drei-Generationen-Teams garantiert den Unternehmenserfolg. Das sehen auch die befragten Manager so. Deshalb müssen Unternehmer – sei es nun durch Gespräche, Seminare oder den gemeinsamen Besuch im Klettergarten – Alt und Jung zusammenbringen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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