Die richtige Bewerbung Machen Sie auf sich aufmerksam!

Mit exzellenten Noten, einem Auslandsstudium und Joberfahrung glänzen viele Bewerber. Ihre Persönlichkeit hingegen setzen nur wenige Kandidaten ein. Durch ein kurzes Videoporträt machen Sie Firmen auf sich aufmerksam. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Regeln.

Gerhard Winkler | , aktualisiert

Bislang war der Film als Medium in der Bewerbung zu teuer, technisch zu anspruchsvoll und kaum an den Personaler zu bringen. Das hat sich geändert. In Notebooks sind inzwischen Webcams integriert, wir haben uns an Internet-Filme gewöhnt. Die Zeit ist reif für den nächsten Schritt in der beruflichen Selbstpräsentation: das Bewerber-Video. Warum dürfen eigentlich nur Vertriebs-, Vermarktungs- und Kommunikationsprofis gewinnend in Richtung Linse lächeln? Auch ein angehender Debitoren-Buchhalter kann vor der Kamera Präsenz zeigen. Und das sollte er tun, wenn er weiß, dass ihm schon in manch heikler Situation sein ehrliches Gesicht und sein angenehmes Äußeres gerettet hat. Egal, wie man sich bewirbt: Rekrutierer reagieren entsetzt, peinlich berührt, ablehnend, mit professionellem Interesse, enthusiastisch oder eben gar nicht. Was immer sie öffnen, ob Briefumschlag, Mail, Datenbankfenster oder Video - der nächste Schritt hängt davon ab, was dem Rekrutierer ins Blickfeld rutscht.

Die Pioniere erzielen gewiss Aufmerksamkeit, doch ein Video allein ist kein Einstellungsgrund. Das Interesse des Personalers springt bei echten Leistungsdaten an. Tragen Sie im Anschreiben vor, was Sie für den Job qualifiziert. Nennen Sie im Lebenslauf, was Sie bisher gemacht haben. Und werben Sie im Video mit Ihrer Persönlichkeit. Dazu braucht es keine lange Rede, darum haben Sie noch ein paar Sekunden, um den Personaler freundlich zur Kontaktaufnahme aufzufordern. Ein Rekrutierer unter Zeitdruck überfliegt zuerst den Lebenslauf oder das Anschreiben. Liegt der Bewerbung zusätzlich ein gut gemachter Miniclip bei, bekommt er Lust, sich eingehender mit dem Kandidaten zu beschäftigen. Das Video wirkt dann als Türöffner.

Gerhard Winkler ist Bewerbungsberater und Buchautor. Auf seiner Webseite schreibt er über Bewerbungsstress und Selbstvermarktung.www.jova-nova.com

Bewerbervideo für Einsteiger

Ihr Ziel ist der selbstproduzierte 100-Sekunden-Miniclip. Er sollte nicht zu groß für einen Mailanhang oder zum Herunterladen sein. Genauso aussagefähig kann übrigens auch die Video-Aufnahme eines Vortrags, einer Podiumsdiskussion oder einer Präsentation sein, die schon im Web steht. Das ist Ihr Skript: 1. Namentliche Vorstellung plus auf einen Satz zugespitzte Zusammenfassung der besonderen Jobeignung. 2. Schwerpunkte, Studienfächer, Name der Einrichtung. 3. Hauptleistungen und prägende Erfolge. 4. Praktische Erfahrung: Praktika, Jobs, Projekte - seien Sie konkret. 5. Nennen Sie Referenzpersonen, Engagement, biographische Besonderheiten. 6. Nennen Sie Ihr nächstes Karriereziel. Begründen Sie, warum Sie es schaffen. 7. Machen Sie ein Gesprächsangebot. 8. Tragen Sie dasselbe Outfit wie beim Vorstellungsgespräch. 9. Wählen Sie den neutralen Hintergrund des Bewerberfotos und beschränken Sie sich auf Gesicht und Schultern. 10. Nutzen Sie Stativ und externes Mikro. Gleichen Sie die Weißtöne ab, sorgen Sie für viel Licht, leuchten Sie schattenfrei aus. Die Linse ist frontal in Augenhöhe. Vermeiden Sie Fremdgeräusche. Drehen Sie notfalls nachts.

Was Personaler nervt

"Wir bekommen seit drei Jahren Videos zugeschickt. Diese Bewerbungsform ist immer noch die Ausnahme, macht aber neugierig. Eine Bewerbung mit DVD legt mir meine Assistentin ganz oben auf den Stapel. Kandidaten sollten aber keine Erwartungen wecken, die sie später nicht erfüllen können. Zwar brauchen wir keine Studioqualität mit professionellem Make-up - ein 3000-Euro-Video ist nicht angemessen. Trotzdem wollen wir keine Bewerbungen von der Stange. Ein Kandidat, der sich nicht die Mühe macht, sein Video auf unser Unternehmen zuzuschneiden, wird es schwer haben, eingeladen zu werden. Wenn Bewerber ihre Filme ins Netz stellen und uns den Link senden, müssen sie darauf achten, dass ihre E-Mail nicht als Spam aussortiert wird. Grundsätzlich klicke ich auf alle Links, die seriös klingen. Einen Film auf Youtube sehe ich mir nicht an - das ist zu öffentlich und passt nicht zum Stil einer guten Bewerbung. Ich schaue mir eigentlich jede Videobewerbung an, aber nur, wenn ich sie leicht herunterladen und öffnen kann."

Horst Maiwald, Vice President International Human Recources Media- Saturn-Holding Mitarbeiter: 50000 weltweit, davon 21000 in Deutschland Bewerbungen*: 45000 Interviews*: 20000 Einstellungen*: 6000 *Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2007 in Deutschland.

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