Die richtige Bewerbung Das professionelle Foto für den Lebenslauf

Mit dem Bewerbungsfoto wollen Sie den Personaler davon überzeugen, dass Sie genau die richtige Person für den anvisierten Job sind. Deshalb haben Privatbilder in der Bewerbung nichts zu suchen. Wer sich bewirbt, braucht Fotos vom Profi.

G. Winkler, K. Puelacher | , aktualisiert

Setzen Sie ein Privatfoto ein, wenn Sie sich im privaten Umfeld bewegen. Verwenden Sie eine professionelle Aufnahme, wenn Sie beruflich handeln. Das Bewerbungsfoto ist Ihr Vermarktungsinstrument, und die besten Ergebnisse erreichen Sie nur im Fotostudio. Engagieren Sie einen Fotografen also nicht für Drei-Minuten-Schnellschüsse. Er produziert schließlich das offizielle Porträt zu Ihrer Karriere.

Darauf müssen Kandidaten achten:

Ausschnitt: Schneiden Sie den Kopf am oberen Bildrand an oder schneiden Sie direkt oberhalb des Kopfes ab. Das Foto endet unterhalb des Krawattenknotens beziehungsweise des Kragensaums oder der Perlenkette.

Kleidung: Tragen Sie ein Business-Jackett oder einen Blazer in Grau, Schwarz, Marine, Beige oder Braun sowie ein Business-Shirt. Männer wählen eine nicht zu modische Krawatte, Frauen unauffälligen Schmuck. Dazu passt eine unkomplizierte Frisur.

Ausdruck: Schauen Sie den Betrachter direkt an. Machen Sie große Augen: Reißen Sie sie etwas auf, die weiße Fläche um die Pupille vergrößert die Augen. Lassen Sie Ihre Augen funkeln, der Fotograf kann Glanzlichter setzen. Lächeln Sie freundlich mit leicht geöffnetem Mund. Zeigen Sie etwas Biss. Strahlen Sie den Betrachter erwartungsvoll-freudig an.

Komposition: Der Hintergrund sollte nicht zu dunkel und unruhig sein. Nehmen Sie die Hände ganz aus dem Bild. Verdrehen Sie den Körper nicht. Eine (zu) schräge Kopfhaltung ist ein Signal der Unterwürfigkeit.

Was Personaler nervt:

"Es ist inzwischen fast normal, dass Kreative ihren Bewerbungen kein Foto von sich beilegen. Dabei bietet ein Bild eine gute Möglichkeit, sich selbst darzustellen. Ein nettes Foto vermittelt einen sympathischen Eindruck, das ist doch ein Pluspunkt. Die Bewerber sagen damit: Ja, das bin ich! Ein absolutes No-Go sind Ganzkörperaufnahmen. Aber von denen bekomme ich glücklicherweise nur wenige. Was ich allerdings erhalte, sind Porträtfotos, die Bewerber auf Partys oder in Bars zeigen. Eine Kandidatin hat mir auch mal ein Foto von sich im Bikini geschickt. Das war zwar ein schönes Bild, hat bei einer Bewerbung aber nichts zu suchen. Bei solchen Fotos muss ich manchmal schmunzeln. Ich wundere mich aber auch darüber, was die Bewerber damit bezwecken wollen. Wahrscheinlich denken sie, dass man in der Werbebranche auch ruhig mal ein lockeres Foto mitschicken kann. Ich erwarte aber Porträtaufnahmen, die ein Fotograf gemacht hat. Alles andere ist unprofessionell und empfiehlt die Kandidaten nicht gerade. Trotzdem lade ich sie zu einem Gespräch ein, wenn sie qualifiziert sind."

Katrin Puelacher ist Head of Recruitment bei Scholz & Friends. Mitarbeiter europaweit: 1 000; Deutschland: 700; Bewerbungen pro Jahr (Deutschland): 4 000; Interviews: 1 500-2 000; Neueinstellungen pro Jahr (Deutschland): bis zu 250

Der Bewerbungs-Coach rät:

1. Solange Porträts akzeptiert werden - seit Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes verzichten Arbeitgeber zunehmend darauf -, legen Sie eines vor, auf dem Sie berufstätig und freundlich aussehen. Ein Foto reicht.
2. Ein Schnappschuss hilft Ihnen nicht weiter. Wählen Sie ein ausbalanciertes, gut ausgeleuchtetes PR-Foto. Beim Profi kostet das zwischen 40 und 200 Euro.
3. Ihr Fotograf nimmt digital auf, liefert für die Online-Bewerbung optimierte Dateien, ist mit der Veröffentlichung im Netz einverstanden und druckt in Atelier-Qualität aus.
4. Ihr Gesicht strahlt erwartungsvoll. Das mag nicht authentisch sein, doch auch ein vorgeschobenes Lächeln wirkt besser als eine vorgeschobene Unterlippe. Übernehmen Sie den Gesichtsausdruck einer Person, mit der das Unternehmen für sich wirbt.
5. Ein offener, zugewandter Blick zeigt, dass Sie sich den Personen öffnen, die Ihre Bewerbung lesen. Freuen Sie sich sichtlich auf die Begegnung, dann freut man sich auf Sie.

Gerhard Winkler ist Bewerbungsberater und Buchautor.  www.jova-nova.com

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