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Der Napoleon der ARD

Der neue ARD-Vorsitzende Fritz Raff hat eine abwechslungsreiche Karriere hinter sich: Er war Chefredakteur, Oberbürgermeister und Rundfunkintendant. Nun übernimmt der 56-jährige den ARD-Chefsessel von Thomas Gruber. Raff zeigt sich kritisch ? und spricht offen Missstände an.

Den neuen Stil in der ARD unter Raff bekam bereits Moderator Günther Jauch zu spüren, der die Nachfolge der sonntäglichen Talkshow von Sabine Christiansen übernehmen wollte. Die plötzliche Absage des RTL-Millionärs lässt Raff weitgehend kalt. ?Ohne Jauch geht die ARD-Welt nicht unter?, heißt die neue Losung. Dabei konnte sich das Erste bisher noch nicht einmal auf einen Nachfolger einigen. Doch Entscheidungen dauern im Kreis der ?Gremlins? (Jauch) eben länger.

Der neue Job ist für Raff und seinen kleinen Sender eine Herausforderung. Selbst in den eigenen Reihen fragten sich viele: Kann die nach Radio Bremen kleinste ARD-Tochter überhaupt die vielfältigen Anforderung eines ARD-Vorsitzes erfüllen? Diese Frage lässt der selbstbewusste Rundfunkmanager nicht gelten: ?Bei Luxemburg stellt doch auch niemand die Frage, ob so ein kleines Land den Ratsvorsitz in der großen Europäischen Union übernehmen kann.?

Selbstbewusstsein brauchen Raff und seine Minianstalt seit Jahren, um in der ARD Gehör zu finden. Inmitten der Granden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie Fritz Pleitgen (WDR), Jobst Plog (NDR) oder Peter Voß (SWR) ist er nur ein kleines Licht. Doch der red- und leutselige Ludwigsburger hat sich Respekt verschafft.

Innerhalb der ARD sitzen die Saarländer am Katzentisch. Denn ohne die Zuschüsse der großen Geschwister wäre die Anstalt am Rande der Republik nicht überlebensfähig. Als Raff vor elf Jahren den Chefsessel auf dem Halberg übernahm, hatte er viel Sanierungsarbeit zu leisten. Schließlich subventionierte die ARD damals den Minisender mit rund 50 Millionen Euro jährlich. Raff hat Personal eingespart, Administrationen vereinfacht und zusammengelegt. 250 Stellen sparte er dabei ein, die Anstalt zählt heute noch knapp 600 Mitarbeiter. In diesem Jahr vereinigt sich das saarländischen Sinfonieorchester mit dem Rundfunkorchester des benachbarten SWR in Kaiserslautern. ?Dadurch wird jede Anstalt rund ein Drittel der bisherigen Orchesterkosten einsparen. Was Kooperationen angeht, können sich die Länder einige Beispiele bei der ARD abschauen?, sagt Raff.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Strikte Linie ? Die Selbstständigkeit der Sender bleibt unantastbar

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