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Das ?Hexle? räumt bei Daimler das Feld

Ihre Karriere hat im Daimler-Konzern viele Gemüter erregt. Jetzt hat Lydia Schrempp nachgegeben. Die Ehefrau von Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp hat einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und verlässt das Unternehmen. Ehemann Schrempp sorgte bei seinem Ausscheiden im Sommer 2005 dafür, dass sein Gattin gut versorgt ist.

Von Martin Buchenau | , aktualisiert

STUTTGART. Als Jürgen Schrempp das Unternehmen verließ, sorgte er dafür, dass seine Ehefrau im Unternehmensbüro, auf das er selbst zeitlebens im Hause Daimler Anspruch hat, als seine Büroleiterin arbeitete. Ihr Gehalt schätzen Insider auf rund 200 000 Euro.

Nach dem Ausscheiden Jürgen Schrempps wollte sich der Konzern auch von dessen Ehefrau trennen. Sie soll aber alle Angebote, etwa den Wechsel in eine andere Landeszentrale, abgelehnt haben. Über die Modalitäten des aktuellen Aufhebungsvertrags vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Sie kommt aber in den Genuss des von Daimler-Chef Dieter Zetsche aufgelegten Abfindungsprogramms im Rahmen des neuen Managementmodells. Nach dieser Formel stehen Lydia Schrempp 31 Monatsgehälter zu und damit wohl um die 600 000 Euro.

Sie gehört, damals unter ihrem Mädchennamen Deininger, dem Unternehmen seit 1989 an. Sie beginnt ihre Laufbahn bei der Dornier Luftfahrt GmbH. Nach Gründung der Dasa arbeitet sie von 1990 bis 1995 im Marketingbereich und im Ressort des damaligen Dasa-Chefs Jürgen Schrempp.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Liaison am Arbeitsplatz sorgte schon früh für böses Blut im Konzern

Bei seinem Aufstieg zum Konzernchef nimmt er sie 1995 mit als Büroleiterin in die Stuttgarter Firmenzentrale. In der Konzernhierarchie steigt sie in den Rang E2 auf, eine Ebene unterhalb der Direktorenebene. Nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau heiratet Schrempp seine Büroleiterin im Jahr 2000. Das Paar hat zwei Kinder.

Schon damals sorgt die Liaison am Arbeitsplatz für böses Blut im Konzern, weil der Chef das ungeschriebene Gesetz missachtet, dass Familienmitglieder nicht in einer Abteilung zusammen arbeiten dürfen. Lydia Schrempp ist stets an der Seite ihres Ehemanns. Wer mit ihm reden will, muss sich erst ein Plazet der Gattin holen. Ihr Einfluss auf den Chef bringt ihr den Spitznamen ?Hexle? im Konzern ein. Der Weg durch ihr mit Teddybären gesäumtes Vorstandsvorzimmer in Stuttgart ist lange Zeit die Schleuse zur Macht in Schrempps Küchenkabinett.

Mit dem Ausscheiden der Gattin endet das letzte Reizthema aus der Schrempp-Ära. Selbst Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm legte Schrempps Gattin im vergangenen September den Rückzug nahe. Sie hatte sich weitere Sympathien im Konzern verscherzt, als sie ihrem Jürgen zum 63. Geburtstag ausgerechnet einen Mini aus dem Hause des Erzrivalen BMW schenkte.

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