Business Schools Seminare für angehende Manager

Es muss nicht immer ein MBA sein. Bankern und anderen zahlungskräftigen Finanzleuten öffnen gute Business Schools gerne ihre Pforten. Vor allem in England und in den USA wird der Banker-Nachwuchs herangezüchtet.

Christoph Mohr | , aktualisiert

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Etwa ein Drittel der Absolventen eines guten MBA-Programms gehen in die Bank- und Finanzindustrie, insbesondere ins Investmentbanking. So wundert es nicht, dass jede Business School, die auf sich hält, ein großes Finance-Department unterhält - mitunter gibt es hier an einer einzigen MBA-Schule mehr Finanzlehrstühle als an allen großen deutschen Unis zusammen. Kein Wunder, dass dabei auch die eine oder andere marktbewegende Theorie herausspringt, die dann auch noch einen Nobelpreis einheimst. Aber man muss nicht gleich ein ein- oder zweijähriges Studium zum Master of Business Administration absolvieren, um von dieser Expertise zu profitieren. Praktisch jede Business School auf der Welt bietet auch Weiterbildungsprogramme (Executive Education) an, von der gerade auch Banker und Finanzprofis aus Unternehmen profitieren können, die sich auf den neuesten Stand bringen lassen wollen.

Führende Finance-Business-School in Europa ist die London Business School (www.london.edu), die sich auch als die Business School des Finanzzentrums London versteht. Die LBS bietet ein Dutzend solcher mehrtägigen Fortbildungsveranstaltungen an, unterteilt in die Bereiche "Corporate Finance", "Investment Management" und "Specialist Finance". An der Schnittstelle von Finanzen und Management bewegen sich eine Reihe von Programmangeboten für Manager, wie beispielsweise das "Financial Seminar for Senior Managers" (11.-16.05.08; 21.-26.09.08; 02.-07.11.08) oder "Advanced Corporate Finance" (17.-21.11.08). In Europa fast konkurrenzlos sind die Programme zu aktuellen Themenkomplexen wie "Foundation and Endowment Asset Management" (22.-27.06.08), "Private Equity" (22.-24.10.08), "Credit Risk Management" (19.-23.05.08) oder "Financing the Entrepreneurial Business" (21.-25.05.08). Besonders interessant sind dabei auch die Aktivitäten des BNP Paribas Hedge Fund Centre (www.london.edu/hedgefunds).

Direkter Konkurrent der London Business School ist die Cass Business School (www.cass.city.ac.uk), die von ihrer besonderen Nähe zur City profitiert und im Finanzviertel Canary Wharf ein eigenes Fortbildungszentrum unterhält. Cass bietet allerdings nur maßgeschneiderte Firmenprogramme an, die mitunter sehr speziell sein können: Programme, die in der Vergangenheit für Banken und Finanzdienstleister entwickelt wurden, trugen Titel wie "Portfolio Theory", "Derivatives Pricing", "Longevity Risk in Pension Products", "Stochastic Asset Models" oder "Stochastic Claims Reserving in General Insurance."

Ein zunehmend gewichtiger Anbieter von Finance-Programmen wird auch die Said Business School der Universität Oxford (www.sbs.ox.ac.uk). Die Programmpalette ist noch begrenzt, aber Angebote wie das " Oxford Private Equity Programme" oder das "Oxford Finance for Executives Programme" sind bereits international konkurrenzfähig. Klein ist auch noch das Programmangebot des Oxford-Konkurrenten Cambridge: Die Judge Business School bietet ein zweitägiges Seminar "Financial Analysis for Business Performance" (22./23.05.08), sowie eine Blockveranstaltung "Finance and Accounting for Non-Financial Managers" (13./14.11.08.).

Wer die Kosten und Mühen nicht scheut, zur persönlichen Weiterbildung in die USA zu fliegen, findet auch an den führenden US-Business-Schools Dutzende interessanter Programme, darunter allein in New York die Columbia Business School und die Stern School of Business. Eines der Columbia-Vorzeigeprogramme (www.gsb.columbia.edu) ist das zweitägige Seminar "Value Investing" (23.-24.06.08), das dem wertorientierten Gospel der Investmentgurus Benjamin Graham und David Dodd verpflichtet ist, dem auch Investmentlegende Warren Buffett folgt. Interessant für deutsche Manager, die US-amerikanische Tochterunternehmen beaufsichtigen müssen, ist die dreitägige Veranstaltung "Corporate Director's Responsibility: Enhancing the Integrity of Financial Disclosure" (08.-10.09.08).

Ein paar Straßenzüge weiter lockt die Stern School of Business der New York University (www.stern.nyu.edu) mit zwei Seminarangeboten mit brandaktueller Thematik: "Integrated Risk Management: Enhancing Competitive Performance" (29./ 30.05.08) und "Forensic Accounting and Financial Statement Fraud - Red Flags for Analysts" (18./19.09.08). Eine Stunde vom Finanzzentrum New York entfernt, aber mit besten Kontakten zur Wall Street findet sich mit der Wharton School der University of Pennsylvania in Philadelphia (www.wharton.upenn.edu), die vielleicht führende Finance-Hochschule der Welt. Die "Finance Programs" füllen eine eigene Broschüre.

Als Hochschule mit den meisten Nobelpreisträgern preist sich die University of Chicago an. Selbstverständlich bietet auch ihre Graduate School of Business (www.chicagoexec.net) ein Dutzend von Executive Education-Programmen an, darunter beispielsweise "Basics of Options, Futures, and other Derivatives" (03./04.04.08 und 29.09.-01.10.08), "Private Wealth Management" (10.-13.06.08 und 22.-25.09.08) oder "Portfolio Management" (08.-12.09.08). Ähnlich hochkarätig sind auch die Angebote der Harvard Business School (www.hbs.edu) und der Stanford Graduate School of Business (www.gsb.stanford.edu). Solche Fülle hat aus deutscher Sicht allerdings auch einen bitteren Beigeschmack: Deutsche Anbieter sind auf diesem Markt de facto nicht existent. Sicherlich kein Ruhmeszeichen für das Finanzzentrum Frankfurt.

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