Business Schools Lohnt sich ein Spezial-MBA?

Spezialisierte MBA-Programme verbreiten sich immer mehr an den deutschen Wirtschaftshochschulen. Doch die Themeneingrenzung ist nicht für alle von Vorteil: Junge MBA-Studenten hindert sie am Karrierewechsel. Managern hilft sie jedoch, in ihrer Karriere weiter voranzukommen.

Stefani Hergert | , aktualisiert

Sie sind der Renner unter neuen Studiengängen der Managerausbildung: Selbst renommierte Wirtschaftshochschulen legen zunehmend auf bestimmte Bereiche oder Branchen spezialisierte MBA-Programme auf. Das sind dann MBAs in Marketing oder Finanzierung, für das Gesundheitswesen oder die Luxusbranche. Sinnvoll sind Spezialisierungen aber fast nur für erfahrene Manager in Executive-MBA-Programmen.

Über diese Spezial-Studiengänge streitet die Branche: Sind das denn noch richtige MBAs? Die Weiterbildung für Manager ist vom Ursprung her ein generalistisches, praxisnahes Wirtschaftsstudium, das die Themen Marketing, Finanzierung, Rechnungswesen, Strategie, Personal- und IT-Management sowie Grundlagen der Volkswirtschaftslehre und Statistik abdeckt. Doch bei Spezialisierungen auf eines dieser Gebiete bleiben zwangsläufig andere auf der Strecke.

Für junge MBA-Studenten kann das Nachteile haben: Viele planen einen kompletten Karrierewechsel, einen Job in einer anderen Funktion, einer neuen Branche. Mit einem spezialisierten MBA kann das schwer werden, auch die Personaler achten auf die Feinheiten.

Eigene Weiterentwicklung im EMBA

Ganz anders sieht das für erfahrene Manager aus, die sich in einem speziell auf sie zugeschnittenen Executive MBA (EMBA) weiterbilden. Die Teilnehmer haben oft schon 15 Jahre Berufs- und etliche Jahre Führungserfahrung und wollen in der Regel nicht noch einmal in eine neue Branche einsteigen, sondern sich in der eigenen Nische auf den nächsten Karriereschritt vorbereiten. "Im EMBA sind Spezialisierungen sinnvoll, weil es hier viel mehr um die eigene Weiterentwicklung geht", sagt Matthias Straetling, Direktor an der Schweizer Universität St. Gallen.

Die Spezialisierung sollten Bewerber allerdings nicht verwechseln mit der Vertiefung, die viele MBA-Programme anbieten. Sich zum Ende des Studiums stärker auf eines der Themengebiete zu konzentrieren ist bei vielen Wirtschaftshochschulen eine Option. 

Gnade finden bei Experten auch Studiengänge, die den Schwerpunkt auf eine Branche legen. Wenn solche Programme gut gemacht sind, werden alle Themengebiete eines MBA ausreichend berücksichtigt, nur eben die Theorie auf Fallstudien aus der jeweiligen Branche angewandt. "Branchenspezifische MBA-Programme sind in Ordnung", sagt Hanspeter Vietz, der die Programme an der Universität Augsburg leitet. Doch sind sie meist nur für Kandidaten interessant, die in die Branche einsteigen oder dort bleiben wollen. Wer nicht sicher ist, hat mit einem generalistischen MBA mehr Möglichkeiten.

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