Business School Wirtschaft und Politik lassen die Gisma zappeln

Das Land Niedersachsen überlegt wohl seinen Zuschuss für die Gisma in Hannover zu streichen - es wäre das Aus für die private Managementhochschule. Das Wirtschaftsministerium lud nun Firmenvertreter zum Krisengespräch.

Stefani Hergert | , aktualisiert

Wirtschaft und Politik in Niedersachsen halten die private Managerakademie Gisma weiter hin. Die Finanzierung der Business School in Hannover ist auch nach dem Treffen von Wirtschaftsvertretern mit dem zuständigen Wirtschaftsminister Jörg Bode und der Wissenschaftsministerin Johanna Wanka am Donnerstag nicht gesichert.

Bode hat der Business School und den Vertretern von VW, Bahlsen, RWE und dem Verband Niedersachsenmetall in Aussicht gestellt, dass sich das Land auch nach 2011 finanziell engagiert. Für das Jahr 2012 habe Bode noch einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro erwogen, für die folgenden Jahre 800.000 Euro, sagte Dietrich Kröncke, Chef der Gisma-Stiftung, dem Handelsblatt. Die wenigen Wirtschaftsvertreter in der Runde, darunter RWE-Chef Jürgen Großmann, machten keine finanziellen Zusagen. „Das sind positive Zeichen, aber keine Lösung“, sagt Kröncke.

Statt 25 Millionen gab es nur 500.000 Euro
Die Gisma ist das Renommierprojekt des früheren Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Doch statt der versprochenen 25 Mio. Euro bekam die Business School vom Land bei der Gründung 1999 nur 500.000 Euro mit auf den Weg. Zu wenig für eine dauerhaft stabile Finanzierung. Dafür zahlt das Land jedes Jahr einen Zuschuss, aktuell sind das 1,2 Mio. Euro, der bis Ende 2011 festgeschrieben ist.

Doch den würde die Landesregierung, so heißt es, ab 2012 gerne streichen - sie muss sparen. Der Zuschuss macht knapp ein Drittel des Gisma-Haushalts aus. Fällt er weg, droht der privaten Hochschule - wieder einmal - das Aus. Denn noch immer schafft es die Hochschule nicht, genügend Geld von Unternehmen und ehemaligen Studenten einzusammeln, um das auszugleichen.

Seit Jahren spielen sich Wirtschaft und das Land gegenseitig den Ball zu. Die Wirtschaft fordert verbindliche Zusagen vom Land, bevor sie ihrerseits Zusagen machen will. Das Land wiederum fordert die Wirtschaft auf, voranzugehen. So dreht man sich in der Diskussion im Kreis.

Wirtschaftsminister Bode erkennt wohl auch kein sinnvolles Geschäftsmodell hinter der Gisma. „Nun soll die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers einen Businessplan bis 2020 für die Gisma erstellen“, sagt Kröncke.

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