Büro-Etikette Hitzige Kleider-Debatte

Der Sommer hat seinen ersten heißen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen gegeben: Schwitzen am Arbeitsplatz ist angesagt. Juli und Anfang August sollen überdurchschnittlich wärmere Tage hervorbringen, sagen die „Donnerwetter“-Experten voraus, zeitweise werde es „richtig schwül“. Können Blazer und Jackett da zuhause bleiben?

Catharina Korn | , aktualisiert


Foto: tokamuwi/Pixelio
Dresscode bleibt Dresscode!

Leider nicht! Im Büro gilt: Dresscode bleibt Dresscode. Absolute No-Gos sind etwa Hawaii-Shirts, zu weit aufgeknöpfte Hemden, bauchfreie Oberteile, Miniröcke, nackte Beine. „Die Mitarbeiter sollten ihren Vorgesetzten keinen Anlass geben zu denken, dass sie ihren Job nicht ernst nehmen“, sagt Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader. Das könne sich auf die Joblaufbahn „negativ auswirken“, warnt der Karriereberater.

Auch mit dem Persönlichkeitsrecht habe die Kleiderregelung nichts zu tun. „Arbeit ist Arbeit“ – und da muss die Optik eben passen. Als Faustformel gilt: Wo Kundenverkehr herrscht, sind Sakko und Krawatte ein Muss, ist offenes Schuhwerk tabu. Für Jung und Alt hat die Kleider-Etikette dabei gleichermaßen Gültigkeit. Hitzige Kleider-Debatten bleiben den Mitarbeitern somit erspart.

Manche Branchen haben natürlich ihre eigenen Regeln: Während Banker sich traditionell konservativ kleiden, geht es da, wo viele Kreative arbeiten – zum Beispiel in Werbeagenturen – häufig legerer zu. In der Regel gibt der Chef dann vor, was erlaubt ist. Doch gerade hier ist eben auch bekannt, wie wichtig die richtige Verpackung ist. Und zwar in jeder Hinsicht: „Daran erkennt man auch die Leistungsträger“, sagt Jürgen Hesse.

Als Trend sieht Hesse eine wachsende „konservative, wertbeständige Einstellung“. Der „Casul Friday“, der im Zuge der New Economy die Kleiderordnung zumindest am Freitag aufhob, habe jedoch noch nicht völlig ausgedient. Den Verfechtern lässigeren Outfits spielt zudem die Mode in die Karten: „Sportives wird konfektionierter und damit gepflegter. Traditionelles wird casualiger und dadurch lässiger“, beschreibt das Deutsche Mode-Institut die aktuellen Konfektionen. Das lässt der Individualität dann doch ein bisschen Spielraum.

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