Bewerbungs-Check Das Zeugnis als Eintrittskarte

Eigentlich haben Sie mit Anschreiben und Lebenslauf schon alles gesagt. Trotzdem erwarten Personaler Nachweise von Ihnen. Spielen Sie das Spiel mit. Aber denken Sie daran: Bleiben Sie schlank. Nicht jedes Zeugnis kommt in die Mappe.

G. Winkler; A. Hofmann | , aktualisiert

Bewerbungs-Experte Gerhard Winkler rät:

Alles, was Sie in Ihrer Bewerbung zu sagen haben, und all das, was für Sie spricht, das bringen Sie sowohl im Lebenslauf als auch im Anschreiben an. Wer dagegen dem Personaler schreibt, dass dieser Näheres in den beigefügten Unterlagen findet, der stellt seiner eigenen Bewerbung ein Armutszeugnis aus.

Trotzdem sind Zeugnisse wichtig: Denn sie sind die Eintrittskarten in Ihre Karriere. Der Ort Ihres beruflichen Einstiegs und auch der Zugang zum weiteren Aufstieg hängen weitgehend von den richtigen Abschlüssen, von den erzielten Ergebnissen, von den dokumentierten Lern- und Jobleistungen und vom zertifizierten Wissen und Können ab.

Natürlich sagen Sie mit Anschreiben und Lebenslauf sowie in jedem direkten Gespräch klar, dass Sie die Zugangsberechtigung in der Tasche haben. Doch Sie müssen diese auch vorzeigen. Das ist Teil der Eingangskontrolle.

Zeugnisse sind kein notwendiger Ballast, um einer Bewerbung Tiefgang zu verleihen. In mancher Bewerbung fungieren sie leider als Grabbeigaben - dann, wenn sie nur noch von vergangenem Glanz und Gloria künden.


Bauen Sie Ihre Bewerbung als Beweis Ihrer Jobtauglichkeit so auf, dass der Jobanbieter eigentlich keine Nachweise braucht, um Ihre Eignung zu verstehen. Schicken Sie dennoch Ihre Nachweise mit. Sie sagen, was Sache ist. Ihre Zeugnisse bestätigen, dass das wahr ist.

Die besten Gründe, weshalb Sie sich für eine Arbeit eignen, stehen in Ihren Praktikums- und Jobzeugnissen sowie in den Empfehlungsschreiben, Studien-, Bildungs- und Leistungsnachweisen. Ziehen Sie zuerst die besten Argumente daraus und überführen Sie in Ihr Anschreiben. Überlegen Sie erst im zweiten Schritt, welche Zeugnisse Sie mitschicken.

Gerhard Winkler ist Bewerbungsberater und Buchautor. Auf seiner Webseite schreibt er über Bewerbungsstress und Selbstvermarktung.www.jova-nova.com.

Was Personaler nervt, weiß Claudia Hofmann von Merck HR Recruiting und Marketing:

"Über 90 Prozent der Bewerbungen bekommen wir online. Wir begrenzen die Größe des Anhangs, machen sonst aber keine Vorgaben. Wer nur unser Bewerberformular ausfüllt, hat schlechte Karten, weil wir uns kein umfassendes Bild machen können.

Aufgrund der vielen Bewerbungen habe ich leider nur wenig Zeit, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Deshalb empfehle ich, dass nicht jedes Schülerpraktikum und jede Fortbildung nachgewiesen wird.

Die Kandidaten sollten sich die Stellenbeschreibung genau ansehen, bevor sie auswählen. Wenn SAP-Kenntnisse gefordert sind, brauche ich zum Beispiel keinen Nachweis über einen Chinesisch-Kurs. Da reicht es, wenn die Kenntnisse im Lebenslauf erwähnt sind.

Manchmal bekomme ich Bewerbungen mit Zeugnissen, die vermuten lassen, dass dem Kandidaten gekündigt wurde. Trotzdem sollten die Bewerber keinen Nachweis weglassen. Wenn wir einen Kandidaten in die engere Wahl ziehen, werden wir ihn ohnehin nach eventuell fehlenden Zeugnissen fragen."

1. Belegen Sie als Absolvent nicht lückenlos Ihre gesamte Existenz.

2. Weisen Sie alles nach, was Sie im Anschreiben behaupten.

3. Belegen Sie Abitur oder den letzten schulischen Abschluss, erste betriebliche Ausbildung, Studium und Promotion.

4. Dokumentieren Sie die von der Studienordnung vorgesehenen Praktika mit Zeugnissen. Weisen Sie jedes weitere Praktikum nach; wenn Sie kein Zeugnis haben, nehmen Sie ein Empfehlungsschreiben.
5. Ihre kurzen Aushilfsjobs müssen Sie nicht anführen.

6. Wenn Sie mehrere Monate anspruchsvoll und studienbegleitend gearbeitet haben, reichen Sie Arbeitszeugnisse ein.

7. Waren Sie während des Studiums selbstständig oder haben Sie gegründet? Dann machen Sie das mit Empfehlungsschreiben von Kunden, Dokumentationen, PR-Material, Pressespiegel oder Homepage glaubwürdig.

8. Legen Sie Zertifikate von Trainings, Seminaren und Weiterbildungen vor.

9. Referenzschreiben sind immer Gold wert.

10. Prüfen Sie, ob Ihre sportlichen Leistungen oder das ehrenamtliche Engagement zum Job-Claim passt.

(1.06.2008)

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