Bewerbung Für eine bessere Chance

Gute Zeugnisse und dennoch kein Job: Für viele Bewerber ist ihr ausländischer Name ein Hindernis. Die Antidiskriminierungs-Beauftragte setzt sich jetzt für anonyme Bewerbungen ein. Ohne Namens- und Altersangabe hätten Migranten und Ältere bessere Chancen.

dpa | , aktualisiert

Bewerbungen ohne Name und Altersangabe seien laut Christine Lüders die Lösung, um die Jobchancen von Migranten und älteren Menschen zu steigern. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fordert daher die Einführung anonymisierter Bewerbungen. „Der Name Ali oder das Alter sind oft Gründe, warum auch sehr gute Bewerber keine Gelegenheit erhalten, sich in einem Bewerbungsgespräch vorzustellen", sagte Lüders dem „Focus".

Sie werbe für anonyme Bewerbungen in der Wirtschaft und wolle ein großes Unternehmen für ein Modellprojekt gewinnen. Eine anonyme Bewerbung sollte nach Lüders Ansicht kein Foto und keine persönlichen Angaben wie Name, Geburtsdatum und -ort enthalten. Davon könnten viele Bewerbergruppen profitieren, die auf dem Arbeitsmarkt derzeit benachteiligt seien. In Frankreich werde derzeit von 50 Firmen das Modell anonymer Bewerbungen getestet.

Migranten sind im Nachteil

Eine Studie im Auftrag des Instituts zur Zukunft der Arbeit hatte zuletzt Nachteile für Bewerbungen von Migranten offengelegt. Für die Erhebung wurden 1000 Bewerbungen auf Praktikumsstellen für Wirtschaftsstudenten verschickt. Dabei erhielten Bewerber mit türkischen Namen 14 Prozent weniger positive Antworten als Bewerber mit deutschen Namen.

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