Bewerbung Der Name macht den Unterschied

Mehr als Schall und Rauch: Namen können über Zu- und Absagen bei Bewerbungen entscheiden. Lesen Sie hier, warum es Annas bei Personalern leichter haben als Kevins und wieso ein attraktives Bewerbungsfoto immer noch mehr aussagt.

Dana Heide | , aktualisiert

Frank-Walter Steinmeier hat es versucht, Guildo Horn war erfolgreich damit, und Thorsten Schäfer-Gümbel hätte es mal besser getan: den eigenen Namen ändern, um der Karriere auf die Sprünge zu verhelfen. Denn manche Namen lösen beim Gegenüber negative Vorurteile aus.

Beispiel Frank-Walter Steinmeier: Als Kanzlerkandidat versuchte er Anfang des Jahres vergeblich, seinen Walter verschwinden zu lassen und nur noch Frank Steinmeier genannt zu werden. Eine Erklärung hat Psychologe Lars-Eric Petersen, der an der Uni Halle-Wittenberg über Vorurteile und Stereotypen forscht: "Walter ist ein sehr altmodischer Name, der Name Frank Steinmeier klingt deshalb ohne ihn jünger und dynamischer."

Bereits vor einigen Jahren fanden Forscher heraus, dass Menschen bei unmodernen Namen wie Walter im Gegensatz zu neutraleren Namen wie Anna auf alte Menschen schließen, die mit den Merkmalen "unattraktiv" und "weniger intelligent" belegt werden. Diese Mechanismen könnten auch bei einer Bewerbung Nachteile bringen, denn vor allem bei einem Überangebot seien Personaler anfällig für Vorurteile, sagt Petersen.

Je weniger Infos über die Person, desto wichtiger ihr Name

Schwerer hätten es deshalb auch Menschen, die einen Namen tragen, der vor allem in ungebildeteren Schichten verbreitet ist, wie Mandy oder Kevin. Bernd Samland, Leiter einer Werbeagentur, will in einer Studie sogar herausgefunden haben, dass Doppelnamen eine negative Wirkung haben können. "Namen wie Schäfer-Gümbel klingen so, als ob derjenige sich nicht für einen Namen entscheiden könnte", sagt er. Bei Berufen, in denen Entscheidungsfreude wichtig sei, könne so ein Name hinderlich sein.

Muss ein Hans-Georg Müller-Schmidt also seinen Namen ändern, um im Kampf um eine Stelle gegen eine Anna Lange überhaupt Chancen zu haben? Nein, sagt Petersen, der Name habe zwar eine Wirkung, das Bewerbungsfoto könne diese jedoch abschwächen, denn beim Betrachten eines Fotos werden mehr Stereotypen aktiviert als beim Lesen eines Namens. Klebt auf der Bewerbung von Hans-Georg also ein attraktives Foto, ist der Name vergessen.

Generell gilt: Je weniger Infos der Personaler über den Bewerber hat, desto wichtiger wird der Name. In den USA, wo Bewerbungsfotos verboten sind, haben es Menschen mit schwarz klingenden Namen wie Jamal schwerer, weil sie negative Vorurteile gegenüber Afro-Amerikanern hervorrufen können. In manchen Berufen ist ein ungewöhnlicher Name sogar hilfreich. So werden Wissenschaftler mit einem solchen unverwechselbar. Auch Schlagersänger wie Guildo Horn machen sich diesen Effekt zunutze: Er hieß früher Horst Köhler.

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