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Bewegungsmangel Keine Lust auf Sport nach dem Job

Viele Deutsche bewegen sich zu wenig. Das liege auch daran, dass sie es sich im Alltag oft zu leicht machten, meint Sportwissenschaftler Ingo Froböse. Wer glaubt, mit einer Stunde Joggen nach der Arbeit sei es getan, irrt gewaltig. Der Körper will ständig gefordert sein.

Janis Hülder, wiwo.de | , aktualisiert

Keine Lust auf Sport nach dem Job

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Foto: Maridav/Fotolia.com


Aufzug, Pedelec, barrierefreies Wohnen: Technische Innovationen, die teilweise schon zum Standard geworden sind, erleichtern uns auf unterschiedlichste Art und Weise den (Berufs-)Alltag. Auch das Berufsleben selber ist in vielen Bereichen immer weniger von Bewegung und körperlicher Arbeit geprägt.

"Das rächt sich! Wir haben eine Organstruktur, die nur davon lebt, dass sie stimuliert und gereizt wird. Was ungenutzt bleibt, das verkümmert", mahnt Ingo Froböse, Leiter des "Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung" der Deutschen Sporthochschule Köln und mehrfacher deutscher Vizemeister im Sprint.

Laut DKV-Report "Wie gesund lebt Deutschland? 2012" bewegen sich 46 Prozent der Deutschen zu wenig.

Im richtigen Verhältnis

Dabei gibt es genug Möglichkeiten, sich vor, während oder nach der Arbeit noch körperlich zu betätigen, ohne dass es gleich Leistungssport sein muss, erklärt Froböse: "Ich muss nicht zwingend einem Sport nachgehen, wenn ich einen Dackel habe."

Wichtig sei, dass man sich regelmäßig und ausgewogen bewegt. Die mangelnde Bewegung nach einem neun-Stunden-Tag im Büro könne man nicht einfach kompensieren, indem man abends noch eine Stunde joggt. "Da stimmt das Verhältnis nicht mehr", so der Sportwissenschaftler.


Wer während der Arbeit viel am Schreibtisch sitzt, dem rät er, möglichst die Hin- und Rückwege zur Arbeitsstelle für etwas Bewegung zu nutzen. Natürlich ist das insbesondere für Langstreckenpendler nicht immer ohne weiteres möglich.

Aber es ist hilfreich, mit dem Rad zum Büro oder wenigstens zur Haltestelle zu fahren. Die Bahn kann man auch eine Station eher verlassen und das letzte Stück Fuß gehen.

Für den Weg in die zweite Etage muss man nicht den Aufzug nehmen, sondern die Treppe. Für viele Menschen wäre all das kein Problem.

Kampf gegen den inneren Schweinehund

Allein, auf einmal genossene Erleichterungen und Bequemlichkeiten verzichtet man ungern. Diesen Trend zum Weg des geringsten Widerstands hält Froböse für bedenklich.

"Ich habe generell große Probleme mit dem, was gerade in der Gesellschaft passiert: Wir reduzieren alle möglichen Belastungen. Da kriege ich die Krise", sagt er.

Die Menschen verlieren immer häufiger den Kampf gegen ihren inneren Schweinehund und geben der Versuchung nach, sich Anstrengungen abnehmen zu lassen. Dass das der Gesundheit auf Dauer abträglich ist, liegt auf der Hand. Froböse empfiehlt daher dringend: "So lange es die Möglichkeit gibt, dass der Mensch sich selbst trainieren und positiv verändern kann, sollte er diese Chance nutzen."

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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