Beschäftigungsrekord Finanzwesen profitiert

Eine gute Nachricht für Bewerber im Finanz- und Rechnungswesen: Zahlreiche Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahl erhöhen und stellen wieder ein. Beste Chancen haben besonders Finanzanalysten, Buchhalter und Controller.

Miriam Bax | , aktualisiert

Finanzwesen profitiert

Foto: Darren-Baker/Fotolia.com

Deutschland erwartet einen neuen Beschäftigungsrekord. Laut dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung wird ein Plus von 240.000 Erwerbstätigen gegenüber 2013 prognostiziert. Unternehmen stellen wieder ein. In den kommenden Monaten können davon insbesondere Fachkräfte im Finanzbereich profitieren.

Das zeigt die aktuelle Arbeitsmarktstudie Finanz- und Rechnungswesen 2014 des Personaldienstleisters Robert Half, spezialisiert auf Fach- und Führungskräfte im Finanz-, Rechnungs- und Bankwesen.

"Der Markt für Fachkräfte im Finanz- und Rechnungswesen ist überdurchschnittlich gut. Wer in diesem Bereich 2014 eine berufliche Veränderung anstrebt, findet über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg so gute Arbeitsmarktbedingungen vor wie schon lange nicht mehr", weiß Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany von Robert Half.

Neue Ideen verwirklichen

Neun von zehn der 200 befragten Finanzvorstände und kaufmännischen Geschäftsführer gaben an, in der ersten Jahreshälfte 2014 die Mitarbeiterzahl erhöhen zu wollen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Unternehmen nahezu verdoppelt, die neue Stellen schaffen wollen.

Die Finanzverantwortlichen blicken laut Studie mit Optimismus auf die Geschäfts- und Konjunkturentwicklung. Und das macht offensichtlich Mut, im noch jungen Jahr 2014 neue Ideen zu verwirklichen.

Treibende Kräfte

Die Erschließung neuer Märkte, neue Projekte, Expansion (national und auch international) oder die Erweiterung des Dienstleistungs- oder Produktportfolios sind die treibenden Kräfte für den zusätzlichen Bedarf der Unternehmen.

"Und damit steigt der Aufwand in den Finanzabteilungen – angefangen beim Rechnungseingang über das Mahnwesen bis hin zum Controlling. Ein höherer Personalbedarf im Finanz- und Rechnungswesen ist bei Wachstum die logische Folge", erläutert Hennige.

Wie viele Mitarbeiter aktuell in der Finanzbranche tatsächlich tätig sind, ist schwierig zu beziffern. Zumal bestimmte Berufsbilder wie das des Controllers noch recht jung sind. Laut Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC) ist der Bereich "Controller" stetig angewachsen.

Rund 60.000 Mitarbeiter gibt es in diesem Berufsfeld nach Schätzungen des Verbandes. Und darunter fallen rund 18.000 Stellen mit Leitungsfunktion.

Als Bilanzbuchhalter sind ca. 115.000 Fachkräfte tätig. Und gerade diese Zahlenfüchse können von den Einstellungsplänen der Unternehmen profitieren. Ende letzten Jahres ist der Bedarf an Fachkräften allein in der Buchhaltung wieder angezogen, das zeigt der Blick auf den Stellenindex des Karriere-Jobturbos. Hinzu kommt: Das Angebot übersteigt die Nachfrage auf Seiten der Jobsuchenden. Die Metasuchmaschine Jobturbo bündelt die Stellenanzeigen der bundesweit führenden Zeitungen und Online Stellenbörsen.

Analysten und Manager sind begehrt

Bewerber in klassischen Finanzjobs sind ebenso gefragt. Eine Auswertung des Jobturbos belegt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es auf dem Stellenmarkt im Februar rund 17 Prozent mehr freie Stellen speziell für Finanzanalysten.

Der Grund: Unternehmenslenker erwarten von ihren Geschäftsführern und deren Teams Entscheidungsempfehlungen auf Basis von Finanzdaten. Der Aufwand für Analyse und Aufbereitung relevanter Finanzdaten steigt damit zusehends und ist laut Hennige mit der bestehenden Personalstärke kaum mehr realisierbar.

Nach der Arbeitsmarktstudie zählen auch Finanzmanager zu den derzeit am stärksten umworbenen Fachkräften. Wer fit in Compliance- und Risikomanagement-Themen oder im Bereich Steuern und Treasury ist, hat ebenso gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.

Unabhängig vom Job gilt: Fundiertes und aktuelles Fachwissen ist kein Erfolgsgarant mehr. Immer gewichtiger werden vielmehr die sogenannten weichen Faktoren.

Hennige sagt: "Ganz großen Wert legen Unternehmen bei Bewerbern auf gute Kommunikationsfähigkeiten, ein hohes Engagement, unternehmerische Weitsicht, Eigeninitiative und die Fähigkeit, sich in größere Teams einzufügen."

Für Personalentscheider hat außerdem die Unternehmenskultur einen zunehmenden Einfluss auf die Bewerberauswahl.
Speziell amerikanische Unternehmen bevorzugen Bewerber, die zuvor bereits in einem US-Unternehmen tätig waren, so Hennige.

Steigende Gehälter

Die Trendkurve weist auch in Sachen Gehälter nach oben. Bei Einsteigern mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen – ohne Boni oder Zusatzleistungen – für Finanz- und Bilanzbuchhalter bei rund 37.000 Euro.

Analysten kommen bereits auf gute 54.000 Euro.

Das ergab die Stepstone-Gehaltsumfrage 2013 unter 50.000 Fach- und Führungskräften. Mit der Berufserfahrung steigt auch das Einkommen: Bilanzbuchhalter mit über fünf Jahren Erfahrung im Job verdienen im Durchschnitt 40.000, Analysten rund 64.000 Euro im Jahr.

jobAgent | BANKING&FINANCE

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