Berufsleben Haben Sie Spaß bei der Arbeit?

Das Arbeitsklima wirkt sich nicht nur auf die Moral der Angestellten aus. Eine neue Studie zeigt: Je angenehmer die Atmosphäre, desto besser das Image des Arbeitgebers.

Daniel Rettig, wiwo.de | , aktualisiert


Foto: Uwe Annas/Fotolia

"Thank God it's friday"

"TGIF" – diese vier Buchstaben stehen im Englischen für "Thank God it’s Friday". Hinter dem englischen Ausspruch verbirgt sich die mehr oder weniger heimliche Erleichterung darüber, dass die Arbeitswoche endlich vorbei ist und zwei Tage Entspannung anstehen. "Endlich Wochenende" – so denken am Freitagnachmittag viele Angestellte in Deutschland.

Glaubt man den üblichen Umfragen, ist jeder fünfte Arbeitnehmer mit seiner Tätigkeit unzufrieden, nur 13 Prozent fühlen sich ihrem Arbeitgeber noch emotional verbunden, lediglich acht Prozent aller Deutschen bezeichnen ihren aktuellen Beruf als Traumjob.

Mal ehrlich: Hatten Sie in den vergangenen Tagen Spaß an Ihrem Job? Die Antwort ist nicht nur entscheidend für Ihre eigene Arbeitsmoral – sondern auch für die Zukunft Ihres Arbeitgebers.

Gutes Klima, viele Interessenten

Zu diesem Ergebnis kommt zumindest Michael J. Tews, Assistenzprofessor an der Pennsylvania State Universität. Der Wissenschaftler widmete sich in einer neuen Studie einer Frage, die für Unternehmen immer wichtiger wird: Was macht einen Arbeitgeber für Nachwuchstalente attraktiv?

So viel ist klar: Unternehmen sind darauf angewiesen, fähige Absolventen zu sich zu locken – schaffen sie das nicht, liegen die Nachteile auf der Hand: Sie müssen sich mit mittelmäßigen Beschäftigten zufrieden geben oder verbringen viel Zeit mit der Rekrutierung.


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Sie bekommen die Spreu, der Weizen bewirbt sich woanders. Aber wie schaffen es Unternehmen, Talente anzulocken? Ein möglicher Hebel ist die vorherrschende Arbeitsatmosphäre. Und Tews‘ Studie beweist: Je besser das Arbeitsklima ist, desto attraktiver wird der Arbeitgeber für Absolventen – und umgekehrt.

Der Wissenschaftler gewann für ein Experiment 374 amerikanische Studenten, die kurz vor ihrem Abschluss standen und sich bald auf Jobsuche begeben wollten. Zunächst lasen sie fiktive Stellenanzeigen für ein Traineeprogramm.

Studie zeigt Präferenzen

Doch diese Anzeigen unterschieden sich nach dem Jobprofil: Mal wurde das Arbeitsklima als locker beschrieben ("fun work environment"), mal nicht; mal war die Bezahlung marktgerecht, im anderen Fall nicht; mal gab es gute Aufstiegschancen, mal nicht.

Nun sollten die Probanden angeben, wie attraktiv sie den Arbeitgeber fanden. Ahnen Sie schon, welcher Faktor den größten Einfluss auf die Bewertung hatte? Erraten: Der Punkt lockere und vergnügliche Arbeitsatmosphäre – dieses Kriterium war den Testpersonen sogar wichtiger als Lohn und Aufstiegschancen.


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Im zweiten Teil sollten die Probanden sich ausmalen, in dem beschriebenen Unternehmen an einem Bewerbungsgespräch teilzunehmen. Wieder schilderte Tews ihnen verschiedenen Szenarien – und wieder zeigte sich: Ein positives Arbeitsklima wirkte sich positiv auf die Arbeitgeberattraktivität aus.

Mehr noch: Die Probanden ließen sich am stärksten davon beeinflussen, wenn die Kollegen nett miteinander umgingen und die Arbeit an sich Spaß machte. Gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Betriebssport oder Theaterbesuche hingegen waren den Probanden weniger wichtig.

"Spaß am Arbeitsplatz sollte ein zentrales Element jeder Rekrutierungsstrategie sein", resümiert Michael Tews. Natürlich unter der Voraussetzung, dass es sich dabei auch um die Wahrheit handelt.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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