Berufseinsteiger Entweder überqualifiziert oder praxisfremd

Ein höherer akademischer Abschluss öffnet nicht immer alle Tore in die Arbeitswelt. Für den Berufseinstieg kann er sogar hinderlich sein. Wichtiger seien praktische Erfahrungen, mit denen Akademiker punkten können, so die Ergebnisse einer Umfrage der Hochschule München.

Adriana Cardozo | , aktualisiert


Foto: bardo/Pixelio.de

Erfahrungen im Job zählen

Wie der Berufseinstieg für Hochschulabsolventen aussieht, das wollte die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in München genauer wissen. Denn um die Bekanntheit des Masterstudiums zu steigern, hat die Hochschule 2012 die Kampagne "München macht Master" durchgeführt.

Ein Marktforschungsinstitut sollte Gewissheit verschaffen und befragte im März 1116 Personen zwischen 18 und 65 Jahren. Dabei haben etwa 70 Prozent der Befragten angegeben, dass die Praxiserfahrung wichtiger sei als ein höherer akademischer Abschluss.

Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass Studenten bereits während des Studiums Unternehmenskontakte pflegen sollten und für 43 Prozent spielen Auslandserfahrungen eine wichtige Rolle. Dagegen hält nur jeder Fünfte der Befragten einen höheren akademischen Abschluss für einen erfolgreichen Berufseinstieg für entscheidend.

Was denken die deutschen Unternehmer darüber?

Die Befragung der Unternehmer in Deutschland ergibt ein anderes Ergebnis: Nur ein Viertel der 1000 befragten Großunternehmen ist der Ansicht, dass Bachelor-Absolventen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, die in ihrem Unternehmen benötigt werden.

Weiterhin ergab die Studie "Recruiting Trends 2012", dass über die Hälfte der Unternehmen sich wieder den Master als regulären Studienabschluss wünscht.


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Je früher, desto besser

Während die Umfrage der Münchner Hochschule den Bachelor-Abschluss als besseren Berufseinstieg sieht, zeigt die Studie des "Recruiting Trend", dass nur jede dritte auf dem Arbeitsmarkt angebotene Vakanz sich an Kandidaten mit Bachelor richtet.

In einem Punkt sind sich beide jedoch einig: Ohne Master kommt die Karriere nicht ins Rollen.

Deshalb sei es sinnvoller direkt nach dem Bachelor-Abschluss in den Beruf einzusteigen und den Master nach einigen Jahren Praxiserfahrung oder berufsbegleitend abzulegen.

Größeres Jobangebot dank Master

Die Studentin Maria Schwarz entschied sich zum Beispiel für einen Master an der Hochschule München in Teilzeit. Zu den Vorteilen meint sie: "Mit dem Masterstudium verspreche ich mir bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da ich mich auf mehr Stellenangebote bewerben kann."

Unternehmen haben mittlerweile gelernt, besser auf Bachelor-Absolventen einzugehen. Zunehmend bieten sie ihnen die Möglichkeit, Defizite direkt im Berufsalltag auszugleichen.

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