Berufsbegleitender MBA Im Block oder am Wochenende

Die Mannheim Business School bietet ab 2013 ein berufsbegleitendes Managementstudium an. Die Konkurrenz hat das schon.

Stefani Hergert | , aktualisiert


Foto: auremar/Fotolia.com

Aussteiger sind raus

Noch einmal ein oder zwei Jahre komplett aus dem Job aussteigen, wieder zurück an die Universität gehen und studieren, während die Kollegen in ihrer Karriere vorankommen? Immer weniger junge Mitarbeiter können sich das vorstellen. Was bei erfahrenen Führungskräften gang und gäbe ist, etabliert sich auch für den Managementnachwuchs – berufsbegleitende Studiengänge mit dem Abschluss Master of Business Administration (MBA) sind eher die Regel denn die Ausnahme. Und es werden noch mehr: Die Mannheim Business School, die zu den besten Wirtschaftshochschulen des Landes zählt, stellt heute ihren Teilzeit-MBA vor.

Sich neben dem Beruf für Managementaufgaben zu qualifizieren werde künftig noch bedeutender, sagt Jens Wüstemann, der die Mannheim Business School leitet. Warum das so ist? "Weil Unternehmen durch das Angebot eines berufsbegleitenden Studiums Mitarbeiter binden und motivieren können und die Bologna-Reform uns heute neue Möglichkeiten eröffnet", sagt er. Viele, die mit dem Bachelorabschluss ins Berufsleben starten, werden wohl später noch einen Master machen. Die Konkurrenz hat das schon wesentlich früher erkannt.

Der Teilzeit-Trend

"In Deutschland bricht der MBA in eine tradierte, ganz anders strukturierte Hochschulausbildung ein. Die Zahl derer, die für den MBA aus dem Job aussteigen, wird weiter relativ niedrig bleiben", sagt Michael Frenkel, Rektor der WHU – Otto Beisheim School of Management, die seit zwei Jahren auch ein Teilzeitprogramm anbietet. Und so ist es kein Wunder, dass fast 70 Prozent der deutschen Nachwuchs-MBA-Programme berufsbegleitend angeboten werden oder den Studenten als Fernstudium ganz die Wahl lassen, wann sie lernen.

Renommierte Anbieter wie die Handelshochschule Leipzig (HHL), die Gisma in Hannover oder die WHU bei Koblenz sind darunter. Mannheim ziehe erst jetzt nach, weil man sich zuerst auf den Vollzeit-MBA und das Pendant für erfahrene Führungskräfte, den Executive MBA (EMBA), konzentrieren wollte, die hauptsächlich die Reputation einer Business-School ausmachten, sagt Wüstemann. Für Teilzeit-Programme gibt es kein relevantes Ranking. Inhaltlich sollten sich die Teilzeitvarianten nicht vom Vollzeitprogramm unterscheiden und den Studenten praxisnah allgemeine Managementkenntnisse vermitteln.

Viele private Hochschulen und Fachhochschulen bieten Studiengänge, deren Schwerpunkt, Klassengröße, Qualität und Preis enorm schwanken. Bei etlichen kann man sich durchaus fragen, ob das noch echte MBA-Programme für alle mit erster Berufserfahrung sind – etwa bei den 106 vom MBA-Guide Autor Detlev Kran ermittelten Studiengängen, die keine bis zwei Jahre Berufserfahrung verlangen. Wer sich für ein Programm entscheidet, sollte daher darauf achten, dass es zu den eigenen Karrierezielen und Ansprüchen passt. "Auch als Arbeitnehmer bin ich eine Marke", sagt MBA-Experte Karlheinz Schwuchow.

Wochenende oder wochenweise?

Teilzeit ist nicht gleich Teilzeit. WHU, HHL und Gisma etwa bieten ihren MBA vor allem am Wochenende an, in Mannheim werden die Teilnehmer alle acht Wochen für fünf bis sieben Tage an die Uni kommen. Üblich sei, dass in  berufsbegleitenden Programmen die Studierenden vor allem aus der Region kämen, sagt Schwuchow.

An der WHU reisen allerdings auch Teilnehmer aus Süddeutschland zu den Seminaren in Düsseldorf. Mannheims Präsident Wüstemann hofft, auch Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Frankreich zu gewinnen. Ohnehin würde er gerne 30 bis 40 Prozent Teilnehmer in der Klasse haben, die nicht aus Deutschland stammen. Im Teilzeit-MBA der WHU ist das heute jeder fünfte. Dass Renommee-Institute auch internationale Teilnehmer anziehen, die in Deutschland arbeiten, liegt an ihrer starken Marke.

Klar ist aber: So international wie die Klasse in einem guten Vollzeit-MBA wird die eines Teilzeitprogramms niemals sein können.

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