Berufliche Bildung Unternehmen setzen auf Weiterbildung

Deutsche Unternehmen stecken mehr Geld denn je in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Offenbar aus guten Gründen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

von Stephan Happel, wiwo.de | , aktualisiert

Unternehmen setzen auf Weiterbildung

Foto: contrastwerkstatt/Fotolia.com

Das Geschäft mit der Weiterbildung brummt. 2013 haben 86 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern eine betriebliche Weiterbildung gezahlt – durchschnittliche Kosten pro Kopf: 1.132 Euro. "Beides Rekordwerte", wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) nach einer Befragung von 1845 deutschen Unternehmen feststellt.

Insgesamt investierten Unternehmen 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung – ein Plus von 16 Prozent gegenüber 2010, heißt es in der Studie. Fast 33 Stunden nahm jeder Mitarbeiter im Schnitt an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Etwa ein Drittel der Weiterbildung entfällt dabei auf die Freizeit der Beschäftigten.

Aus- und Weiterbildung

Dass die Unternehmen ihre Angestellten immer häufiger in Fortbildungen stecken, liegt nach Angaben des IW nicht nur daran, dass das Geld nach der Wirtschaftskrise wieder etwas lockerer sitzt. "Die Unternehmen haben die große Relevanz der betrieblichen Qualifizierung für Innovationskraft und Zukunftssicherung also erkannt und handeln entsprechend", glaubt Michael Hüther, Direktor des IW.

Insbesondere die Angst vor dem Fachkräftemangel treibt offenbarviele Chefs dazu, in die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter zu investieren. "Fachkräfteengpässe führen zu Verzögerungen im Betriebsablauf bis hin zum Verlust von Aufträgen, worunter letztlich die Wettbewerbsfähigkeit leidet", sagt Hüther. Die Folge: Wer auf dem Markt keine qualifizierten Arbeitskräfte mehr bekommt, die die die Qualität der Produktionsprozesse und Dienstleistungen sichern, muss sie sich eben selber darum kümmern.

Arbeitgeber lassen sich Weiterbildung etwas kosten

Von ihrem Weiterbildungsengagement erwarten die Unternehmen aber nicht nur einen größeren Geschäftserfolg. Sie brauchen die Fortbildungen auch als Lockmittel im Kampf um die besten Köpfe. Weitere Motive der Unternehmer sind demnach der Wettbewerb um Fachkräfte, die Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und die Pflege der eigenen Arbeitgebermarke. "Es gibt Hinweise darauf, dass Unternehmen, die über eine etablierte Weiterbildungskultur verfügen, seltener Probleme bei Stellenbesetzungen als andere haben", sagt IW-Direktor Hüther.

Nicht nur die Arbeitgeber lassen sich die Weiterbildung übrigens etwas kosten. Auch die Angestellten investieren, vor allem ihre Zeit. Etwa ein Drittel der Weiterbildung findet in der Freizeit statt.

Kleiner Wermutstropfen: Auch wenn das Weiterbildungsengagement laut dem Institut der Wirtschaft einen Rekordwert erreicht hat, bieten nicht alle Unternehmen regelmäßig Fortbildungskurse an. Hauptgründe der Weiterbildungsmuffel: Sie sehen keinen Bedarf, haben zeitliche Probleme bei der Freistellung von Mitarbeitern und fehlende Ressourcen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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