Beruf Frauen profitieren vom Fachkräftemangel

Die Bundesagentur sieht gute Chancen für Frauen in technischen Berufen. Obwohl Frauen die höheren Bildungsabschlüsse als Männer haben, sind Frauen in MINT-Berufen unterrepräsentiert. Wünschenswert wäre allerdings ein Frauenanteil von bis zu 50 Prozent bei den Ingenieuren.

dpa | , aktualisiert

Frauen profitieren nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom drohenden Fachkräftemangel in mathematisch-technischen Berufen. „Die Chancen für Frauen sind sehr, sehr gut“, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker der Nachrichtenagentur dpa. „Es wird nicht genug Männer geben, die studieren, und gut jeder siebte Physiker, Ingenieur und Mathematiker ist über 55 Jahre alt - die gehen in den nächsten Jahren in Rente.“ Am letzten Donnerstag fand bundesweit der jährliche „Girls' Day“ statt, mit dem Mädchen für Männerberufe begeistert werden sollen.

„60 Prozent der Mädchen konzentrieren sich auf die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe“, sagte Becker. Auch die Studierenden hätten klare Präferenzen: Während mehr als zwei Drittel der angehenden Sozialpädagogen weiblich seien, betrage der Anteil der Studentinnen bei Elektroingenieuren gerade einmal 5,6 Prozent. Ein Fehler, findet Becker: „Wir werden einen hohen Fachkräftemangel bekommen, gerade bei den Ingenieuren.“ Dabei böten die die sogenannten MINT-Berufe - Mathematik, IT, Naturwissenschaften und Technik - neben einem guten Gehalt hohe Beschäftigungssicherheit. Dies habe sich in der Krise gezeigt.

Schwieriger Berufseinstieg für Frauen

Allerdings stießen Bewerberinnen in diesen Berufe noch immer auf Hindernisse, erläuterte Becker. „Frauen haben in der Regel die höheren Bildungsabschlüsse als Männer, aber die größeren Probleme bei der Einmündung in den Beruf. Vor allem bei den Ingenieuren - das ist eine männerdominierte Welt.“ Viele Unternehmer hätten Angst vor einer späteren Schwangerschaft und Wünschen nach flexibleren Arbeitszeiten für die Kinderbetreuung.

Ein ambitioniertes, aber wünschenswertes Ziel sei ein Frauenanteil von 40 bis 50 Prozent bei den MINT-Studenten, sagte Becker. „In den Naturwissenschaften wie der Biologie passt das schon ganz gut. Die Sorgenkinder mit 10 bis 20 Prozent sind Maschinenbau, Elektrotechnik, Physik und Informatik. Da sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.“

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