Beratung für Gründer Heiße Tipps vom Vorstandschef

Top-Manager beraten die Gewinner des Start-up Wettbewerbs "Weconomy". Die Gründer bekommen so neue Perspektiven – und Kontakte.

Stefani Hergert | , aktualisiert


Sven Marlinghaus, Geschäftsführung BrainNet-Gruppe, im Vier-Augen-Gespräch.Foto: Weconomy

Erfahrungen austauschen

An das Gefühl am ersten Abend des Gründerwochenendes im Herbst 2011 erinnert sich Sebastian Schulze noch genau. Als die Gründer zusammenkamen, waren die Themen des Abends schnell gefunden – alle haben als Jungunternehmer schließlich ähnliche Erfahrungen gemacht und ähnliche Herausforderungen, vor denen sie stehen.

"Ich habe mich sofort angekommen und wohl gefühlt" sagt Schulze. Daraus sind echte Freundschaften entstanden, die sich um weit mehr drehen als den üblichen Plausch. "Wir besprechen da schon mal tiefgehende Finanzierungsfragen, wollen wissen, wie die anderen etwas gelöst haben", sagt Schulze.

Schulze, der mit seinem Co-Gründer Asaf Moses den Online-Modehandel revolutionieren könnte, traf im Herbst nicht nur auf andere Start-up-Unternehmer, sondern auch auf Top-Manager der deutschen Wirtschaft.

Viele Fragen zum Geschäftsmodell

Bosch-Chef Franz Fehrenbach, der ehemalige BASF-Chef Jürgen Hambrecht und etliche andere nahmen sich unter vier Augen Zeit für Gespräche. "Viele Fragen, die Gründer beschäftigen, drehen sich um Finanzierung, Marktzugang und Vertrieb sowie um Geschäftsmodelle.

Also: Wie muss ich ein Geschäftsmodell in der Gründungsphase so durchdenken, damit ich noch Jahre später damit erfolgreich weiter wachsen kann. Hier geben wir unsere Erfahrungen gern weiter", sagt Christian Rast, Gründer und Vorstandschef der Beratung Brain-Net.


Sven Marlinghaus, Geschäftsführung BrainNet-Gruppe, im Vier-Augen-Gespräch. Foto: Weconomy

Ein Wochenende lang beraten deutsche Top-Manager bis zu zehn Jungunternehmer. Das ist etwas Einmaliges in Deutschland – exklusiv angeboten für die Gewinner des Start-up-Wettbewerbs Weconomy, den Wissensfabrik und Handelsblatt auch in diesem Jahr ausschreiben.

Denn die Manager wissen, dass Deutschland mehr Gründer braucht. Zuletzt machten sich nur noch 40.0000 Gründer jährlich in Vollzeit selbständig. "Ob innovative Technologie, Lifestyle-Anwendung oder Energie-Onlinebörse – unser Ziel ist kluge und mutige Menschen bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen zu unterstützen. Das ist auch die beste Investition in die Zukunft Deutschlands", sagt Hambrecht, der heute für die Wissensfabrik spricht.

Und deshalb nehmen sich die Manager die Zeit für das Weconomy-Wochenende. "Sie haben sich richtig in die Materie reingedacht", sagt Gründer Schulze.

Gezielte Fragen

Er und sein Mitgründer haben mit Upcload ein System entwickelt, mit dem sich Onlinekäufer per Webcam vermessen lassen um so die passende Kleidergröße zu finden.

Schulze waren vor allem Antworten auf zwei drängende Fragen wichtig: Wie müssen wir uns unsere Organisation anpassen, wenn wir unsere Mitarbeiterzahl mehr als verdoppeln? Und wie sprechen wir die großen Konzerne an?


Sven Marlinghaus, Geschäftsführung BrainNet-Gruppe, im Vier-Augen-Gespräch. Foto: Weconomy

Für Schulze und Mitgründer Moses sind die großen Shops enorm wichtig, bei ihnen würden sie gerne ihre Software platzieren.

Wenn Upcload-Nutzer, die ihre Maße in der Datenbank hinterlegt haben, in einem Onlineshop Kleidung bestellen und der Shop an das Upcload-System angeschlossen ist, können sie mit einem Login sehen, welche Größe wohl besser passt.

5000 Nutzer haben bisher ein Konto angelegt, ein Dutzend Onlineshops, die für jeden Login eines Kunden zahlen, haben die Gründer bisher von der Technik überzeugt.

Schwierige Vertriebsgespräche

Mit der Vermessung im Wohnzimmer ist die Hoffnung verbunden, dass weniger Kunden Artikel zurückschicken, weil sie auf Anhieb die richtige Größe finden. "In manchem Segment liegen die Retouren bei 30 bis 70 Prozent", sagt Schulze. "Für die Händler sind das extrem hohe Kosten."

Um den großen Internethändlern das System vorzustellen, muss Schulze erst einmal wissen, wen im Konzern er ansprechen soll. In den Gesprächen mit Managern wie dem Bilfinger-Berger-Vorstand Joachim Enenkel hat er gelernt, dass es sinnvoll ist, das Thema auf verschiedenen Ebenen in einer gewissen Reihenfolge zu platzieren.


Sven Marlinghaus, Geschäftsführung BrainNet-Gruppe, im Vier-Augen-Gespräch. Foto: Weconomy

Auch bei Fenna Neubauer und ihrem Bruder Hannes ging es um die Frage, wie die großen Kunden so ticken. Die Geschwister, die eine Zange entwickelt haben, die durch ein patentiertes Greifprinzip Objekte besser fixieren soll, wollten vor allem mehr über die Systematik von Baumärkten erfahren.

Die Gründer – ebenfalls eines von neun Gewinnerteams des Weconomy-Wettbewerbs 2011 – haben denn auch von einem der Manager den Kontakt zum Chef einer großen Baumarktkette bekommen.

"Er hat uns erklärt, dass sich Produkte wie unsere Zange erst im Profibereich durchsetzen müssen, bevor sie in den Baumarkt Einzug halten", sagt die 35-Jährige.

Perfektes Gründerteam

An dem Gewinnerwochenende im Herbst saß sie mit Stift und Block den Top-Managern gegenüber – um auch ja nichts zu verpassen. "Wenn sieben oder acht Manager hintereinander Tipps geben, geht es gar nicht anders", sagt Neubauer. "Unglaublich viel Energie" habe sie aus dem Wochenende mitgenommen.

Sie und ihr Bruder sind eigentlich das perfekte Gründerteam: Er der Designer und Künstler, der die Idee hatte und die Zange entwarf, sie die Betriebswirtin, die sich um die Serienreife und Markteinführung kümmert. Die Protoptypen der Greifzangen mit dem N-Effekt hat sie schon auf der internationalen Handwerksmesse ausgestellt.
 


Sven Marlinghaus, Geschäftsführung BrainNet-Gruppe, im Vier-Augen-Gespräch. Foto: Weconomy

Dort war auch ein ehemaliger Bosch-Manager dabei, der die beiden als Mentor unterstützt. Durch den Kontakt weiß Neubauer auch, wie der Handwerksmarkt in Deutschland funktioniert.

Eckehard Fozzy Moritz hat schon vor zwölf Jahren gegründet – und 2007 im ersten Jahrgang den Weconomy-Preis gewonnen.

"Einen großen Teil unseres Erfolgs macht das Weconomy-Netzwerk aus", sagt Moritz, der 15 feste Mitarbeiter beschäftigt.

Guter Draht zu den Mentoren

Mit seiner Innovationsmanufaktur in München will er dafür sorgen, dass in den Unternehmen "Innovation passiert".
 
Moritz sagt, er habe bis heute einen "sehr guten Draht" zu den Fehrenbach und Hambrecht.


Jetzt anmelden!
Gründer können sich bis zum 31. Mai 2012 unter www.weconomy.de bewerben.

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