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Bakterienfalle Büro 30.000 unsichtbare Mitarbeiter

Täglich kommen wir mit Tausenden von Bakterien in Kontakt. Grade im Büro wimmelt es nur so davon. Wie das unsere Gesundheit beeinflusst, wissen Forscher noch nicht.

Clare Devlin, wiwo.de | , aktualisiert

30.000 unsichtbare Mitarbeiter

Foto: fotoliaxrender/Fotolia.com

Obwohl wir sie nicht sehen und hören können, sind wir immer von ihnen umgeben: Bakterien. Schon zuhause und auf dem Weg zur Arbeit kommen wir mit ihnen in Berührung – in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Aufzügen und wenn wir Türklinken berühren. Während der Arbeit tippen wir auf der Tastatur, wir greifen zum Telefon und benutzen die öffentlichen Toiletten und Technikräume. Dabei begegnen wir mehr als 30.000 Arten von Bakterien.

Forscher an der University of Oregon in Eugene haben 155 Räume eines viergeschossigen Mehrzweckgebäudes auf dem Campus der Universität untersucht. Der Spiegel berichtet, dass das Team um Steven Kembel dabei den Staub aus verschiedenen Lehr- und Büroräumen, Toiletten und Fluren gesammelt hat. Per Gentest haben sie die darin vorkommenden Bakterien untersucht. 

Unterschiedliche Stämme

Die Forscher fanden mehr als 30.000 verschiedene Bakterienarten. Dem Fachblatt "PLOS One" erklärten sie, dass jeder einzelne Raum ein eigenes mikrobielles Ökosystem habe. Die Größe des Raums, die Häufigkeit der Nutzung und die Art der Belüftung beeinflussen die Anzahl und Art der vorkommenden Bakterien. Gewisse Arten von Bakterien waren allerdings in jedem der Räume vorhanden. Die Forscher haben herausgefunden, dass diese Bakterien zu den Stämmen Proteobacteria und Firmicutes gehören. Über den Menschen oder über Pflanzen kommen sie in das Gebäude.

In Räumen mit Klimaanlagen fanden die Forscher besonders viele Bakterien der Gattung Deinococcus. Eine Erklärung dafür: Diese Art der Bakterien verträgt die Mischung aus trockener Luft der Klimaanlage und dem einfallenden UV-Licht besonders gut. Denn der Keim Deinococcus radiodurans ist für seine hohe Toleranz gegen Hitze, Austrocknung und UV-Licht bekannt.

Der Spiegel berichtet, dass in Räumen, in denen zum Lüften öfter das Fenster geöffnet wird, auch öfter Keime gefunden wurden, die normalerweise im Boden und an Pflanzen zu finden sind.

Bei einer Mehrzahl der 30.000 Bakterien weiß man nicht, wie sie sich auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Sie könnten sowohl einen positiven, als auch einen negativen oder gar keinen Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben. 

Unterschiedliche Bakteriencocktails

Die Forscher haben im Zuge ihrer Untersuchung herausgefunden, dass die Anzahl der Bakterien nicht nur davon beeinflusst wird, wie häufig ein Raum genutzt wird, sondern auch welche Form der Raum hat. In Fluren, Durchgangszimmern und oft genutzten Räumen konnten die Forscher andere Bakterienzusammensetzungen finden als in weniger genutzten Zimmern.

Die Forscher gehen davon aus, dass Häuser und Bürogebäude künftig so entworfen werden können, dass ein möglichst gesundheitsförderndes Umfeld entsteht.

Wenig überraschend fanden die Forscher in den Toilettenräumen besonders viele Bakterien, die am und im Menschen leben. So zum Beispiel Darmbakterien wie Lactobacillen oder Clostridien.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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