Ausland "Dänemark ist weniger formell"

Dänemark eignet sich für Deutsche nicht nur als beliebtes Ferienland. Auch die dänische Arbeitswelt hat viel zu bieten. Zwei Auswanderer berichten von ihren Erfolgen und Schwierigkeiten im Nachbarland.

Elmar Jung | , aktualisiert

Philipp Schröder

Philipp Schröder ist wohl das, was man einen Überflieger nennt: Er hat einen Doktortitel, war als Unternehmensberater für McKinsey tätig und hat unzählige Forschungsbeiträge veröffentlicht. Und trotzdem wäre er nicht dort, wo er jetzt steht, hätte er seine Karriere in Deutschland verfolgt. Mit 40 hat er bereits eine Professorenstelle für internationale Ökonomie und Wirtschaftsdynamik an der Business School im dänischen Århus angetreten. Zwölf Mitarbeiter leitet er dort. "In Deutschland muss man Hans-Werner Sinn heißen, um einen solchen Stab zu bekommen", sagt er.

Letztlich war es aber nicht die Karriere, die Schröder nach Århus zog. Den Ausschlag gab seine Frau. Als Dänin fühlte sie sich in Berlin nicht mehr wohl, wollte unbedingt zurück in die Heimat. Und Schröder ging mit. Inzwischen fühlt er sich heimisch in Dänemark, was vor allem an der Sprache liegt. "Erst, wenn man die beherrscht, ist man richtig angekommen", sagt er. Vor allem Århus hat es ihm angetan: "Es hat das Angebot einer Großstadt und den Charme der Provinz." Zu laut sollte er das aber nicht sagen. Århus ist mit knapp 300 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes.

Jan Buthke

Als die Wirtschaftskrise Dänemark traf, hätte Jan Buthke auch aufgeben können. Sein Arbeitgeber, das renommierte Architekturbüro Schmidt, Hammer und Lassen, war gerade dabei, in großem Stil Angestellte zu entlassen. Und auch dem 31-jährigen Deutschen hatten sie klargemacht, dass er nicht mit einer Verlängerung seines befristeten Vertrags rechnen könne. "Das war ein Schock", sagt Buthke. Eine Rückkehr nach Deutschland kam für ihn trotzdem nicht infrage. Denn es gibt viele Dinge, die er an Dänemark zu schätzen weiß. Als er 2000 nach Århus zog, lockte ihn vor allem die dänische Mentalität. In Deutschland sei doch alles arg formell.´"Mir liegt das nicht", sagt er.

Ein Glück zudem, dass Dänemark in Sachen Design und Architektur einen guten Ruf genießt. An der Hochschule für Architektur in Århus lernte Buthke auch seine spätere Frau kennen, mit der er heute zwei Kinder hat. Trotz der Verantwortung für die Familie wagte Buthke nach seinem Intermezzo bei Schmidt, Hammer und Lassen den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete mit einem ehemaligen Studienkollegen ein Architekturbüro. Noch ist die Auftragslage eher mau. "Für die Zukunft bin ich aber zuversichtlich", sagt Buthke.

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