Ausbildung zum Psychologischen Berater – Kosten und Finanzierung

Mit der Weiterbildung zum Psychologischen Berater eröffnen sich neue Perspektiven im Job. Doch Vorsicht: Die Kosten unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Sophie Hansen | 19.12.2021
Psychologischer Berater Kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufsbezeichnung „Psychologischer Berater“ ist ungeschützt. Dennoch kann die entsprechende Weiterbildung eine wertvolle Zusatzqualifikation in vielen Arbeitsbereichen bieten.
  • Die Kosten für die Ausbildung variieren stark: Zwischen 1.300 und 3.000 Euro Gesamtkosten sind je nach Anbieter denkbar.
  • Eine Reihe von Programmen von Bund und Ländern bieten eventuell finanzielle Fördermöglichkeiten.

In vielen Berufen kommt es auf Kommunikation und Interaktion mit Menschen an. Das können Klienten sein oder Mitarbeiter, mit denen man zusammenarbeitet oder die man in einer Leitungsfunktion führt. Eine Weiterbildung zum Psychologischen Berater kann hier in vielerlei Hinsicht helfen und unter anderem neue Jobperspektiven eröffnen – auch wenn sie in Deutschland nicht zu einem Beruf mit einer geschützten Berufsbezeichnung führt.

Doch so eine Ausbildung gibt es nicht umsonst. Mit welchen Kosten ist also zu rechnen? Und gibt es Möglichkeiten, für einen solchen Lehrgang finanzielle Unterstützung zu bekommen?

Was kostet mich die Ausbildung zum Psychologischen Berater?

Die Ausbildung zum Psychologischen Berater ist von staatlicher Seite in Deutschland nicht reguliert, da die Berufsbezeichnung „Psychologischer Berater“ nicht gesetzlich geschützt ist. Das führt dazu, dass sich die entsprechenden Lehrgänge und Kurse bezüglich Inhalt, Dauer und Preis zum Teil deutlich unterscheiden. Wer sich einen groben Überblick über den Ausbildungsmarkt verschafft, insbesondere auch über Optionen für ein Fernstudium, stellt fest, dass sich die Kosten für die meisten angebotenen Lehrgänge etwa zwischen 1.300 und 3.000 Euro bewegen. Monatlich kommen so etwa 75 bis 250 Euro an Kosten zusammen. 

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Es gibt zahlreiche Optionen zur finanziellen Unterstützung einer Weiterbildung zum Psychologischen Berater. 

Für arbeitslose oder durch Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen kann der Bildungsgutschein eine Option sein, die Ausbildung zum Psychologischen Berater zu finanzieren (https://www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/bildungsgutschein). Bei diesem Angebot der Agentur für Arbeit werden alle Kosten einer Weiterbildung plus eventuell eine Weiterzahlung des Arbeitslosengeldes übernommen. Dabei ist der Bildungsgutschein nur für Menschen gedacht, die damit unmittelbar Arbeitslosigkeit überwinden oder abwenden, nicht für jene, die sich ungezwungen nebenberuflich weiterbilden wollen.

Für Geringverdiener kommt dagegen die Bildungsprämie der Bundesregierung infrage. Menschen mit einem Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro werden durch sie in eventuellen Aus- und Weiterbildungen gefördert. Hierfür muss eine Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche oder alternativ eine Eltern- oder Pflegezeit nachgewiesen werden. Die Bildungsprämie wird in Form von einem oder zwei Gutscheinen ausgezahlt, der Prämiengutschein kann die Kosten einer entsprechenden Ausbildung dabei bis zur Hälfte abdecken, bis zu 500 Euro insgesamt. Mehr Informationen zur Bildungsprämie finden Sie auf dieser Informationsseite: https://www.bildungspraemie.info/

Für die Finanzierung der Weiterbildung zum Psychologischen Berater lohnt es sich zudem, spezielle Förderprogramme der Bundesländer genauer unter die Lupe zu nehmen. Nordrhein-Westfalen bietet etwa den Bildungscheck an (https://www.weiterbildungsberatung.nrw/finanzierung/bildungsscheck) Hamburg den Weiterbildungsbonus (https://www.weiterbildungsbonus.net/) oder Hessen das Programm ProAbschluss (https://www.proabschluss.de/startseite/). Im Einzelfall können diese mehr als 1.000 Euro der Ausbildungskosten abdecken.

Eine weitere Option, die in Erwägung gezogen werden sollte: ein Gespräch mit dem aktuellen Arbeitgeber. Die Ausbildung zum Psychologischen Berater kann sich für viele Arbeitgeber lohnen und von ihnen als sinnvolle Kompetenzerweiterung und Zusatzqualifikation erkannt werden. Eine Übernahme der Kosten für einen entsprechenden Lehrgang durch den Arbeitgeber ist somit denkbar.

Auch eine Nachverhandlung mit dem Anbieter des Lehrgangs kann Früchte tragen. Gerade bei kleineren Ausbildungszentren ist ein Preiserlass oder Frühbucherrabatt möglich.

Nicht zu vergessen: Bei der Steuererklärung können Ausbildungen wie die zum/zur Psychologischen Berater zudem eventuell als Werbungskosten oder Sonderausgaben angesetzt werden.

Wie finde ich eine gute Ausbildung?

Um eine fundierte Ausbildung zu finden, sollten auf unabhängige Qualitätschecks des Anbieters geachtet werden. Dazu gehört etwa eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) oder eine Überprüfung durch die Qualitätsgemeinschaft Coaching Ausbildung (QCA)

Auch die Kooperation oder Auszeichnung durch Fachverbände ist ein gutes Signal. So zertifiziert etwa der Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater Weiterbildungslehrgänge wie die Ausbildungen der Paracelsus Heilpraktikerschulen.

Ein weiterer empfehlenswerter Anbieter für Aus- beziehungsweise Weiterbildung im Bereich Psychologische Beratung ist etwa das Bildungswerk für therapeutische Berufe (btb.info). Dieser Anbieter ist mehrfach zertifiziert und arbeitet unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention zusammen.

ILS Institut für Lernsysteme

ILS-Hochschule
ILS
Hamburg
0
  • Private Hochschule

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt

sgd hochschule
SGD Darmstadt
Darmstadt
0
  • Private Hochschule

BTB Bildungswerk für Erwachsenenbildung

Wie sehen Gehalt und Karrierechancen nach der Ausbildung aus?

Mit der Ausbildung zum Psychologischen Berater erwerben Absolventen zwar keine in Deutschland geschützte Berufsbezeichnung, jedoch eine Reihe an wertvollen Kompetenzen, die in vielen Arbeitsbereichen nützlich sein können.

Viele Menschen in pädagogischen oder sozialen Berufen wählen diese Ausbildung, um besser mit Kunden oder Mitarbeitern umgehen zu können. Auch viele Coaches entscheiden, sich in diesem Bereich weiterzubilden, um zusätzliche Skills aufzubauen. Auch in wirtschaftlichen Führungspositionen kann die Arbeit hilfreich sein, um mit Mitarbeitern und Teamdynamiken besser umgehen zu können.

Viele kombinieren die Ausbildung zum Psychologischen Berater auch mit der zum Heilpraktiker für Psychologie und bereiten sich so vor für einen Start in die Selbstständigkeit mit einer eigenen psychologische Beratungspraxis. 

Das Einkommen von Psychologischen Beratern hängt stark von den persönlichen Gegebenheiten ab, etwa Erfahrung, das Unternehmen, für das man arbeitet, und die Region, in der man lebt. Ein grober Richtwert: die Gehaltsspanne bewegt sich für die meisten Psychologischen Berater zwischen 2800 und 3200 Euro brutto im Monat.


Häufig gestellte Fragen zum Psychologischen Berater

Was kostet eine Ausbildung zum Psychologischen Berater?

Für eine Ausbildung zum Psychologischen Berater muss mit Gesamtkosten von etwa 1300 und 3000 Euro gerechnet werden, monatlich kommen so etwa 75 bis 250 Euro zusammen. 

Wie viel verdient ein Psychologischer Berater?

Das hängt stark von den persönlichen Gegebenheiten ab, etwa Erfahrung, Unternehmen, Region. Ein grober Richtwert: die Gehaltsspanne bewegt sich für die meisten Psychologischen Berater zwischen 2800 und 3200 Euro brutto im Monat.

Wie lange dauert eine Ausbildung zum Psychologischen Berater?

Für die Ausbildung müssen etwa ein bis anderthalb Jahre einkalkuliert werden. Wird die Regelstudienzeit überschritten, können meistens kostenlos ein paar Monate drangehängt werden.