Psychologischer Berater (IHK) – Was das wirklich bedeutet

Bei der Auswahl einer Ausbildung zum Psychologischen Berater lohnt es sich, auf inhaltliche Details und Empfehlungen unabhängiger Fachinstitutionen zu achten.

Michael Klitzsch | 21.12.2021
Psychologischer Berater Ausbildung IHK

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufsbezeichnung „Psychologischer Berater“ ist nicht geschützt. Daher gibt es eine große Varianz bei den Ausbildungen, was Dauer, Preis und Qualität betrifft.
  • Für den Abschluss der Weiterbildung „Psychologischer Berater (IHK)“ gibt es ein Zertifikat der IHK, nicht den staatlich anerkannten IHK-Berufsabschluss.
  • Bei der Auswahl einer Ausbildung zum Psychologischen Berater lohnt es sich, auf inhaltliche Details und Empfehlungen unabhängiger Fachinstitutionen zu achten.

In Deutschland kann sich theoretisch jeder Psychologischer Berater nennen. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt – und das hat Konsequenzen: Ausbildungen zum Psychologischen Berater sind damit auch nicht staatlich reguliert und variieren entsprechend stark in Qualität, Tiefe, Dauer und Preis. Ein staatlich anerkanntes Berufsabschlusszeugnis bringen sie auch nicht.

Das ist wichtig zu beachten. Denn bei der Weiterbildung zum „Psychologischen Berater (IHK)“ der Industrie- und Handelskammer könnte man schnell auf diesen Gedanken kommen. Immerhin vergibt die Körperschaft des öffentlichen Rechts und Interessenvertretung aller gewerbetreibenden Unternehmen in Deutschland die sogenannten IHK-Abschlüsse gesetzlich anerkannter Ausbildungsberufe. Doch das IHK-Zertifikat, das am Ende einer Weiterbildung zum „Psychologischen Berater (IHK)“ steht, hat mit diesen Abschlüssen nichts zu tun.

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Gibt es eine Ausbildung zum Psychologischen Berater bei der IHK?

Nein, die gibt es in diesem Sinne nicht. Der Psychologische Berater mit IHK-Zertifikat ist keine IHK-Ausbildung, wie sie für andere gesetzlich anerkannte Berufe existiert, sondern es handelt sich um einen staatlich nicht regulierten Kurs, der von privaten Anbietern in Kooperation mit der IHK angeboten wird. Und am Ende erhält man mit einer gewissen Teilnahmequote in der Regel ein IHK-Zertifikat. Dieses ist nicht zu verwechseln mit einem IHK-Prüfungszeugnis, das man nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) nach abgeschlossener Prüfung eines Ausbildungsberufs erhält.

Wie anerkannt ist das IHK-Zertifikat für Psychologische Berater?

Ein IHK-Zertifikat erhält man nicht nur nach einem Lehrgang zum Psychologischen Berater, es gibt dieses für zahlreiche Seminare/Lehrgänge, die nicht staatlich reguliert sind. Das Seminar-Angebot der IHK ist sehr umfangreich und kann auf der Website wis.ihk.de eingesehen werden. Derzeit (Stand November 2021) findet man hier unter dem Suchbegriff „IHK-Zertifikat“ über 86.000 Einträge. Es gibt also zahlreiche unterschiedliche Seminare, die mit einem IHK-Zertifikat werben. Ob dieses für Psychologische Berater also tatsächlich ein qualitatives Gütesiegel ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ein Problem, auf das Menschen, die sich für eine Weiterbildung zum Psychologischen Berater interessieren, stoßen: Es gibt leider durchaus unseriöse oder qualitativ ungenügende Kurse auf dem Markt. An einen zu kurzen, inhaltlich unvollständigen oder zu teuren Kurs zu geraten – davor schützt auch ein versprochenes IHK-Zertifikat nicht. Insbesondere in einem Beruf wie dem des Psychologischen Beraters, in dem es vorrangig um sensible Themen und persönliche Probleme der Klienten geht, ist es wichtig, sich um eine fundierte Ausbildung zu bemühen.

Das bedeutet: Kursstruktur und die vermittelten Inhalte genau unter die Lupe zu nehmen. 

Außerdem lohnt es sich, unabhängige Ausbildungstests und Zertifizierungen der Kurse zu Rate zu ziehen und die Angebote miteinander zu vergleichen.

Welche Alternativen zur IHK gibt es?

Auch wenn das Zertifikat der IHK wenig Aussagekraft hat: Es gibt durchaus Indizien und Gütesiegel, die etwas über die Qualität einer Weiterbildung zum Psychologischen Berater aussagen. Dazu gehören Kooperationen, Zertifizierungen oder Empfehlungen von Fachverbänden. So kooperiert etwa das Bildungswerk für therapeutische Berufe (btb.info), das ebenfalls Ausbildungen zum Psychologischen Berater anbietet, mit der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention (DGGP). Diese Ausbildung ist zudem durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht zertifiziert und vom Fachverein Quallianz e.V. geprüft.

Auch die ILS bietet einen Lehrgang zum Psychologischen Berater an (https://www.ils.de/fernkurse/psychologischer-berater-personal-coach/), der TÜV-geprüft und AZAV-zertifiziert ist und somit auch eine 100-prozentige Förderung durch den Bildungsgutschein ermöglicht. 

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt

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ILS Institut für Lernsysteme

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BTB Bildungswerk für Erwachsenenbildung

Häufig gestellte Fragen zur Ausbildung „Psychologischer Berater“

Ist Psychologischer Berater ein anerkannter Beruf?

Nein, jeder darf sich in Deutschland Psychologischer Berater nennen, es handelt sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung. Die Ausbildung zum Psychologischen Berater ist entsprechend nicht gesetzlich geregelt.

Was kostet eine Ausbildung zum Psychologischen Berater?

Für eine Ausbildung zum Psychologischen Berater muss mit Gesamtkosten von etwa 1.300 bis 3.000 Euro gerechnet werden, monatlich kommen so etwa 75 bis 250 Euro zusammen.

Wie lange dauert eine Ausbildung zum Psychologischen Berater?

Für die Ausbildung müssen etwa ein bis anderthalb Jahre einkalkuliert werden. Wird die Regelstudienzeit überschritten, können meistens kostenlos ein paar Monate drangehängt werden.