Heilpraktiker für Psychotherapie – Kosten und Finanzierung

Auf angehende Heilpraktiker für Psychotherapie kommen nicht unerhebliche Ausbildungskosten zu. Doch es gibt es Optionen, finanzielle Förderungen zu erhalten.

10.11.2021
Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung Kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Beruf des Heilpraktikers für Psychotherapie ist in Deutschland nicht geschützt, es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung. Das führt zu sehr Lehrgängen, die sich bezüglich Länge und Kosten stark unterscheiden.
  • Im Fernstudium muss man für die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie je nach Anbieter ungefähr 1800 bis 3500 Euro einkalkulieren
  • Bund und Länder bieten einige Fördermöglichkeiten, die unter Umständen den Preis für die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie deutlich senken können.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie gibt es in der Bevölkerung einen zunehmen hohen Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten – mit der Heilpraktiker-Ausbildung für Psychotherapie kann dieser Bereich eine attraktive Berufsperspektive bieten. Allerdings ist der Weg in dieses Berufsbild nicht leicht zu überblicken, da die Bezeichnung „Heilpraktiker/in“ nicht vom Staat geschützt ist, staatliche Regeln für Ausbildungswege gibt es folglich nicht.

Entsprechend vielfältig ist das Angebot an Kursen und Lehrgängen – und entsprechend unterschiedlich fallen auch die Preise aus, welche die Anbieter für den „kleinen Heilpraktiker Psychotherapie“ abrufen.

Mit welchen Kosten für eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie muss ich rechnen?

Die Kosten der Ausbildung unterscheiden sich stark je nach Anbieter ab. Die meisten Fernstudiums-Angebote belaufen sich auf etwa 1.800 bis 3.500 Euro (Quelle: zfu.de). Zeitlich sind bei diesen Kursen sieben bis zehn Stunden pro Woche fürs Lernen einzuplanen. Das Studium läuft in der Regel 12 bis 15 Monate und kann meistens kostenlos verlängert werden. Präsenzlehrgänge vor Ort können bis zu einige tausend Euro mehr kosten.

Neben den eigentlichen Kursgebühren müssen für die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie weitere Kostenpunkte berücksichtigt werden. Dazu gehören etwa die Gebühren für die staatliche Prüfung, die das Gesundheitsamt berechnet (egal, ob sie bestanden wird oder nicht). Sie belaufen sich je nach Stadt und Bundesland auf mehrere hundert Euro. (Quelle: u.a. https://www.freistaat.bayern).

Lernmaterialien wie Bücher, Laptop oder Software kosten ebenfalls Geld. Angehende Heilpraktiker sollten hier über den Verlauf der Ausbildung mit ein paar hundert Euro rechnen. Für Präsenzseminar und Vor-Ort-Termine können eventuell weitere Reise- und Übernachtungskosten anfallen.

Welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt es?

Es gibt verschiedene Optionen für eine Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in Psychotherapie finanziell gefördert zu werden.

Ein Förderungsweg für arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen ist der Bildungsgutschein. Bei diesem Angebot der Agentur für Arbeit übernimmt der Staat alle Kosten einer Weiterbildung plus eventuell eine Weiterzahlung des Arbeitslosengelds. Den Bildungsgutschein bekommen nur Menschen, denen er unmittelbar dabei hilft, Arbeitslosigkeit zu überwinden, abzuwenden oder einen Berufsabschluss nachzuholen, der für die berufliche Eingliederung notwendig ist. Er ist nicht für Menschen gedacht, die sich ungezwungen nebenberuflich weiterbilden wollen.

Geringverdiener mit einem Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro können sich bei der Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in über die Bildungsprämie unter die Arme greifen lassen. Die Bildungsprämie ist ein Programm der Bundesregierung, für sie müssen eine Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche oder alternativ eine Eltern- oder Pflegezeit nachgewiesen werden.

Die Bildungsprämie wird in Form von einem oder zwei Gutscheinen ausgezahlt, dabei kann der Prämiengutschein bis zur Hälfte der Kosten einer entsprechenden Ausbildung abdecken, bis zu 500 Euro insgesamt. Mehr Informationen zur Bildungsprämie finden Sie auf dieser Informationsseite der Bundesregierung.

Viele Bundesländer haben zudem spezielle Förderprogramme für Aus- und Weiterbildungen – Nordrhein-Westfalen etwa den Bildungscheck Hamburg den Weiterbildungsbonus oder Hessen das Programm ProAbschluss. Im Einzelfall können diese mehr als 1000 Euro der Ausbildungskosten abdecken – informieren lohnt sich!

Ebenfalls in Erwägung gezogen werden sollte eine Nachverhandlung mit dem Anbieter der Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie. Gerade bei kleineren Schulen ist ein Preiserlass oder Frühbucherrabatt denkbar, da oftmals ein Interesse daran besteht, Kurse voll zu besetzen.

Nicht zu vergessen: Bei der Steuererklärung können Ausbildungen wie die zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie eventuell als Werbungskosten oder Sonderausgaben angesetzt werden. 

Wer bietet die Ausbildung an?

Eine Reihe von Bildungseinrichtungen und Fernstudium-Anbietern haben die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in Psychotherapie im Angebot. Um qualitativ fundierte Lehrgänge zu erkennen, ist es hilfreich, nach Zertifikaten unabhängiger Institutionen wie die der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)  zu schauen. Auch die Kooperation mit Fachverbänden oder deren Zertifizierung können ein Indiz sein für eine hochwertige Ausbildung.

Karriere.de empfiehlt hier etwa das Ausbildungs-Angebot der ils, die eine mehrfach qualitativ geprüfte Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie anbietet.

ILS Institut für Lernsysteme

ILS-Hochschule
ILS
Hamburg
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  • Private Hochschule

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt

sgd hochschule
SGD Darmstadt
Darmstadt
0
  • Private Hochschule

BTB Bildungswerk für Erwachsenenbildung

Welche Gehalts- und Karrierechancen habe ich nach der Ausbildung?

Ist die Prüfung beim Gesundheitsamt bestanden und die Zulassung erhalten, können Heilpraktiker/innen für Psychotherapie in einer Vielzahl von Einrichtung beruflich tätig werden. Dabei dürfen sie ausschließlich psychische Störungen, für die sie therapeutische Ansätze kennen, behandeln. Dies kann in der Selbstständigkeit mit der eigenen Praxis geschehen ebenso wie in Anstellungen in Kliniken, sozialen Einrichtungen, Gesundheitszentren oder Gemeinschaftspraxen.

Das Heilpraktiker-Einkommen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, dazu gehören die Region, in der man sich niedergelassen hat genauso wie Berufserfahrung, Konkurrenzsituation sowie Anzahl und Art der Kunden. Die Mehrheit der Heilpraktiker/innen in Deutschland verdient etwa zwischen 3000 und 4000 Euro brutto, wobei das Gehalt mit zunehmender Berufserfahrung ansteigt.


Häufig gestellte Fragen zur Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in Psychotherapie

Wird die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in für Psychotherapie von der Arbeitsagentur bezahlt?

Dies kann der Fall sein, wenn der Interessierte die Voraussetzungen für einen Bildungsgutschein erfüllt. Diesen gibt es für Menschen, die arbeitslos oder unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht sind. In diesem Fall übernimmt der Staat die Kosten einer Weiterbildung plus eventuell eine Weiterzahlung des Arbeitslosengelds.

Ist Heilpraktiker/in für Psychotherapie eine Berufsausbildung?

Der Begriff „Heilpraktiker/in für Psychotherapie“ ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, daher gibt es auch keine staatlich anerkannte Berufsausbildung dafür. Es gibt lediglich eine staatliche Prüfung beim örtlichen Gesundheitsamt, auf die sich Interessierte mit einem der vielen von Dienstleistern angebotenen Lehrgänge und Ausbildungen vorbereiten können.

Wie lange dauert die Ausbildung zum „kleinen Heilpraktiker Psychotherapie“?

Die meisten Fernstudiums-Angebote geben eine Länge von 12 bis 15 Monate an. Pro Woche müssen dafür 7 bis 10 Stunden Lernzeit investiert werden.