Fitnesstrainer-Lizenzen – Kosten, Dauer, Voraussetzungen

Fitnessassistent, -trainer oder -experte: Für jedes Ausbildungslevel im Fitnesstrainer-Bereich gibt es in Deutschland eine Lizenz. Eine Übersicht.

10.11.2021
Fitnesstrainer Lizenzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt im Fitnesstrainer-Bereich A-, B- und C-Lizenzen. Sie geben an, welche Qualifikationen man in der entsprechenden Ausbildung erworben hat.
  • Die C-Lizenz ist die Grundausbildung, mit der B-Lizenz kann man bereits als selbstständiger Coach arbeiten.
  • Das höchste Level, die A-Lizenz, ist über einen Lehrgang in etwa einem Jahr zu erreichen. 

Wer sich in Deutschland nach einer Ausbildung zum Fitnesstrainer umsieht, wird schnell auf das in der Branche übliche Lizenzsystem stoßen. Denn auch wenn es keine gesetzliche Grundlage hat im Sinne eines anerkannten Berufsabschlusses: Fitnesstrainer-Lizenzen dienen in diesem Arbeitsfeld als unverzichtbarer Nachweis für Qualifizierung und Kompetenzen, die in der Ausbildung erworben wurden.

Welche Lizenzen für Fitnesstrainer gibt es?

Es gibt im Fitnessbereich die C-, B- und A-Lizenz. Die C-Lizenz ist die niedrigste Fitnesstrainerlizenz. Sie kann als die Grundausbildung betrachtet werden und führt ein in Themen wie Ernährung, Anatomie und Physiologie, Trainingslehre und die Funktion von diversen Kraftsportgeräten. In der Ausbildung wird die C-Lizenz oft als Vorstufe zur B-Lizenz gesehen und oftmals im Zuge der Ausbildung zur B-Lizenz vermittelt und „mitgenommen“. Sie kann aber auch separat erworben werden. Die C-Lizenz befähigt zur Arbeit als Trainerassistent.

Die Ausbildung zur B-Lizenz ist die übliche Fitnesstrainer-Ausbildung und vermittelt ein gutes Wissensfundament, um in diesem Bereich zu arbeiten. Im Vergleich zur C-Lizenz führt sie tiefer in die Materie ein und behandelt Themen wie Einweisung und fachkundige Beratung von Kunden im Fitnessstudio, Erstellung von Trainingsplänen und Definition von Trainingszielen mit dem Kunden sowie das Erkennen körperlicher Fehlstellungen. Mit der B-Lizenz ist man allgemein bereits berechtigt, selbstständig als Fitnesscoach zu arbeiten.

Die A-Lizenz ist die höchste Fitnesstrainerlizenz. In der Ausbildung zu dieser Stufe werden erweiterte Fachkenntnisse erworben, etwa im Bereich leistungsorientiertes und rehabilitatives Fitnesstraining. Die A-Lizenz legt die Grundlage für den Weg zum Fitness- und Gesundheitsexperten, was auch Jobchancen außerhalb des klassischen Fitnesstrainings eröffnet, zum Beispiel im Training professionelle Sportler, im individuellen Personal Training oder als Trainer im Reha-Bereich.

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Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um Fitnesstrainer-Lizenzen zu erwerben?

Die Voraussetzungen, um für die Ausbildungen zu den verschiedenen Fitnesstrainer-Lizenzen zugelassen zu werden, können je nach Ausbildungsinstitut und Schule unterschiedlich sein, deshalb lohnt es sich, im Vorfeld nachzufragen.

In der Regel wird für eine Ausbildung zum C-Lizenz-Fitnesstrainer ein Mindestalter von 16 Jahren vorausgesetzt sowie bei Nicht-Volljährigkeit eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten. Für die B- und A-Lizenz liegt das Mindestalter in der Regel bei 18 Jahren. Meist wird zudem die Mittlere Reife oder eine Berufsausbildung erwünscht. 

Um erfolgreich als Fitnesstrainer zu arbeiten sind natürlich auch ein paar persönliche Voraussetzungen sinnvoll, etwa Begeisterung und eigenes Interesse an Sport und Gesundheit, bestenfalls Fitnesserfahrung und Lust auf einen aktiven Beruf. Freude am Umgang mit Menschen, eine gute Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen helfen zusätzlich.

Wie lange brauche ich für die einzelnen Lizenzen?

Wie lange die Ausbildung zum Fitnesstrainer dauert, ist unterschiedlich. Einer der entscheidendsten Faktoren ist hierbei, ob die Ausbildung im Fernstudium angegangen oder Präsenzunterricht gewählt wird. Präsenzunterricht ermöglicht, den Stoff in wenigen Kompaktseminaren zum Beispiel über mehrere Wochenenden zu lernen. Wer die Lizenz lieber weniger geballt und  berufsbegleitend über einen längeren Zeitraum erwerben will, ist mit einem Fernstudium besser beraten.

Im Durchschnitt lässt sich für das Fernstudium beim Überblick über die bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) registrierten Kurse sagen, dass der Schritt zur B-Lizenz 3 bis 6 Monate dauert.

Wer die A-Lizenz anstrebt, muss zusätzlich zur Zeit für die B-Lizenz nochmals je nach Kurs weitere 3 bis 6 Monate einplanen. In etwa einem Jahr kann damit die Ausbildung zum A-Lizenz-Fitnesstrainer in der Regel abgeschlossen werden.

Welche Kosten fallen pro Fitnesstrainer-Lizenz an?

Die C-Lizenz wird von vielen Schulen und Instituten bereits in die Ausbildung für die B-Lizenz integriert. Bis zur B-Lizenz verlangen die Ausbildungsinstitute im Schnitt etwa 600 bis 1000 Euro, zur A-Lizenz dann ungefähr nochmals diesen Betrag, so dass für den Ausbildungsweg zur A-Lizenz etwa ein Gesamtbetrag von 1200 bis 2000 Euro einkalkuliert werden muss. (Quelle: zfu.de Stand: Oktober 2021)

Wie finde ich eine qualitativ gute Ausbildung zu den Fitnesstrainer-Lizenzen?

Um eine fundierte Ausbildung zu den Fitnesstrainer-Lizenzen zu erhalten, sollte möglichst auf unabhängige Qualitätschecks des Anbieters geachtet werden. Zertifizierungen etwa von der ZFU und/oder vom TÜV sind erste gute Indizien, des Weiteren sind Kooperationen mit Fachverbänden ein gutes Signal.

Empfehlenswerte Anbieter für den Bereich Fitnesstraining sind etwa die Deutsche Fitnesslehrer Vereinigung (DFL) oder die Schule Online Trainer Lizenz, die beide mehrfach zertifizierte Lehrgänge anbieten.


Häufig gestellte Fragen zu Fitnesstrainer Lizenzen

Welche Lizenz braucht man, um Fitnesstrainer zu werden? 

Die B-Lizenz umfasst die übliche Fitnesstrainer-Ausbildung und qualifiziert auch dazu, selbstständig als Fitnesscoach zu arbeiten.

Was kostet die B-Lizenz?

Bis zur B-Lizenz verlangen die Ausbildungsinstitute im Schnitt etwa 600 bis 1000 Euro. (Quelle: zfu.de)

Wie lange dauert die Ausbildung, um eine A-Lizenz zu erreichen?

In etwa einem Jahr kann die komplette Ausbildung zum A-Lizenz-Fitnesstrainer in der Regel abgeschlossen werden. Wer bereits eine B-Lizenz hat, muss etwa 3 bis 6 Monate einplanen.