Ausbildung Fitnesstrainer – die wichtigsten Fakten

Fitnesstrainer/innen haben heute viele interessante Jobperspektiven. Die richtige Ausbildung für diesen Beruf zu finden ist aber gar nicht so leicht.

Michael Klitzsch | 10.11.2021
Ausbildung Fitnesstrainer

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufsbezeichnung „Fitnesstrainerin“ ist in Deutschland nicht geschützt. Die Ausbildungen zu diesem Job sind daher staatlich nicht reguliert und variieren in Länge, Kosten und Qualität.
  • Das Trainer-Lizenzsystem der Fitness-Branche hat sie sich selbst gegeben. Es wird allgemein akzeptiert, ist aber nicht gesetzlich verankert oder reguliert.
  • Zum Fitness-Trainer kann man sich per Intensivkursen am Wochenende oder im Fernstudium etwa innerhalb eines Jahres weiterbilden lassen.

Ein gesunder Lebensstil nimmt in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung zu, Sport und Fitness spielen für viele Menschen, die lange und gesund leben wollen, daher eine zunehmend wichtige Rolle. Entsprechend nachgefragt sind Berufe wie der des Fitnesstrainers.

Welche Ausbildungen und Abschlüsse zur Fitnesstrainerin gibt es?

Die Wahl der richtigen Ausbildung zur Fitnesstrainerin ist gar nicht so leicht. Die Berufsbezeichnung „Fitnesstrainerin“ ist gesetzlich nicht geschützt, so dass auch ein klarer, staatlich regulierter Weg in diesen Job fehlt. 

In der Fitness-Branche hat sich allerdings ein relativ klares Lizenzsystem entwickelt, das darüber informiert, welche Kompetenzen in der Ausbildung erworben werden. So ist etwa die C-Lizenz die Fitnesstrainerin-Grundausbildung und führt ein in Themen wie Ernährung, Anatomie und Physiologie, Trainingslehre und die Funktion von diversen Kraftsportgeräten. Die C-Lizenz befähigt bereits zur Arbeit als Trainerassistent

Die B-Lizenz führt tiefer in die Materie ein und behandelt Themen wie Einweisung von Kunden im Fitnessstudio, Erstellung von Trainingsplänen oder das Erkennen körperlicher Fehlstellungen. Mit der B-Lizenz ist man allgemein bereits berechtigt, selbstständig als Fitnesscoach zu arbeiten. 

Die A-Lizenz geht dann nochmals tiefer auf alle Themenfelder ein und macht die Anwärter zu einem Fitness- und Gesundheitsexperten. Mit der A-Lizenz lassen sich auch professionelle Sportler trainieren, sie qualifiziert zudem für weitere fachliche Weiterbildungen

Gut zu wissen: Viele Ausbildungsinstitute und Schulen bieten die C-Lizenz gar nicht mehr separat an, sondern zielen mit ihren Lehrgängen direkt auf die B-Lizenz ab.

Gut zu wissen: viele Ausbildungsinstitute und Schulen bieten die C-Lizenz gar nicht mehr separat an, sondern zielen mit ihren Lehrgängen direkt auf die B-Lizenz ab.

Wie anerkannt sind A-, B- oder C-Lizenz?

Die Fitnesstrainer-Lizenzen sind keine staatlich anerkannten Berufsabschlüsse – sondern ein System, um Kompetenzen zuzuordnen, das sich die Branche selbst auferlegt hat. Entsprechend ist es nicht gesetzlich reguliert. Es wird in der Branche zwar in der Regel akzeptiert, vergibt aber keine staatlich anerkannten Berufsabschlüsse.

Ausbildungen wie sie in Zertifikatslehrgängen angeboten werden, können bereits ermöglichen, in diesem Beruf zu arbeiten. Sie erreichen allein schon vom zeitlichen Umfang aber nicht die Tiefe einer staatlich anerkannten Ausbildung (drei Jahre) oder eines Hochschulstudiums (sieben bis acht Semester). 

Wer eine solchen Ausbildungsweg anstrebt, sollte sich deshalb auch über inhaltlich benachbarte Berufsbilder informieren, die staatlich anerkannte Ausbildungen haben, etwa Physiotherapeut oder Gymnastiklehrer. Auf Hochschulebene kann ein Studium der Sportwissenschaft, das zu einem akademischen Grad wie Bachelor oder Master führt, interessant sein.

Was muss ich mitbringen, um Fitnesstrainer zu werden?

Die Voraussetzungen der ausbildenden Institute und Schulen für Fitnesstrainer sind nicht überall gleich, deshalb sollten sich Interessenten im Vorfeld gründlich informieren.

In der Regel ist für eine Ausbildung zum C-Lizenz-Fitnesstrainer ein Mindestalter von 16 Jahren vonnöten und bei Nicht-Volljährigkeit eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten. Für die B- und A-Lizenz liegt in der Regel das Mindestalter bei 18 Jahren. Meist wird zudem die Mittlere Reife oder eine Berufsausbildung verlangt. 

Um erfolgreich als Fitnesstrainer zu arbeiten sind natürlich auch ein paar persönliche Voraussetzungen sinnvoll, etwa Begeisterung und eigenes Interesse an Sport und Gesundheit sowie bestenfalls Fitnesserfahrung. Freude am Umgang mit Menschen, eine gute Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen helfen zusätzlich.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Fitnesstrainerin?

Wie lange die Ausbildung zum Fitnesstrainer dauert, ist höchst variabel. Einer der entscheidendsten Faktoren ist hierbei, ob die Ausbildung im Fernstudium angegangen oder Präsenzunterricht gewählt wird. Präsenzunterricht ermöglicht, den Stoff in wenigen Kompaktseminaren zum Beispiel über mehrere Wochenenden zu lernen. Wer den Job weniger geballt und lieber berufsbegleitend über einen längeren Zeitraum lernen will, ist mit einem Fernstudium besser beraten.

Weiterhin ist natürlich entscheidend, ob die höchste Lizenz (A) angestrebt wird, oder man die B-Lizenz als ausreichend erachtet. Ganz grob lässt sich für das Fernstudium beim Überblick über die bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) registrierten Kurse sagen, dass der Schritt zur B-Lizenz 3 bis 6 Monate dauert. Wer noch die A-Lizenz dranhängt, muss nochmals je nach Kurs mit 3 bis 6 Monaten rechnen. In etwa einem Jahr kann die Ausbildung zum A-Lizenz-Fitnesstrainer damit in der Regel abgeschlossen werden.

Welche Inhalte werden in der Fitnesstrainer-Ausbildung vermittelt?

Auch das hängt vor allem von der angestrebten Lizenz ab. Für die reguläre Arbeit als Fachkraft in einem Fitnesscenter reicht bereits die B-Lizenz. Für sie lernen die Schüler in der Ausbildung, wie Trainingspläne erstellt und Übungen angeleitet und kontrolliert werden. Zudem werden unter anderem Grundkenntnisse der Trainingslehre, des Krafttrainings und der Gesundheitslehre vermittelt.

Für die A-Lizenz, die allgemein in der Branche anerkannt zum Profi-Trainer qualifiziert, werden die genannten Themenfelder vertieft und um Bereiche wie Cardiotraining, Rückentraining, Ausdauertraining, Ernährung und Sportrehabilitation ergänzt. 

Was kostet mich die Ausbildung zum/zur Fitnesstrainer/in?

Der Preis einer Ausbildung zum/zur Fitnesstrainer/in hängt unter anderem davon ab, welche Lizenz erreicht werden

Was kostet mich die Ausbildung zum Fitnesstrainer?Der Preis einer Ausbildung zum Fitnesstrainer hängt unter anderem davon ab, welche Lizenz erreicht werden soll. Bis zur B-Lizenz verlangen die Ausbildungsinstitute grob etwa 600 bis 800 Euro, zur A-Lizenz dann ungefähr nochmals diesen Betrag (Quelle: zfu.de Stand: September 2021)

Wer bietet die Ausbildung an?

Es gibt zahlreiche Ausbildungsanbieter im Bereich Fitnesstraining. Um eine fundierte Ausbildung zu finden, sollte der erste Blick Richtung Zertifizierungen etwa von der ZFU und/oder vom TÜV gehen. Des Weiteren sind Fachverbände eine gute Anlaufstelle, um Hinweise für eine gute Ausbildung zu bekommen. Empfehlenswerte Anbieter für den Bereich Fitnesstraining sind etwa die Deutsche Fitnesslehrer Vereinigung (DFL) (https://www.dflv.de/) oder die Schule Online Trainer Lizenz, die beide zertifizierte Lehrgänge anbieten.

OTL – Online Trainer Lizenz

Online-Trainer-Lizenz
Online-Trainer-Lizens-Hochschule
Online Trainer Lizenz
Berlin, Bern, Bochum, Bremen, Frankfurt am Main, Graz, Gronau, Hamburg, Hannover, Kassel
0
  • Private Hochschule

ILS Institut für Lernsysteme

ILS-Hochschule
ILS
Hamburg
0
  • Private Hochschule

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt

sgd hochschule
SGD Darmstadt
Darmstadt
0
  • Private Hochschule

BTB Bildungswerk für Erwachsenenbildung

Wie sehen Gehalt und Karrierechancen nach der Ausbildung aus?

Fitnesstrainerinnen können in einer wachsenden Wellness- und Gesundheitsbranche in vielen verschiedenen Einrichtungen und Unternehmen Arbeit finden. Neben Sport- und Fitnessstudios gehören dazu zum Beispiel Rehabilitationszentren, Sportvereine und -verbände, Hotels, Clubs, Feriendörfer oder auch Kreuzfahrtschiffe. Einige dieser Jobs sind saisonal begrenzt.

Das Gehalt einer Fitnesstrainerin hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, darunter Alter und Erfahrung, Spezialisierungen und Weiterbildungen. Auch das Unternehmen oder ob man selbstständig arbeitet und die Region / das Bundesland, in dem man tätig ist, spielen eine Rolle. Im Durchschnitt kommen Fitnesstrainerinnen auf ein monatliches Bruttogehalt von 2.100 bis 2.600 Euro (Quelle: gehalt.de)

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Ausbildung zum Fitnesstrainer?er/in?

Um sich zum Fitnesstrainer ausbilden zu lassen, muss man grob etwa 600 bis 800 Euro bis zur B-Lizenz einkalkulieren (Quelle zfu.de) und dann nochmals etwa den gleichen Betrag, um die A-Lizenz zu erreichen. (Quelle: zfu.de Stand: September 2021)

Wie viel verdient man als Fitnesstrainerin?

Die Gehaltsspanne von Fitnesstrainerinnen ist groß, das einzelne Einkommen hängt von vielen Faktoren wie Erfahrung, Spezialisierung und dem Arbeitgeber ab. Im Durchschnitt dürfen Fitnesstrainerinnen mit einem monatlichen Bruttogehalt von 2.100 bis 2.600 Euro rechnen (Quelle: gehalt.de).

Wie lange dauert die Ausbildung zum Fitnesstrainer?

Wie lange die Ausbildung zum Fitnesstrainer dauert ist vor allem davon abhängig, ob man sich für einen Kompaktkurs entscheidet, der den Unterricht über einige Wochenenden blockt, oder ein mehrmonatiges Fernstudium wählt. Im Fernstudium ist circa ein halbes Jahr bis zur B-Lizenz und etwa ein weiteres halbes bis zur A-Lizenz realistisch.