Ausbildung Was ein guter Coach können muss

Die Anzahl der Coaches hierzulande steigt, jeder kann als Berater arbeiten. Einheitliche Ausbildungsstandards fehlen. Stiftung Warentest hat nun Kriterien aufgestellt.

Lea Deuber, zeit.de | , aktualisiert

Was ein guter Coach können muss

Foto: Ambrophoto/Fotolia.com

Ob Karriereberatung oder Lebensplanung: Vor allem im gehobenen und mittleren Management wächst die Nachfrage nach persönlichen Beratern, ebenso das Angebot. Gut 8 000 Coaches arbeiten in Deutschland, Tendenz steigend. Auch die Zahl der Anbieter von Coaching-Ausbildungen steigt.

Rund 300 Akademien, Institute und private Ausbilder gibt es hierzulande. Die Berufsbezeichnung Coach ist nicht geschützt, die Ausbildung gilt als Weiterbildung und ist nicht staatlich anerkannt. Inhalte, Dauer, Preis und Qualität der Kurse variieren stark. 

Stiftung Warentest fordert Standards

Stiftung Warentest hat jetzt Kriterien erarbeitet, die eine gute Coaching-Ausbildung ausmachen. "Eine einheitliche Ausbildung wäre für die Branche sehr wichtig", sagt Anett Brauner, Projektleiterin bei Stiftung Warentest. "Bisher ist der Markt unübersichtlich und für Auszubildende kaum zu überblicken." Es gibt zwar mehr als 20 Coaching-Verbände in Deutschland, diese konnten sich aber bislang nicht auf gemeinsame Kriterien einigen. Bei manchen Anbietern dauert die Ausbildung 30 Tage, bei anderen zwei Jahre. Die Kosten liegen zwischen 300 und 17 000 Euro.

Stiftung Warentest empfiehlt eine Ausbildungsdauer von mindestens zwölf Monaten und 250 Stunden Präsenzunterricht. Inhaltlich sollten vor allem Rollenkonzepte, Psychologie und persönliche Kompetenz im Fokus stehen. Auch raten die Verbraucherschützer zu Anbietern, die ein Hochschulstudium in Psychologie, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften als Voraussetzung vorschreiben.

Coaching-Ausbildung ist eine Weiterbildung

Die Coaching-Ausbildung solle zudem nur eine erste Qualifizierung sein, sie könne keine Berufsausbildung ersetzen, so die Experten. Denn für die Arbeit als Coach sei viel Praxiserfahrung nötig, die in Kursen nicht vermittelt werden könne.

"Wir hoffen, mit dem Leitfaden nicht nur die angehenden Coaches zu erreichen, sondern auch die Anbieter der Ausbildungen", erklärt Brauner. "In der Weiterbildung gibt es immer noch zu viele schwarze Schafe." Entstanden ist der Leitfaden in Kooperation mit Coaching-Verbänden, Ausbildungsanbietern und Experten aus der Wissenschaft. "

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de

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