Aufstiegschancen Ingenieure machen bei Beratern schneller Karriere

Karrierewillige Ingenieure sollten auch Beratungsdienstleister als Arbeitgeber in Erwägung zu ziehen. Bei denen ist der Weg nach oben oft kürzer als in der Industrie, wie eine Untersuchung zeigt.

Ferdinand Knauß, wiwo.de | , aktualisiert

Ingenieure machen bei Beratern schneller Karriere

Schnell im job1

Foto: Gabi-Moisa/Fotolia.com

In Rankings der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure stehen in der Regel auf den vorderen Plätzen große und bekannte Industrieunternehmen. Dafür ist sicher die Strahlkraft der Marke und das damit zusammenhängende Image des Konzerns verantwortlich.

Ingenieursdienstleister und Technologieberatungsunternehmen tauchen – wenn überhaupt – erst auf den hinteren Plätzen im Beliebtheitsranking auf.

Eine neue Studie des Marktforschers Lünendonk hat jetzt "harte" Karrierefaktoren wie Entwicklungsdynamik, Zahl neuer Führungspositionen oder Wartezeiten zwischen Positionswechseln sowohl in Industrieunternehmen als auch bei Ingenieursdienstleistern untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Die Aufstiegschancen für karrierehungrige Ingenieure sind bei Ingenieursdienstleistern möglicherweise besser.

Höherer Personalbedarf

Das liegt vor allem am vergleichsweise höheren Personalbedarf der Ingenieursberatungen. Und Karrierechancen in einer Organisation hängen in hohem Maße von ihrem Wachstum ab. Je schneller die Organisation wächst, desto eher sind Leitungs- und Führungspositionen zu besetzen.

Im Vergleichszeitraum 2010 und 2011 wuchs, wie die Studie zeigt, die Zahl der beschäftigten Ingenieure bei den Dienstleistern um 16,4 Prozent und bei den Industrieunternehmen nur um 5,8 Prozent. Für die Trendstudie wurden 26 Unternehmen der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure aus der Industrie sowie eine Vergleichsgruppe von 17 führenden Anbietern von Technologie-Beratung und Engineering Services befragt.

Laufbahnwechsel in Beratungen einfacher

Ein weiterer Vergleich bei der Zahl der Führungspositionen zeigt ein ähnliches Bild: Während Industrieunternehmen zwischen 2010 und 2011 durchschnittlich 6,2 Prozent neue Führungspositionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung und Produktentwicklung geschaffen haben, stieg die Zahl der Führungspositionen bei den Technologieberatern und-dienstleistern im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 16,7 Prozent.

Dieser Unterschied ist auch auf die höheren Mitarbeiter-Fluktuationsraten in Beratungsunternehmen zurückzuführen.

Laut der Studie ist zudem der Wechsel von einer fachlichen Laufbahn auf eine Führungslaufbahn bei Entwicklungsdienstleistern einfacher als in großen Industrieunternehmen: Ein Wechsel der Laufbahn ist bei 94,1 Prozent der Entwicklungsdienstleister möglich, bei Industrieunternehmen sind es 84,6 Prozent.

Der durchschnittliche Ingenieur bleibt rund drei Jahre auf einer Position oder in einer Abteilung in einer Beratungsfirma – und damit halb so lange wie bei einem der analysierten Industrieunternehmen. Hier liegt die Verweildauer bei durchschnittlich 6,7 Jahren.

Mehr Flexibilität, schnellere Karriere

Außerdem arbeiten Ingenieure bei Industrieunternehmen typischerweise jahrelang an den gleichen Themen und Produkten an einem festen Standort. Bei Dienstleistern angestellte Ingenieure arbeiten hingegen überwiegend an Projekten, bei denen sie regelmäßig die Kunden wechseln und damit auch neue Aufgaben und Einsatzorte erhalten.

Für Ingenieure bedeuten diese dynamischeren Rahmenbedingungen einerseits die Möglichkeit, schneller Karriere zu machen, erfordern andererseits jedoch auch höhere Flexibilität und Veränderungsbereitschaft.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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