Arbeitsunfähigkeit Fast jeder Fünfte wird berufsunfähig

Gering Qualifizierte sind häufiger von Erwerbsunfähigkeit betroffen als Akademiker. Und auch Stress bedingt eine frühe Berufsunfähigkeit, stellt eine neue Studie fest.

zeit.de | , aktualisiert


Foto: Thorben Wengert/Pixelio

Qualifikation, Geschlecht und Wohnort entscheiden

Fast jeder fünfte Arbeitnehmer, der heute in Rente geht, muss sein Arbeitsleben aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden und bekommt eine Erwerbsminderungsrente. Gering qualifizierte Arbeitnehmer sind dabei stärker gefährdet als Akademiker.

Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Wissenschaftler werteten dafür die Daten von 127.000 Menschen aus, die 2008 eine Erwerbsminderungsrente bewilligt bekamen.

Ihr Ergebnis: Vor allem die Qualifikation, aber auch Geschlecht und Wohnort beeinflussen die Wahrscheinlichkeit, arbeitsunfähig zu werden. Sehr häufige Krankheiten sind Muskel-Skelett-Erkrankungen, etwa aufgrund schwerer körperlicher Arbeit, Erkrankungen von Herz und Kreislauf sowie psychische Leiden, ausgelöst durch Arbeitsverdichtung und Stress.

Risikofaktoren

Ostdeutsche Männer ohne Berufsausbildung tragen das höchste Risiko, arbeitsunfähig zu werden. Es ist gut zehnmal so hoch wie bei männlichen Akademikern in den alten Bundesländern.

Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen tragen Männer mit geringer Qualifikation ein 14-fach höheres Risiko als Akademiker. Unter Frauen liege der Faktor je nach Qualifikation maximal beim Achtfachen. Auch bei Erkrankungen von Herz und Kreislauf sei der Unterschied erheblich.

Spürbar kleiner falle der Unterschied dagegen bei psychischen Leiden aus, die immer häufiger zu Erwerbsminderungen führten.


Foto: Thorben Wengert/Pixelio

 

Berufsunfähigkeitsversicherung
 
Experten raten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, wenn man im Fall der Berufsunfähigkeit nicht allein von seinem Vermögen leben könnte. Die BU ist eine reine Risikoversicherung: Wer bis zum Ende der Vertragszeit gesund bleibt, bekommt kein Geld zurück.

Wer allerdings in dieser Zeit durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig wird, erhält eine monatliche Rente ausgezahlt. Wie hoch diese Rente ist, kann der Versicherte bei Abschluss selbst entscheiden. Prinzipiell unterscheidet man zwischen selbstständigen Verträgen und Zusatzversicherungen, die die Berufsunfähigkeit zusätzlich, beispielsweise zu einer Unfallversicherung, absichern.

Unfallversicherung

Die Unfallversicherung zahlt nur, wenn der Versicherte einen Unfall hatte und infolgedessen nicht mehr arbeiten kann. In diesem Fall zahlt sie entweder eine lebenslange Rente oder eine einmalige Summe. Sollte der Versicherte wegen Krankheit berufsunfähig werden, springt sie nicht ein. 

Lebensversicherung

Die Lebensversicherung ist der Überbegriff für alle Versicherungen, die direkt an das menschliche Leben geknüpft sind. Viele schließen eine gemischte Lebensversicherung ab. Sie zahlt zu einem vorab vereinbarten Zeitpunkt eine bestimmte Versicherungssumme an den Versicherten aus oder im Todesfall des Versicherten an die Hinterbliebenen.

Sie ist besonders für Menschen interessant, die das Haupteinkommen einer Familie erwirtschaften. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen haben Lebensversicherungen oft sehr lange Laufzeiten, in denen der Versicherte verpflichtet ist, den einmal vereinbarten Beitrag zu zahlen, selbst wenn sich seine wirtschaftliche Situation verändert hat.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de



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