Arbeitsplatz Wertvolle Tipps gegen Frust im Job

Der Job ist Ihnen zu stressig, Sie schlagen sich mit nervigen Kollegen oder Chefs herum und Ihr Gehalt ist Ihnen viel zu mickrig? Junge Karriere zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Unmut erfolgreich bekämpfen können.

Julia Troesser | , aktualisiert

Realistisch sein

Glauben Sie nicht, dass Sie mit schwierigen Kunden, geringer Wertschätzung und Langeweile im Büroalltag allein sind. "90 Prozent der Arbeitnehmer haben diese Probleme. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem neuen Job alles besser wird, ist also sehr gering", sagt Diplom-Psychologe und Business-Coach Manuel Tusch. "Bei täglichem Frust hilft deshalb keine neue Stelle, sondern nur Arbeit an sich selbst."

Nicht vergleichen

Hören Sie auf, die Größe Ihres Büros oder die Höhe Ihres Gehalts mit denen von anderen zu vergleichen. Egal, wie weit Sie es auf der Karriereleiter bringen - irgendwer wird immer eine Stufe über Ihnen stehen. Soziale Vergleiche helfen nicht, sondern verstärken Ihren Frust. Wenn Sie sich nur auf sich selbst konzentrieren, ist der erste Schritt in Richtung Besserung schon getan.

Perspektive weiten

Schauen Sie bei der Bewertung Ihres Jobs nicht nur auf einen einzelnen Punkt, der Sie besonders stört. Sie mögen Ihren Kollegen nicht? Dafür bringen Ihnen vielleicht Kunden Wertschätzung entgegen. Ihr Gehalt ist zu niedrig? Stattdessen tun Sie mit Ihrem Beruf aber womöglich Gutes. Verengen Sie nicht die Perspektive, sondern seien Sie fair zu sich und Ihrer Stelle. In einigen Aspekten läuft es besser, in anderen schlechter - wenn Sie alles betrachten, ist das Gesamtpaket meist gar nicht so schlimm. Verständnis haben. Natürlich wollen Sie für jeden guten Einfall gelobt werden. Es ist ohne Zweifel auch unbefriedigend, nie ein Lob vom Chef zu hören. Überlegen Sie aber einmal, wann Sie das letzte Mal dem Kellner oder dem Kassierer im Supermarkt gedankt haben, wenn er Sie richtig bedient hat. Machen Sie diese Menschen - die in dem Moment für Sie arbeiten - nicht auch nur auf eventuelle Fehler aufmerksam? So geht es Ihrem Chef auch - und er muss sich um weitaus mehr Angestellte kümmern.

Routine schätzen

Wiederkehrende Muster werden schnell als Langeweile und Zeichen von Frust abgestempelt. Diese zeigen Ihnen jedoch, wie weit Sie es im Job schon gebracht haben. Sie sind kein Anfänger mehr, für den jedes Projekt aufregend ist, sondern haben sich einen festen Stand erarbeitet - Routinegefühl ist häufig Zeichen für Kompetenz. Das gibt Ihnen Sicherheit im Beruf. In einem routinierten Job wissen Sie, was auf Sie zukommt. Und Sie wissen auch, dass Sie die Herausforderungen meistern werden.

Fähigkeiten erkennen

"Machen Sie sich eine Liste mit allen Kompetenzen, über die Sie verfügen", rät die Diplom-Pädagogin und Kommunikationstrainerin Barbara Berckhan. "Hierbei kommt es besonders auf Dinge an, die Sie sich früher erarbeiten mussten, heute aber Selbstverständlichkeiten sind." Nehmen Sie bewusst wahr, was Sie können und was Sie tagtäglich in Ihrem Job leisten. So können Sie von Zeit zu Zeit die eigene Wertschätzung für Ihre Arbeit auffrischen.

Kollegen akzeptieren

Wenn die Arbeit nervt und der Chef schimpft, würden nette Kollegen natürlich weiterhelfen. Sie können sich eine Stelle aber leider nicht nach den Menschen aussuchen, die in Ihrer Abteilung arbeiten. Sehen Sie diese lieber als das an, was sie sind: Kollegen, keine Freunde. Sie müssen nicht jeden mögen, mit dem Sie an einem Projekt arbeiten - freuen Sie sich stattdessen auf ein Feierabendbier im Freundeskreis. Nette Menschen können Sie schließlich auch in Ihrer Freizeit treffen.

Ursachen suchen

Die Gewissheit, dass andere Menschen den gleichen Frust haben, kann diesen nicht aus der Welt schaffen. Überlegen Sie deshalb genau, was Sie in welchen Situationen frustriert und finden Sie Grundmuster heraus, in denen die Probleme auftreten. Versuchen Sie dann, diese zu beseitigen. Können Sie vielleicht einem Kollegen aus dem Weg gehen oder bestimmte Arbeitsvorgänge vermeiden? Versuchen Sie, möglichst viele Störfaktoren aus Ihrem Büroalltag zu verbannen.

Ziele setzen

"Wenn es nicht um Geld für den Lebensunterhalt ginge, welchen Beruf würden Sie dann wählen", nennt Barbara Berckhan als Schlüsselfrage. "Wenn Sie herausgefunden haben, wonach Sie sich sehnen, sollten Sie versuchen, Elemente davon in Ihre Arbeit zu übernehmen." Vielleicht können Sie mehr Dienstreisen unternehmen oder den Kundenkontakt intensivieren? Versuchen Sie, Ihre eigenen Bedürfnisse im Beruf zu stillen.

Kritisch sein

"Nur wenn es sich beim Jobfrust um objektive Einzelfallprobleme handelt, kann ein Stellenwechsel Wunder wirken", sagt Manuel Tusch. Hinterfragen Sie vor einer Kündigung aber selbstkritisch, wie schwerwiegend die Probleme sind. Ob Sie etwa objektiv unterbezahlt sind, lässt sich mit Gehaltstabellen prüfen. "Falls Sie sich gemobbt fühlen, sollten Sie Ihre Wahrnehmung mit der von Kollegen gegenchecken", rät der Experte. "Wir neigen dazu, allgemeine Probleme am Arbeitsplatz für Einzelfallprobleme zu halten, aber wenn Ihnen die Kollegin mal keinen Kaffee mitbringt, muss das noch kein Mobbing sein."

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