Arbeitsmarkt Der äußerst mühsame Weg zum krisenfesten Job

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sind gefragt. Doch das anspruchsvolle Examen erweist sich für die Bilanzexperten als hohe Hürde.

Chris Löwer | , aktualisiert


Foto: Gerd Altmann/Pixelio

Gute Aussichten für Wirtschaftsprüfer

Unternehmen vieler Branchen sehen sich im nächsten Jahr vor einer Reise ins Ungewisse. Steht der Wirtschaft in den nächsten Monaten ein weiterer Abschwung bevor?

Eine Berufsgruppe muss sich diese bange Frage nicht stellen: Das Geschäft der Wirtschaftsprüfer gilt als krisensicher.

Im gewissen Sinne profitieren Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sogar von der Finanzkrise: "Banken und Unternehmen müssen neue strenge Regularien des Gesetzgebers erfüllen sowie transparenter werden, vor allem was ihre Risiken anbelangt", sagt Thomas Friedenberger, Karriereberater beim Staufenbiel Institut in Köln. Für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bedeutet das zusätzliche Arbeit. "Von daher sind ihre Jobchancen auch im Jahr 2012 und darüber hinaus sehr gut", sagt Friedenberger – womit sich der Trend dieses Jahres nahtlos fortsetzen werde.

Fast keine Arbeitslose

"Die Arbeitsmarktentwicklung für Wirtschaftsprüfer ist positiv", bestätigt Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. Die Nachfrage sei steigend, was auch für die Steuerberater gelte.

Arbeitslosigkeit sei bei den Wirtschaftsprüfern fast kein Problem mehr: "Die Zahl ist rückläufig", sagt Wüllerich. Ohnehin waren gerade einmal 180 Personen mit dem Zielberuf Wirtschaftsprüfer im November 2011 deutschlandweit arbeitslos gemeldet.


Foto: Gerd Altmann/Pixelio

Vorteil dank guter Ausbildung

Auch Brigitte Rothkegel-Hoffmeister, Leiterin Aus- und Fortbildung beim Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW), ist optimistisch: "Die Wirtschaft hat in allen Bereichen Prüfungs- und Beratungsbedarf, den Wirtschaftsprüfer dank ihrer breiten Ausbildung gut abdecken können."

Das zeigt sich in der Praxis: Von rechtlicher Beratung über fachlichen Beistand bei einer Unternehmensexpansion ins Ausland bis hin zur Unterstützung für Nachfolgeregelungen reichen die Aufgaben.

Eine weitere Entwicklung, die häufig übersehen werde, erhöhe die ohnehin guten Jobaussichten nochmals: "In der Branche steht ein Generationswechsel bevor", sagt Brigitte Rothkegel-Hoffmeister.

"Big Four" dominieren den Markt

Laut Statistik der Wirtschaftsprüferkammer gibt es in Deutschland derzeit rund 14.200 Wirtschaftsprüfer. Unverändert dominieren als Arbeitgeber die "Big Four": Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PricewaterhouseCoopers. Sie sind die unangefochtenen Weltmarktführer.

"Die großen Vier suchen mehrere hundert Kandidaten pro Jahr. Es besteht kontinuierlich ein hoher Bedarf, zumal in der Branche auch die Fluktuation hoch ist", sagt Karriereberater Thomas Friedenberger.


Foto: Gerd Altmann/Pixelio

Unterstützung vom Arbeitgeber

Aber auch mittelgroße Sozietäten legen im Zuge einer Fusionswelle zu, werden damit internationaler und bieten dem Nachwuchs ebenfalls hervorragende Aufstiegschancen.

Der Karriereweg eines Wirtschaftsprüfers ist klar vorgezeichnet – und steinig. Zumeist Wirtschaftswissenschaftler und Juristen steigen als Prüfungsassistent ein, werden dann Prüfungsleiter und danach, wenn alles glatt läuft, am Ende Manager.

Wer dann noch zum Partner ernannt wird, ist ganz oben auf der Karriereleiter angekommen.

Schweres Examen

Die entscheidende Hürde auf dem Weg dahin ist jedoch das Wirtschaftsprüferexamen, das berufsbegleitend abgelegt wird und als einer der härtesten Abschlüsse gilt. Laut Kammer ist jeder zweite Kandidat im Jahr 2010 durchgefallen.

"Keine Frage, das Berufsexamen ist sehr anspruchsvoll", sagt Friedenberger. "Allerdings unterstützen viele Gesellschaften angehende Wirtschaftsprüfer mit zusätzlicher Freizeit und auch finanziell."

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...