Arbeitsbedingungen IG Metall fordert Anti-Stress-Verordnung

Immer mehr Berufstätige fallen wegen Stress und Burn-out aus. Die IG Metall hat deshalb eine Verordnung zum Schutz vor psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gefordert.

Zeit.de | , aktualisiert


Foto: Lasse-Krist/Fotolia.com

Für alle Branchen

Weil der Druck im Job in vielen Branchen gestiegen ist, fordert die IG Metall eine Verordnung zum Schutz vor psychischen Belastungen in der Arbeitswelt. Stressbelastung müsse mit anderen Gefährdungen durch Lärm, unzureichendes Licht oder Gifte gleichstellt werden, erklärte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban am Mittwoch in Berlin.

Eine Anti-Stress-Verordnung solle für alle Branchen gelten und die Verbindlichkeit für präventiven Arbeitsschutz erhöhen.Die von der IG Metall vorgeschlagene Verordnung formuliert Vorgaben für die Gestaltung von Arbeitsaufgaben, Arbeitsorganisation, sozialen Beziehungen, Arbeitsplatz- und Umgebungsbedingungen sowie der Arbeitszeit.
 
Ständige Erreichbarkeit, befristete Arbeitsverträge und das Gefühl steigenden Drucks gelten als Ursache für immer mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen.

Scharfe Trennung von Arbeit und Freizeit

Dem Bundesarbeitsministerium zufolge gab es 2001 deutschlandweit 33,6 Millionen Fehltage wegen psychischer Störungen, 2010 schon 53,5 Millionen. Ihr Anteil an allen Fehltagen stieg damit von 6,6 auf 13,1 Prozent.

Die IG Metall fordert nun eine eindeutige Trennung von Arbeitszeit und Freizeit. Beschäftigte sollten vor permanenter Erreichbarkeit per Smartphone geschützt werden. Ein bedeutender Faktor für Wohlbefinden und Gesundheit liege auch im Betriebsklima und bei angemessenem Führungsverhalten der Vorgesetzten.


Zuerst veröffentlicht auf zeit.de

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