Arbeiten in Österreich Gute Aussichten für deutsche Arbeitssuchende

Viele deutsche Staatsbürger suchen ihr berufliches wie ihr privates Glück im benachbarten Österreich: Sie bilden damit den größten Anteil der Einwanderer.

Klara Wurzer | , aktualisiert

Gute Aussichten für deutsche Arbeitssuchende

Foto: Stephen Finn/Fotolia

Ein großer Schritt
Im Jahr 2010 wanderten rund 18.000 Personen von Deutschland nach Österreich aus. Die Anzahl der Deutschen, die in Österreich leben und arbeiten erhöhte sich somit auf 213.000 Personen. Was bewegt diese Menschen dazu, genau nach Österreich auszuwandern? Welche Fakten machen Österreich für Auswanderer attraktiv? Was muss man beachten, wenn man sich um einen Arbeitsplatz in Österreich bemüht?

Den Traum auszuwandern und das Glück an einem anderen Ort zu finden, hegen sehr viele Menschen. So haben letztes Jahr rund 107.000 Menschen den großen Schritt gewagt und in Österreich ein neues Leben angefangen.

Ob mit Familie, Partner oder ganz auf sich allein gestellt, auswandern bringt immer eine große Ungewissheit mit sich. Als erster stellt sich jedoch immer die Frage des richtigen Zielortes.

Auswandern zu nahen Zielen
Das Statistische Bundesamt von Deutschland erarbeitet jährlich eine Übersicht über die Auswanderungsthematik. Klar zu erkennen ist, dass nahe Ziele besonders beliebt sind. Zwei Drittel der deutschen Auswanderer ziehen innerhalb Europas um: Ganz vorne liegen hier die Ziele Schweiz und Österreich.
Warum nach Österreich auswandern? Grundsätzlich ist Österreich für Deutsche eine sehr nahe gelegene Alternative, um neu durchzustarten. Das Auswandern gestaltet sich leichter und weniger bürokratisch als in manchen anderen Ländern.

Sprachliche Barrieren sollten zu überwinden sein und auch die kulturellen Unterschiede, mit denen man gleich am Anfang seines Abenteuers konfrontiert wird, werden sich als nicht ganz so dramatisch darstellen. Vergleicht man die zwei Länder mit Hilfe der Kulturdimensionen des holländischen Sozialwissenschaftlers Geert Hofstede, so zeigen sich jobtechnisch einige Unterschiede.

Beispielsweise ist der „Machtdistanzindex“ in Österreich niedriger als in Deutschland: Der Unterschied zwischen mächtigen und weniger mächtigen Menschen ist hier geringer, die Hierarchien sind flacher.
Einen weiteren Unterschied stellt der „Maskulinitätsindex“ dar: In Deutschland ist er niedriger als in Österreich, wo materieller Erfolg und ein ausgeprägt arbeitsames Leben stärker dominieren. Es wird sehr viel Wert auf Fairness gelegt und Konflikte werden häufiger angesprochen und ausgefochten als in Ländern mit einem niedrigen Maskulinitätsindex. Dies kann sich sehr positiv auf das Arbeitsklima auswirken, da nichts zwischen den Mitarbeitern steht und Probleme offen diskutiert werden.

Günstige Arbeitsmarktsituation

Beim „Individualismusindex“ lässt sich erkennen, dass es in Österreich eine größere Tendenz zu kollektivistischem Denken gibt als in Deutschland. Sehr ähnlich sind sich beide Länder in den Punkten, dass Emotionen gezeigt werden dürfen und Pünktlichkeit und Präzision als Selbstverständlichkeit gelten.

Die günstige Wirtschaftslage und Arbeitsmarktsituation stellt sicher den größten Anreiz dar, Österreich als Zielort zu bestimmten. Selbst in Zeiten der Krise weist die "Alpenrepublik" eine der niedrigsten Arbeitslosenraten der Europäischen Union auf.

Rund 27.481 offene Stellen waren zum Beispiel im Februar 2012 zu besetzen, wie aus dem Bericht über den Arbeitsmarkt und Bildungsgrad des AMS (Arbeitsmarktservice) in Österreich hervorgeht. Vor allem Personen mit Berufen in der Unternehmensführung und -organisation, Hotellerie, Erziehung, Fahrzeug- und Transportführung, im Bereich "Soziales und Hauswirtschaft" sowie im Tourismus sind in Österreich gefragt.

Und die Aussichten sind weiterhin gut: Denn rund zwölf Prozent der Unternehmen wollen ihr Personal aufstocken. Das ergab eine Manpower-Umfrage unter 751 Human-Resource-Managern in ganz Österreich.

Tirol und Niederösterreich haben dabei die meisten Stellen zu besetzen. Branchenbezogen fehlen Mitarbeiter vor allem im Finanzwesen und Dienstleistungssektor sowie bei Verkehr und Telekommunikation. Hier ist mit einem Zuwachs von 16 Prozent zu rechnen.

Jobs via Internet

Bevor man nach Österreich einwandert, ist es ratsam, sich über interessante Unternehmen und Stellenausschreibungen zu informieren.

Das Internet, zahlreiche Jobplattformen, wie careesma.at und die Samstagsausgaben der Tageszeitungen helfen dem Arbeitssuchenden dabei.

Wer sich bei einem Unternehmen in Österreich bewerben möchte, sollte ein paar Punkte beachten, die Personaler dort anders gewichten. Die Bewerbung sollte aus einem einseitigen Bewerbungsschreiben bestehen. Daraus sollte deutlich der Grund für die Stellensuche in Österreich als auch für die Auswanderung ins Land hervorgehen.

Ein kurzer Überblick über den eigenen Werdegang sollte folgen, wobei Personaler gerne die besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen lesen, die den Bewerber für die ausgeschriebene Stelle befähigen. Wichtig ist, die Motivation und das Engagement für den zukünftigen Job zum Ausdruck zu bringen.

Personalmanager in Österreich sehen es gerne, wenn der Lebenslauf zwei Seiten nicht überschreitet. Zwei Seiten deshalb, da Lebensläufe oft nur kurz durchgesehen werden: Bei zu langen CVs kann sich der Personalchef schwerer eine Überblick verschaffen.

Staatsangehörigkeit im Lebenslauf

Es empfiehlt sich, einen chronologischen Aufbau zu wählen. Name, Adresse, Telefonnummer, Alter und natürlich die Staatsangehörigkeit sind die wichtigsten Angaben, die sich – neben dem Bewerbungsfoto auch gut in die Kopfzeile einbauen lassen. Weitere wichtige Punkte sind Ausbildung, Berufserfahrungen.

Achtung: Lücken im Lebenslauf sind problematisch; Personaler vergessen bei einem Einstellungsinterview nie, Bewerber darauf anzusprechen.

Was die Berufserfahrung betrifft, sollten Bewerber hier ruhig ins Detail gehen. Denn in Österreich spielt praktische Berufserfahrung eine große Rolle. Eine genaue Beschreibung der Tätigkeitsfelder ist vielen Personalchefs wichtig, da sie somit den Wissens- und Erfahrungsstand des Bewerbers besser einschätzen können.

Generell ist zu sagen, dass in Österreich sehr viel Aufmerksamkeit auf die Persönlichkeit gelegt wird, über die zum Beispiel auch Hobbys Aufschluss geben.

Österreich ist ein Land, in dem die Menschen Zuwanderern sehr offen gegenüber stehen. Bis auf einige – dialektbedingte – Verständigungsschwierigkeiten steht der Integration nichts im Wege.

Kindergarten und Schule
Für Familien, die mit Kindern auswandern möchten, kann sich Österreich als die richtige Wahl darstellen. So gibt es in vielen Städten Kindergärten zum Nulltarif. Schulpflicht herrscht bis zur neunten Schulstufe. Nach der neunten Klasse kann man sich für einen Lehrberuf oder eine weiterführende Schulen entscheiden. Nach dieser kann man dann direkt in einen Beruf einsteigen oder ein Studium absolvieren.

Bei den weiterführenden Schulen besteht ein Unterschied zum deutschen System: So gibt es einerseits eine allgemeinbildende höhere Schule (AHS), die keine spezifische Berufsausbildung anbietet und nach der die meisten ihrer Absolventen ein Studium beginnen. Andererseits gibt es berufsbildende Höhere Schulen, wie HTL, HAK, HBLA, die in vielen verschiedenen Vertiefungen angeboten werden: von der Höheren Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik bis hin zur Höheren technischen Lehranstalt für Lebensmitteltechnologie. 

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...