Arbeiten im Finanzwesen Jobs im Wandel durch Online-Banking

Die Schere zwischen dem Image der Banken und ihrer Qualität der Arbeit ist groß: In Umfragen zu beliebten Berufen schneiden die Banker schlecht ab – seit Jahren in der Berufsprestige-Skala des Allensbach-Instituts und jetzt wieder beim alljährlichen Berufsranking des Sozialforschungsinstituts Forsa. Die Finanzkrise steckt den Banken noch in den Knochen. Das macht sich auch bei der Jobsuche bemerkbar.

Anne Koschik | , aktualisiert

Jobs im Wandel durch Online-Banking

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Im Zuge von Digitalisierung und Online-Banking sinkt die Zahl der Kundenberater alter Prägung. Dagegen besteht ein erhöhter Bedarf nach Bankern mit IT- und Anwendungs-Know-how.

Foto: Alliance/Fotolia.com

Steigender Bedarf ist sichtbar im Bereich Finanzierungen und Versicherungen: Hier ist die Zahl der Angebote teil so hoch, wie sie vor vier Jahren nicht erreicht wurden – allerdings ist auch das Interesse an diesen Jobs überdurchschnittlich hoch. Das zeigt eine Auswertung von karriere.de in den 25 bedeutendsten Jobportalen, den wichtigsten Zeitungen sowie 2600 Karriereportalen der Unternehmen.

Gute Karten haben demnach jetzt Buchhalter: Die Zahl der Stellenangebote befindet sich zwar auf einem niedrigeren Level als noch im Herbst 2013, die Nachfrage der Bewerber kann den Bedarf jedoch nicht decken.

Schlecht sieht es dagegen derzeit für Controller, Firmenbetreuer und Real-Estate-Manager aus. Hier ist die Nachfrage nach Jobs deutlich höher als das Angebot.

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"Tatsächlich sind Banken eine Branche, die Personal abbaut"

, sagt Carsten Rogge-Strang vom Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken).

Deutlich erkennbar sei "eine Branche im Wandel": Während im Zuge von Digitalisierung und Online-Banking zum Beispiel die Zahl der Kundenberater rückläufig sei, bestehe ein erhöhter Bedarf nach Bankern, "die in Funktionen mit IT- und Anwendungs-Know-how einsetzbar sind".

Außerdem erweitere das Bankgewerbe stark seine Stellen für Regulierung und Compliance. "Die Nachfrage nach Umsetzung und Dokumentation von Vorschriften hat deutlich zugenommen." Das bestätigt eine Erhebung des Karrierenetzwerks eFinancialCareers.de: "Fast 50 Prozent aller Suchanfragen im ersten Halbjahr 2014 bezogen sich auf die Bereiche Risikomanagment, Kreditrisiken und Compliance", erklärt Tanja Apel, Dierctor Continental Europe & Middle East.

Neben Wirtschaftsprüfern und Juristen hätten Mitarbeiter mit entsprechenden Spezialisierungen und Weiterbildungen in den Finanzabteilungen "sehr gute Jobaussichten". Aufgrund gestiegener regulatorischer Anforderungen seien solche Leute gesucht, die Frühwarn- und Kontrollsysteme sowie Modelle zur Bewertung von operationellen Kredit- und Marktrisiken managen könnten. Laut eFinancialCareers.de treiben "Haftungsthemen und die Frage nach der Einhaltung rechtlicher und ethischer Richtlinien den Bedarf nach Compliance-Mitarbeitern".

Hat die Finanz- und Bankenbranche also ein Nachwuchsproblem?

Teils, teils. Und zwar sowohl quantitativ, als auch qualitativ.

Denn zurzeit kriegt die Branche ihre Ausbildungsplätze nicht mehr gefüllt. Allerdings in Maßen – denn "der Bankkaufmann" nimmt laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) immerhin noch Platz 9 der 30 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe ein.

Außerdem zeigt der DGB-Ausbildungsreport: Wer sich erst einmal für die Bankenausbildung entschieden hat, ist damit sehr zufrieden. An der Beliebtheit hat sich seit Jahren nichts geändert. "Für akute Nachwuchssorgen gibt es keine Anzeichen", sagt denn auch Carsten Rogge-Strang.

Bankenberater als aussterbende Spezies

Doch er stellt fest: "Der Bankenberater alter Prägung ist eine aussterbende Spezies. Wer heute Firmenkunden betreuen will, muss neben seinem Kerngeschäft viel nach rechts und links schauen, sich z.B. in Regulierungsfragen und IT-Anwendungen auskennen. Das ist ein höheres Qualitätslevel als noch vor einigen Jahren."

Einen Trend zu immer höheren Einstiegsgehältern als Köder für den Nachwuchs – wie derzeit in den USA an der Tagesordnung – erwartet er für Deutschland nicht. "Es handelt sich dabei vorwiegend um das Investmentbanking, das es in diesem Ausmaß in Deutschland nicht gibt. Auf dem deutschen Markt betrifft das eine überschaubare Zahl an Bewerbern."

Rogge-Strang ist von der Attraktivität des Bankerberufs überzeugt. "Selbst wenn es weniger Bewerber gibt, so sind die, die sich vom schlechten Image der Branche nicht abhalten lassen, von der Qualität der Arbeit beeindruckt." Arbeitsbedingungen mit umfangreichen Weiterbildungsangeboten, Gesundheitsförderung, flexiblen Arbeitszeitmodellen und Mitarbeiterberatungsprogrammen seien ein untrügliches Zeichen dafür, dass Bankangestellte durchaus gute Karten haben.

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