Arbeit der Zukunft Wenn der Roboter die Befehle gibt

Vom Kollegen lassen wir uns nicht gern etwas sagen. Anders sieht es aus, wenn die Befehle von einem Roboter kommen. Dann wird gleich auch die Teamarbeit besser. Ist das die Zukunft der Arbeit?

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Wenn der Roboter die Befehle gibt

Normalerweise muss der Roboter die Befehle befolgen, die der Menschen ihm gibt: In diesem Experiment war es umgekehrt – mit überraschendem Ergebnis.

Foto: jim/Fotolia.com

Roboter arbeiten mittlerweile Hand in Hand mit dem Menschen: Sie operieren, bauen Autos zusammen, arbeiten in der Pflege oder als Haushaltshilfe. Von künstlicher Intelligenz wie in den Science-Fiction-Filmen und Romanen sind wir zwar noch weit entfernt. Doch viele Roboter, die schon heute existieren, sind durchaus mehr als programmierbare Staubsauger.

Positive Wahrnehmung

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben jetzt erforscht, wie Menschen auf einen Roboter als Arbeitskollegen reagieren. Ein Team aus Wissenschaftlern des Computer Science and Artificial Intelligence Lab (CSAIL) hat deshalb Arbeitsgruppen aus je zwei Menschen und einem Roboter zusammengestellt, die verschiedene Aufgaben erledigen sollten. In einer Gruppe verteilte ein Mensch sämtliche Aufgaben, in der zweiten ein Roboter. In der dritten entschied ein Mensch, was er tun wollte, während der zweite den Anweisungen des Roboters folgte.

Das Ergebnis: Wenn der Roboter die Aufgaben zuteilte, arbeiteten die Teams nicht nur effizienter – ihnen gefiel diese Lösung auch besser. Die Mitglieder jenes Teams, das sich ausschließlich nach den Anweisungen der Maschine richtete, fand die Zusammenarbeit außerdem harmonischer und effizienter.

Emotionslose Befehle

Ein möglicher Grund: Der Roboter vergibt die Aufträge ohne Befindlichkeiten und Emotionen. Er folgt stur seinem Algorithmus. Darin liegt für Matthew Gombolay vom CSAIL der Schlüssel für das Arbeiten der Zukunft: Es gehe nicht darum, Menschen durch Maschinen zu ersetzen. Es sei aber sinnvoll, Roboter einzusetzen, wenn es die Arbeit voranbringt. Und das gelte eben auch in Teams.

Die Wirtschaft steht den blechernen Kollegen ebenfalls positiv gegenüber: 52 Prozent gehen davon aus, dass der Einsatz von Robotern künftig Arbeitsplätze schaffen kann. Das ergab eine Umfrage des amerikanischen Meinungsinstitut Pew Research unter 2000 Experten auf den Gebieten Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Wirtschaft.

Die Befragten sehen den Einsatz von Robotern als gewinnbringend für die Wirtschaft und die Menschen. Was jedoch die Mehrheit kritisch sah: Die hohen Kosten, um die Mitarbeiter entsprechend zu schulen – so dass sie ihre neuen Kollegen auch steuern können. Denn sowohl für die Software als auch für die Bedienung braucht es weiterhin Menschen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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