Chinesisch lernen

Mit Stipendien ins Reich der Mitte

Mark Fehr
An Radjuks Wunschuni hat auch Jens Grünenberger Chinesisch gelernt. Der 33-Jährige arbeitet heute im China Competence Center der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Er und seine Kollegen prüfen und beraten von einem Hamburger Büro aus in Europa tätige chinesische Unternehmen. Mit seinen Sprachkenntnissen hatte Grünenberger beste Voraussetzungen für diese Aufgabe. Zurück aus China musste er deshalb nicht lange nach einem Job suchen, sondern konnte gleich bei Ernst & Young in Hamburg anfangen.Grünenberger eroberte 2005 einen von zwölf Plätzen im DAAD-Austauschprogramm „Sprache und Praxis in der Volksrepublik China“. Dieses lässt sich allerdings nur an der Pekinger Fremdsprachenhochschule BFSU realisieren. Nicht möglich ist es in anderen Städten, in denen es ebenfalls hervorragende Sprachunis gibt, etwa die Shanghai International Studies University. Eine weitere Besonderheit des Konzepts: Nach zwei Semestern Sprachstudium können die Stipendiaten noch ein halbes Jahr Praktikum in einem chinesischen Unternehmen dranhängen, das der DAAD sponsort. Die Stelle müssen sich die jungen Leute allerdings auf eigene Faust besorgen. Schaffen sie das nicht, endet die Förderung.Neben Sprachkursen bietet Sprache und Praxis ein Zusatzprogramm mit Vorträgen oder Exkursionen in chinesische und internationale Unternehmen vor Ort. Der enge Rahmen hat auch Nachteile. Da sich das Programm vorwiegend an Leute mit wenig chinesischen Vorkenntnissen richtet, reserviert die Gastuni eine separate Klasse und kommandiert englischsprachige Lehrer ab. Der ambitionierte Grünenberger fühlte sich da unterfordert. Er und ein Mitstreiter setzten deshalb gegen den Widerstand der Uni durch, in die regulären Kurse mit internationalen Kommilitonen einsteigen zu dürfen.WEGE ZUM ZIELDAAD-Stipendien: Der Deutsche Akademische Austauschdienst finanziert jährlich maximal 40 ausgewählten jungen Leuten zwei Semester Sprachstudium an einer chinesischen Uni ihrer Wahl. Außerdem gibt es zwölf Plätze im Programm „Sprache und Praxis“, bei dem noch ein halbes Jahr Praktikum in China dabei ist. Infos bietet die Stipendiendatenbank des DAAD: www.daad.deSprachkurse: Konfuzius Institute, die Pendants zu den deutschen Goethe Instituten, bieten hierzulande Chinesisch-Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Am Düsseldorfer Institut kosten zehn Lektionen 140 Euro. Auch Sommerkurse an Universitäten in der Volksrepublik kann man dort buchen: www.konfuzius-duesseldorf.deSinicum: Das Landesspracheninstitut (LSI) der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet Intensivkurse für alle Lernniveaus. Ein dreiwöchiger Grundkurs kostet bis zu 1.700 Euro, ohne Lehrmaterial und Übernachtungen: www.landesspracheninstitut-bochum.deLesen Sie auch Arbeit in China
Dieser Artikel ist erschienen am 28.07.2010

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