Weiterbildung

Imame wollen sich weiterbilden

dpa
Eine Ausbildung von Imamen in Deutschland sei überfällig, sagt Ceylan. Das Weiterbildungsangebot in Osnabrück könne nur ein Anfang sein. „Wir wollen bis zum Semester 2012/13 einen Bachelor-Studiengang in islamischer Theologie“, betont er. Das sieht auch der Wissenschaftsrat so, der die Einrichtung entsprechender Studiengänge an deutschen Hochschulen empfiehlt. Dann könnten Imame und islamische Religionslehrer an deutschen Hochschulen ausgebildet werden, analog zu christlichen Pfarrern und Religionslehrern. Prof. Klaus Müller vom Wissenschaftsrat spricht von einer „Integration in die Wissenschaftsgesellschaft“: „Es wäre das beste Mittel, dass die religiösen Gemeinschaften sich nicht isolieren und in den Fundamentalismus abdriften“, betont der Theologe.Allerdings: Kritik aus den islamischen Gemeinden in Deutschland gibt es auch. Bei den Inhalten der Weiterbildungsangebote und Studiengänge spricht der Staat mit. Einige sehen die Gefahr, der deutsche Staat könnte den Muslimen hierzulande diktieren wollen, was sie glauben sollen und was nicht. Ceylan sieht das anders. Es sei wichtig, dass es auch endlich in den europäischen Ländern islamwissenschaftlichen Nachwuchs gebe. Die jungen Muslime in Deutschland seien anders aufgewachsen als ihre Altersgenossen in den arabischen Ländern. Die islamische Theologie müsse sich mit den Lebensumständen dieser Menschen auseinandersetzen. „Auch der europäische Islam muss seinen Teil zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen“, betont er.Das deutsche Vokabular fehltDzenana Tankosic sieht das alles pragmatisch. In ihrer Gemeinde werde über religiöse Fragen oft bosnisch gesprochen, einfach, weil bei diesen Themen das deutsche Vokabular fehle. „Es wäre wichtig, dass man das auch auf Deutsch tun könnte, gerade auch für die Kinder, die hier geboren wurden.“ Das könnte auch das Verhältnis zu den Deutschen verbessern, findet sie. „Hierzulande kennt man den Islam oft nur aus den Medien, und die Darstellung ist meistens doch sehr verzerrt. Das wäre eine Möglichkeit, auch hier Vorurteile abzubauen."
Dieser Artikel ist erschienen am 30.05.2010

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