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Arbeitszeit und Digitalisierung
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Digitalisierung und Arbeitszeit

Wie flexibel müssen wir eigentlich arbeiten?

von Kerstin Dämon, wiwo.de
Die Welt dreht sich schneller, entsprechend rasant verändert sich das Arbeiten. Die Wirtschaft will deshalb, dass das Arbeitszeitgesetz geändert wird. Arbeitnehmer sollen flexibler sein – doch was ist mit Unternehmen?
Die Digitalisierung ist in aller Munde: Produkte, Technologien, Arbeitsweisen – alles ist im Wandel. Das stellt sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer vor eine Herausforderung. Wie sollen wir mit den sich stetig verändernden Anforderungen umgehen? Was mach wir mit der dauerhaften Erreichbarkeit und mit den Wünschen der Arbeitnehmer nach flexibleren Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodellen?

Zumindest über die Arbeitszeit hat sich die deutsche Wirtschaft nun offenbar Gedanken gemacht. Wenn alles immer flexibler werden soll, soll auch das starre Arbeitszeitkorsett weg. Der Acht-Stunden-Tag ist überholt. So zumindest klingt die Forderung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) an die Bundesregierung. "Um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden, sollte das Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden", zitiert die Rheinische Post aus dem Papier. Heißt: Zehn Stunden am Tag arbeiten ist okay, solange es nicht mehr als 45 Wochenarbeitsstunden werden.

Flexible Arbeitszeiten gewinnen angesichts von Digitalisierung und der Notwendigkeit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer mehr an Bedeutung", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der Zeitung. "Unsere starren Arbeitszeitregelungen mindern allerdings diese Flexibilität. Daher wäre es wichtig, die gesetzlichen Regelungen an die aktuelle Entwicklung anzupassen", sagte Schweitzer.

Was gehört alles zur Arbeitszeit?

Das Arbeitszeitgesetz von 1994 begrenzt die zulässige werktägliche Arbeitszeit auf acht Stunden, die Ausdehnung auf bis zu zehn Stunden ist möglich, wenn der Acht-Stunden-Tag langfristig eingehalten wird. Nun müsse strenggenommen jede in der Bahn gelesene E-Mail der Arbeitszeit zugerechnet werden.
 

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